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Bremer Max-Planck-Forscher erhalten internationale Auszeichnungen

02.09.2010
Max-Planck-Direktor Prof. Dr. Bo Barker Jørgensen mit dem renommierten Jim Tiedje Award auf der ISME-Tagung in Seattle ausgezeichnet

Der renommierte Jim Tiedje Award wurde jetzt Prof. Dr. Bo Barker Jørgensen während der 13. ISME-Jahrestagung (International Society for Microbial Ecology) in Seattle für seine wissenschaftlichen Arbeiten verliehen. Der Preisträger ist Direktor am Bremer Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie und forscht seit den 1980er Jahren auf dem Gebiet der Biogeochemie.

Besonders die Stoffkreisläufe im Meer und wie diese durch Mikroorganismen geprägt werden, haben ihn schon früh fasziniert. Welche Bakterien bauen die organische Materie ab, wie aktiv sind sie und wie sind sie organisiert? Mitte der 1990er Jahren bekam er den Ruf als Max-Planck-Direktor und zog von der Universität Aarhus nach Bremen, um mit seinem Kollegen Prof. Dr. Fritz Widdel das Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie zu gründen.

Inzwischen beschäftigt das Institut über 200 Mitarbeiter in zehn Arbeitsgruppen. Forscher aus mehr als 30 Nationen arbeiten dort zusammen, um herauszufinden, was das Leben im Meer am Laufen hält und wie die Natur im Laufe der Jahrmilliarden diese Bedingungen geschaffen hat. Prof. Jørgensen bedankte sich herzlich bei den Juroren. In seiner Rede vor 2000 Zuhörern stellte er seine Forschung über Schwefelbakterien vor. Diese Schwefelbakterien sorgen dafür, dass Schwefelwasserstoff nicht ungehindert aus dem Sediment heraustritt. Wie ein Filtersystem schützen sie so Fische und andere höhere Lebewesen vor dieser giftigen Schwefelverbindung. Um diese Art von Forschung betreiben zu können, gehört auch eine Menge Erfindergeist dazu.

Neue Techniken und Methoden mussten entwickelt werden, um die biologische Artenvielfalt der unteren Sedimentschichten und der Tiefen Biosphäre erforschen zu können.

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung“, sagt der gebürtige Däne zum Schluss. Von Seattle geht es erst einmal nach Dänemark. Seit zwei Jahren wohnt er wieder in Aarhus und leitet dort das von ihm gegründete Zentrum für Geomikrobiologie.

Der zweite Preisträger Prof. Dr. Marc Strous bekam den Young Investigator Award für seine Entdeckung besonderer Bakterien, den Anammox-Bakterien, die für 30% bis 50% der globalen Verluste an Stickstoff-haltigen Nährstoffen aus dem Meer verantwortlich sind. In 2010 publizierte er in der Fachzeitschrift Nature über eine neue Art von Sauerstoff produzierenden Bakterien (Methylomirabilis oxyfera), die vor Milliarden von Jahren der Photosynthese den Weg ebneten. Marc Strous leitet seit Juni 2009 die Max-Planck-Forschungsgruppe Mikrobielle Fitness am Bremer Max-Planck-Institut.

Dr. Manfred Schloesser | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpi-bremen.de

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