Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Brasilianerin untersucht den Transport von Arzneistoffen

03.12.2008
Mathematikerin aus São Paulo erhält Humboldt-Forschungsstipendium an der Universität Jena

Seit langer Zeit quält Wissenschaftler die Frage, wie das Leben auf der Erde entstand. Fragen der Kompartimentierung - also dem Vorhandensein unterschiedlicher Reaktionsräume in Zellen als einer Voraussetzung für die Entstehung komplexer, differenzierter Organismen - standen im Mittelpunkt der bisherigen Forschungen von Dr. Tereza Pereira de Souza an der Universität Roma Tre in Rom.

Hier hat die Brasilianerin Prof. Dr. Alfred Fahr von der Friedrich-Schiller-Universität Jena kennengelernt, in dessen Arbeitsgruppe sie ab Januar 2009 für zwei Jahre mitarbeiten wird. Sie erhielt eines der begehrten Forschungsstipendien der Alexander von Humboldt-Stiftung für Postdoktoranden, mit dem sie an Fahrs Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie die Prinzipien des Arzneistofftransfers im Körper untersucht. Ihre Begeisterung für das Thema und die Stadt an der Saale geht aber so weit, dass sie bereits seit Herbst auf eigene Kosten nach Jena gekommen ist, um möglichst rasch ihre Forschungen aufzunehmen.

Während der Arzneistofftransfer im Labor "in vitro", also im Reagenzglas, simuliert wird, modelliert Tereza Pereira de Souza die Transferprozesse am Rechner. "Liposome werden gemeinsam mit Arzneistoffen in das Blut eingebracht und im kranken Organ freigegeben", beschreibt die Stipendiatin ihre Arbeit. Sie hat bereits ein Bachelor-Studium in Mathematik an der Universidade Estudal Paulista in São José do Rio Preto absolviert, bevor sie anschließend am Chemischen Institut der Universität von São Paulo promovierte. "Befinden sich die Liposome beispielsweise in einem Tumor, werden die Arzneistoffe langsam freigesetzt." Der nun einsetzende Transfer der Substanzen ist das, was die 28-Jährige interessiert, denn dieser lässt sich mit mathematischen Modellen erklären und untersuchen. Dass diese Arbeit eine enge Kooperation mit den Wissenschaftlern im Labor mit sich bringt, ist für die Mathematikerin eine willkommene Abwechslung zur Arbeit am Rechner.

"Mir gefällt das kleine und überschaubare Jena. Das Flair in der Stadt ist wunderbar", beschreibt Dr. Tereza Pereira de Souza ihre ersten Eindrücke. "Ich arbeite in einem jungen, motivierten und internationalen Team", freut sich die Brasilianerin über die Interkulturalität am Lehrstuhl und ist gespannt auf die kommenden zwei Jahre in Jena.

Kontakt:
Dr. Tereza Pereira de Souza
Lehrstuhl für Pharmazeutische Technologie der Universität Jena
Lessingstraße 8, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 949905
E-Mail: terezapsouza[at]yahoo.com.br

Katrin Czerwinka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Arzneistoff Arzneistofftransfer Labor Liposome

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht IVAM-Marketingpreis würdigt zum zehnten Mal überzeugendes Technologiemarketing
22.08.2017 | IVAM Fachverband für Mikrotechnik

nachricht UDE / UK: Verbundprojekt zur Bekämpfung Ras-abhängiger Tumore
22.08.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

In einem Artikel der aktuellen Ausgabe des Forschungsmagazins „Nature“ berichten Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden von der Entdeckung eines seltenen Materiezustandes, bei dem sich die Elektronen in einem Kristall gemeinsam in einer Richtung bewegen. Diese Entdeckung berührt eine der offenen Fragestellungen im Bereich der Festkörperphysik: Was passiert, wenn sich Elektronen gemeinsam im Kollektiv verhalten, in sogenannten „stark korrelierten Elektronensystemen“, und wie „einigen sich“ die Elektronen auf ein gemeinsames Verhalten?

In den meisten Metallen beeinflussen sich Elektronen gegenseitig nur wenig und leiten Wärme und elektrischen Strom weitgehend unabhängig voneinander durch das...

Im Focus: Wie ein Bakterium von Methanol leben kann

Bei einem Bakterium, das Methanol als Nährstoff nutzen kann, identifizierten ETH-Forscher alle dafür benötigten Gene. Die Erkenntnis hilft, diesen Rohstoff für die Biotechnologie besser nutzbar zu machen.

Viele Chemiker erforschen derzeit, wie man aus den kleinen Kohlenstoffverbindungen Methan und Methanol grössere Moleküle herstellt. Denn Methan kommt auf der...

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wissenschaftler entdecken seltene Ordnung von Elektronen in einem supraleitenden Kristall

22.08.2017 | Physik Astronomie

Forscher beschreiben neuartigen Antikörper als möglichen Wirkstoff gegen Alzheimer

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Virus mit Eierschale

22.08.2017 | Biowissenschaften Chemie