Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bio-inspirierte Lösungen für einstellbare Haftung in feuchter Umgebung

16.10.2015

EU-Projekt BioSmartTrainee gestartet

Am 15. und 16. Oktober 2015 wird mit einem Kick-off Meeting in Dresden das neue EU-Ausbildungsprojekt „Training in Bio-Inspired Design of Smart Adhesive Materials“ (BioSmartTrainee) als Marie-Skłodowska-Curie-Maßnahme im Rahmen des EU-Programms Horizont 2020 gestartet.


IPF Dresden Laborbesichtigung

IPF Dresden/Aline Riedel

An dem von Frau Dr. Alla Synytska vom Leibniz-Institut für Polymerforschung Dresden e. V. (IPF) koordinierten Projekt sind elf Einrichtungen aus Wissenschaft und Industrie aus fünf EU-Ländern beteiligt, um Doktoranden auszubilden.

Die Europäische Union fördert das Projekt über eine Laufzeit von vier Jahren mit insgesamt 2,82 Mio EUR. Finanziert werden aus den Mitteln insgesamt elf Nachwuchswissenschaftler, von denen einer am IPF betreut werden wird (im Rahmen einer gemeinsamen Professur mit der Technischen Universität Dresden).

Was das Fröschlein im Logo des neuen Forschungs- und Ausbildungsvorhabens ganz selbst-verständlich beherrscht – in feuchter Umgebung sicheren Halt zu haben, also seine Füße zur Fortbewegung zuverlässig an feuchten Oberflächen anhaften zu lassen und wieder lösen zu können – ist in der Technik bis heute eine Herausforderung.

In trockener Umgebung sind die Mechanismen von Haftung bereits sehr gut untersucht und verstanden, und so wurden in den letzten Jahrzehnten in vielen Einsatzgebieten, wie z.B. der Automobilindustrie, im Flugzeugbau oder im Bauwesen, mechanische Verbindungen durch technologisch vorteilhafte Klebeverbindungen abgelöst.

Für die Adhäsion auf feuchten, rauen und kontaminierten Oberflächen fehlen immer noch grundlegende Konzepte, und so werden beispielsweise im Bereich der Medizin Klebeverbindungen bisher kaum angewendet, obgleich sie z.B. für den Einsatz in der Orthopädie sehr wünschenswert wären.

Vor diesem Hintergrund wendet sich BioSmartTrainee dem Phänomen der Haftung an feuchten Oberflächen zu. Im Trainingsnetzwerk sollen junge Forscher speziell auf diesem interdisziplinäre Herangehensweisen erfordernden Gebiet, das Polymerforschung, Adhäsion und Bio-Mechanik einschließt, ausgebildet werden. Die gemeinsamen Forschungsaktivitäten schlagen die Brücke von der Aufklärung der Grundlagen der Adhäsion in feuchter Umgebung hin zu Lösungsansätzen für maßgeschneiderte Haftanwendungen.

Das Fröschlein und andere geniale Adhäsionsstrategien aus der lebenden Natur liefern Vorbilder, aus denen Prinzipien abgeleitet und auf synthetische Materialien übertragen werden sollen. Auf der Basis bio-inspirierter Oberflächen erfolgen die Aufklärung der entsprechenden Adhäsions-mechanismen und deren Modellierung. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen zur Entwicklung neuer Oberflächen/Materialien mit gezielt einstellbaren Hafteigenschaften genutzt werden.

Da die Projektziele von hoher praktischer Relevanz sind, kooperieren im Vorhaben mit BASF SE (DE), Akzo Nobel (UK) und URGO (FR) drei große europäische Industrieunternehmen. Beteiligte Universitäten und Forschungsinstitute sind neben dem IPF das Max-Planck-Institut für Polymerforschung Mainz, das Leibniz-Institut für Neue Materialien Saarbrücken, die Universitäten in Wageningen und Eindhoven (beide Niederlande), die Universität Cambridge (Großbritannien), das CNRS - Ecole Superieure de Physique et de Chimie Industrielle (Frankreich) sowie die Universität Patras (Griechenland).

Die Arbeiten des IPF sind fokussiert auf die Synthese und Charakterisierung von Polymermaterialien mit schaltbaren und einstellbaren Hafteigenschaften in feuchter Umgebung.

Direkter fachlicher Kontakt:
Dr. Alla Synytska, E-Mail: synytska@ipfdd.de, Tel: 0351 4658-327

Kerstin Wustrack | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ipfdd.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

nachricht Zweimal Gold beim Architects’ Darling Award 2016 für dormakaba
28.11.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau