Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BMBF unterstützt Verbundprojekt zur innovativen Plasma-Kollagen-Wundauflage

22.07.2014

HAWK-Ausgründung und Fraunhofer Anwendungszentrum für Plasma und Photonik (APP) beteiligt

Im Rahmen des Verbundprojekts „Wundbehandlung durch kombinierte Plasma-Kollagen-Therapie“ (WuPlaKo) wird die innovative PlasmaDerm®-Therapie mit einem Kollagenvlies zu einer kombinierten Wundauflage für chronische Wunden weiterentwickelt. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und die CINOGY GmbH aus Duderstadt übernimmt die Projektkoordination.


Im geplanten Medizinprodukt wird die PlasmaDerm® Elektrode mit dem Kollagenvlies zu einer integrierten Wundauflage kombiniert. Cinogy

Die Cinogy GmbH hat sich 2006 aus der Göttinger Fakultät Naturwissenschaften und Technik der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst gegründet. Keimzelle der Plasmatechnologie zur Wundbehandlung ist das dortige Labor für Laser- und Plasmatechnologie von Prof. Dr. Wolfgang Viöl. HAWK-Vizepräsident Viöl leitet unterdessen auch das in diesem Jahr eröffnete Fraunhofer Anwendungszentrum für Plasma und Photoniks (APP), das an dem BMBF-Verbundprojekt zur Wundbehandlung beteiligt ist.

Die kombinierte Wundauflage nutzt die synergistische Wirkung von kaltem Plasma und Kollagen bei der Förderung der Wundheilung, indem es die jeweiligen Wirkmechanismen vereint: Während das Plasma die Wundheilung durch Aktivierung der Mikrozirkulation und antimikrobielle Wirkung anregt, beschleunigt die Kollagen-Wundauflage den Heilungsprozess zusätzlich, indem es ein feuchtes Wundmilieu schafft und dabei ein Proteingerüst bereitstellt, in dem sich die wundheilenden Körperzellen bewegen und ansiedeln können.

Im geplanten Medizinprodukt wird die PlasmaDerm® Elektrode mit dem Kollagenvlies zu einer integrierten Wundauflage kombiniert. Die kombinierte Wundauflage verbleibt bis zu fünf Tage auf der Wunde und ist währenddessen durch einen Sekundärverband fixiert. Damit erfährt die Wunde die zur Heilung nötige Ruhe, das Kollagen kann das Wundexsudat aufnehmen, um anschließend vollständig von der Wunde resorbiert zu werden. Ohne den Wundverband wechseln oder lösen zu müssen kann die PlasmaDerm®-Therapie zusätzlich regelmäßig angewendet werden, um je nach Bedarf die Durchblutung des Wundbetts anzuregen und Wundkeime abzutöten.

Sowohl Plasma als auch Kollagen werden bereits als heilungsfördernde Mittel in der klinischen Wundversorgung verwendet. Kaltes Plasma ist dabei die neueste Entwicklung durch die Firma CINOGY aus Duderstadt, erhältlich als PlasmaDerm® Medizinprodukte in verschiedenen Größen. Kaltes Plasma wirkt antiseptisch und heilungsfördernd durch die Kombination eines therapeutisch relevanten elektrischen Feldes, einer geringen Bestrahlung im nützlichen UV-A und UV-B Wellenlängenbereich und aktivierten Gasteilchen (Molekülen) aus der Umgebungsluft.

Kollagen ist ein Bestandteil der Haut, der für Festigkeit und Elastizität sorgt. Außerdem ist die Bildung neuen Kollagens ein unverzichtbarer Vorgang bei der Geweberegeneration. Das aus biologisch aufgezogenen Schweinen aufbereitete Kollagen der medichema GmbH aus Chemnitz sorgt durch Aufnahme des Wundexsudats für ein feuchtes Wundmilieu. Darüber hinaus erleichtert das Kollagen die Einwanderung von Fibroblastenzellen (Hautzellen) in die Wunde und inaktiviert heilungshemmende Proteasen, die in der chronischen Wunde im Überschuss vorliegen.

Die am Verbundprojekt beteiligten Unternehmen und Institutionen sind die CINOGY GmbH, die medichema GmbH, das Fraunhofer IST und die Universitätsmedizin Greifswald.

Der Firmensitz der CINOGY GmbH ist im südniedersächsischen Duderstadt, in der Zentrale des Medizintechnik- Unternehmens Otto Bock HealthCare GmbH. CINOGY spezialisiert sich auf die Entwicklung und Produktion innovativer, plasmabasierter Verfahren und Produkte für die Medizin und Kosmetik. Den Qualitätsanforderungen an die Herstellung von Medizinprodukten wird CINOGY u.a. durch Zertifizierung gemäß DIN EN ISO 13485:2012 gerecht.

Die medichema GmbH wurde 2006 gegründet und ist in Chemnitz angesiedelt. Das Unternehmen agiert in der Forschung, Entwicklung und Produktion von Biomaterialien und ist zertifiziert nach DIN EN ISO 13485:2012. Die Kernkompetenz liegt in der Erforschung, Entwicklung und Produktion von kollagen-basierten, resorbierbaren Wundauflagen.

Das Fraunhofer Anwendungszentrum für Plasma und Photonik (APP) in Göttingen ist eine Kooperation des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik IST in Braunschweig und der HAWK in Göttingen. Das Anwendungszentrum wurde im Jahr 2012 aus dem Labor für Laser- und Plasmatechnik der Fakultät Naturwissenschaften und Technik gegründet, das bereits seit 2006 ein kooperationserprobter technischer Partner in plasma-medizinischen Verbundprojekten ist. Die in dieses Verbundprojekt eingebrachten Kompetenzen liegen im Bereich physikalisch-technischer Plasma(prozess)charakterisierungen und materialwissenschaftlicher Analytik.

Die Universitätsmedizin Greifswald besitzt ein zertifiziertes Hautkrebszentrum sowie zertifiziertes Wund- und Venenzentrum mit den Forschungsschwerpunkten chronische Wunden, antimikrobielle Haut- und Wundbehandlung, multiresistente Erreger, klinische Antiseptik, Entwicklung von Wundauflagen und Plasmamedizin

Hintergrundinformationen

PlasmaDerm® Produktfamilie
Alle PlasmaDerm® Produkte dienen der örtlichen Behandlung mikrobiell verunreinigter und infizierter Haut und Hautwunden. Mit den verschiedene PlasmaDerm® Geräten können unterschiedlich große Haut- und Wundflächen von jetzt auch bis zu 22,5 Quadratzentimetern Fläche zeitgleich behandelt werden. Die kleineren Geräte sind starr mit sterilem Abstandhalter. Die größere Variante kann gekrümmten Körperoberflächen angepasst werden und besitzt einen sterilen, fest integrierten Abstandhalter. Die PlasmaDerm® Produktfamilie inklusive der sterilen Abstandhalter besitzt die Konformität nach EU Richtlinie 93/42/EWG für Medizinprodukte.

Schmerzfrei und sicher, nachgewiesene Wirksamkeit
Eine randomisierte, kontrollierte klinische Studie nach DIN EN ISO 14155 unter Leitung von Prof. Dr. Steffen Emmert an der Hautklinik der Universitätsmedizin Göttingen hat PlasmaDerm® erfolgreich bei chronisch venösen Wunden (Ulcus cruris) getestet. Die Behandlung war sehr gut verträglich, schmerzfrei und einfach anzuwenden. Relevante Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Was ist Plasma?
Plasma ist angeregtes Gas, das freie Ladungsträger und andere reaktive Bestandteile der Luft enthält. Plasma ist in der Medizin nutzbar. „Heiße“ Plasmen werden seit einigen Jahren, insbesondere in der Chirurgie, verwendet. PlasmaDerm® dagegen nutzt gewebeverträgliches „kaltes“ Plasma, das etwa Körpertemperatur besitzt. „Kaltes“ Plasma stimuliert die Durchblutung, aktiviert die Selbstheilungskräfte der Haut und wirkt desinfizierend.

Kaltes Plasma bei PlasmaDerm®
Das von den PlasmaDerm® Geräten erzeugte kalte Plasma verdankt seine Wirksamkeit der Kombination eines therapeutisch relevanten elektrischen Feldes, einer geringen Bestrahlung im nützlichen UV-A und UV-B Wellenlängenbereich und aktivierten Gasteilchen (Molekülen) aus der Umgebungsluft. Damit vereinigt PlasmaDerm® erstmalig synergistisch eine Vielzahl gut beschriebener, therapeutisch wirksamer Effekte in einer Therapie.

Weitere Informationen:

http://www.hawk-hhg.de

Sabine zu Klampen | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie