Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Biologe Henrik Mouritsen erhält „Eric Kandel Young Neuroscientists Prize“ der Hertie-Stiftung

03.06.2011
Prof. Dr. Henrik Mouritsen, Oldenburger Biologe und Inhaber einer von der VolkswagenStiftung geförderten Lichtenberg-Professur, ist heute mit dem „Eric Kandel Young Neuroscientists Prize“ ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand im Rahmen der Festveranstaltung „Nobelpreisträger im Gespräch“ vor rund 950 Gästen in der Frankfurter Paulskirche statt.

Der Preis ist nach dem amerikanischen Neurowissenschaftler und Nobelpreisträger Prof. Dr. Eric Kandel benannt. Er wird alle zwei Jahre von der Hertie-Stiftung in Kooperation mit der Federation of European Neuroscience Societies (FENS) an einen europäischen Nachwuchswissenschaftler verliehen, der sich durch herausragende wissenschaftliche Produktivität und Kreativität auszeichnet. Mouritsen erhielt die mit 75.000 Euro dotierte Auszeichnung aus den Händen von Eric Kandel, Namensgeber des Preises.

Der hochkarätig besetzen Jury gehören unter anderem die drei Nobelpreisträger Prof. Dr. Erwin Neher (Deutschland), Prof. Dr. Paul Greengard (USA) und Prof. Dr. Linda Buck (USA) an. Sie entschied sich einstimmig für Mouritsen, da er sich „neben wissenschaftlicher Exzellenz vor allem auch durch die Originalität seines Forschungsgebietes auszeichnet“. Gelobt wurde insbesondere, dass Mouritsen sich ein eigenes Thema gestellt und dieses konsequent auf eindrucksvolle Weise bearbeitet habe.

„Dass dieser wichtige Preis nach Oldenburg geht, ist ein erneuter Beleg für die herausragende Forschung, die im Bereich Neurowissenschaften an der Universität Oldenburg geleistet wird“, freut sich Universitätspräsidentin Prof. Dr. Babette Simon. Mit dem aus Dänemark stammenden Henrik Mouritsen sei ein hervorragender und hoch engagierter Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet worden. Seine wissenschaftliche Arbeit zur Navigation von Zugvögeln habe ihm höchsten Respekt in der Fachcommunity eingetragen, zudem sei Mouritsen auch ein vorbildlicher Wissenschaftskommunikator.

Der 39-jährige Mouritsen forscht und lehrt seit 2002 an der Universität Oldenburg, wo er sich 2005 habilitierte. Rufe nach Manchester, Kiel und Bayreuth lehnte er zugunsten Oldenburgs ab. Seit 2007 ist er Inhaber der mit 1,5 Millionen Euro geförderten Lichtenberg-Professur. In seiner Forschung widmet er sich den verhaltensbiologischen, molekularen, physiologischen und kognitiven Mechanismen, die der Langstreckennavigation von Zugvögeln zu Grunde liegen. Wenn Zugvögel auf ihren Flügen zwischen Brut- und Überwinterungsquartier tausende Kilometer zurücklegen, arbeitet ihr Navigationssystem mit faszinierender Präzision. Als Leiter der internationalen Nachwuchsgruppe „Neurosensorik/Animal Navigation“ konnte Mouritsen nachweisen, dass die Vögel auf zweierlei Weise das Erdmagnetfeld zur Orientierung nutzen. Über lichtempfindliche Moleküle im Auge nehmen sie die Kompass-Richtung des Magnetfelds visuell wahr. Zusätzlich verfügen die Vögel über einen Magnetsensor aus eisenmineralhaltigen Kristallstrukturen im oberen Teil ihres Schnabels, der über Nervenbahnen mit dem Hirnstamm verbunden ist. Für beide Orientierungssysteme konnte die Gruppe um Mouritsen als erste die beteiligten Areale im Gehirn der Vögel identifizieren.

Der Oldenburger Wissenschaftler hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen in Fachzeitschriften veröffentlicht, darunter in „Nature“ und „Science“. Er ist nach dem Briten Dr. Simon Fisher der zweite Wissenschaftler, der den „Eric Kandel Young Neuroscientists Prize“ erhält.

Kontakt: Prof. Dr. Henrik Mouritsen, Institut für Biologie, Tel.: 0441/798-3081, mobil: 0151/56313360, E-Mail: henrik.mouritsen@uni-oldenburg.de

Dr. Corinna Dahm-Brey | idw
Weitere Informationen:
http://www.member.uni-oldenburg.de/henrik.mouritsen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie