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Biologin erhält Nachwuchspreis für herausragende Dissertation

04.11.2014

Dr. Kristin Scharnweber erhält am 5. November 2014 den Nachwuchswissenschaftlerinnen-Preis des Forschungsverbundes Berlin e.V. Die Biologin wird für ihre Dissertation am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) ausgezeichnet, in der sie die ufernahen Zonen in kleinen Flachseen und deren Kopplung mit angrenzenden terrestrischen Bereichen untersuchte.

Die junge Wissenschaftlerin forscht an der Schnittstelle von Evolutionsbiologie und Limnologie. Besonders die ökologischen und evolutionsbiologischen Prozesse, die Variationen innerhalb von aquatischen Nahrungsnetzen und somit auch innerhalb von Populationen hervorrufen, haben es Kristin Scharnweber angetan.

„Diese Variationen führen dazu, dass sich verschiedene Populationen ganz unterschiedlich entwickeln“, sagt sie. Dies könne ein erster Schritt beim Entstehen neuer Arten sein.

In ihrer Dissertation untersuchte sie deshalb, wie sich unterschiedliche Umweltbedingungen – bspw. die Dichte an Wasserpflanzen oder der herbstliche Laubfall – auf das Leben in Flachseen auswirken.

Sie fand heraus, dass organische Kohlenstoffverbindungen aus dem terrestrischen Umland (POC) im Nahrungsnetz von Seen verarbeitet werden und konnte zeigen, wie das POC über Laub ins Gewässer und über schlüpfende Zuckmücken wieder zurück an Land gelangt. Diese Erkenntnisse schließen ein bislang fehlendes Puzzleteil im Kohlenstoffkreislauf.

Die gebürtige Bonnerin studierte an der Universität Hamburg sowie an der Universität Potsdam Biologie. Für ihre Diplomarbeit, in der sie sich vor allem der Koexistenz von sexuell und asexuell reproduzierenden Fischarten widmete, zog es Kristin Scharnweber an die Texas A&M University in College Station (USA). Von dort zurückgekehrt, entschied sie sich für eine Promotion am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB), die sie 2013 mit dem Prädikat „summa cum laude“ verteidigte.

Mittlerweile arbeitet Kristin Scharnweber als Postdoktorandin an der Universität Uppsala in Schweden. Ermöglicht durch ein DAAD-Stipendium, erforscht sie dort, wie sich zunehmende Konzentrationen von gelöstem, organischem Kohlenstoff auf Seen auswirken. Dieses durch den Klimawandel hervorgerufene Phänomen, auch „Brownification“ genannt wird, betrifft mittlerweile Seen weltweit.

Die feierliche Preisverleihung findet statt am 5. November 2014 um 19 Uhr in der Geschäftsstelle der Leibniz-Gemeinschaft, Chausseestraße 111 (Ecke Invalidenstraße), 10115 Berlin. Festrednerin ist Prof. Gesche Joost, Internetbotschafterin der Bundesregierung. Pressevertreter sind herzlich eingeladen.
Anmeldung unter: preis@fv-berlin.de

Gesine Wiemer | Forschungsverbund Berlin e.V.
Weitere Informationen:
http://www.fv-berlin.de

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