Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bill & Melinda Gates Stiftung fördert Gießener Forschungsprojekt mit 100.000 Dollar

15.11.2010
JLU-Wissenschaftler erforschen Medikament gegen die weltweit zweithäufigste parasitäre Infektionskrankheit Schistosomiasis

Wissenschaftler der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) im Fachbereich Veterinärmedizin forschen an einem Wirkstoff gegen die Infektionskrankheit Schistosomiasis (Bilharziose). Die Bill & Melinda Gates Stiftung wird das Forschungsprojekt in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. rer. nat. Christoph Grevelding über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren mit 100.000 Dollar unterstützen.

Als zweithäufigste parasitäre Infektionskrankheit nach der Malaria ist die Schistosomiasis für den Menschen von weltweiter Bedeutung, sie betrifft aber auch Tiere. Ausgelöst wird die Krankheit durch Wurmparasiten der Gattung Schistosoma (Pärchenegel). Praziquantel ist bislang das einzige weltweit eingesetzte Medikament, das gegen alle Schistosomenarten wirkt, jedoch gibt es zunehmende Hinweise auf Resistenzbildung. Da zudem bislang noch kein Impfstoff zur Verfügung steht, werden international große Anstrengungen unternommen, alternative Behandlungsstrategien für die Schistosomiasis zu finden.

In vorangegangenen Untersuchungen der Gießener Arbeitsgruppe von Prof. Grevelding wurde von Dr. Svenja Beckmann nachgewiesen, dass Imatinib, der Wirkstoff des Medikaments Glivec, adulte Würmer in-vitro zu töten vermag. Bei Menschen wird dieses Medikament in der Krebstherapie gegen die chronisch myeolische Leukämie sowie gegen einige Darmkrebserkrankungen eingesetzt. Dabei blockiert es unter anderem die Funktion sogenannter Abl-Kinasen, spezialisierte Proteine, die bei Krebspatienten fehlreguliert sind. Da sehr nahe Verwandte dieser Abl-Kinasen bei Schistosomen vorkommen und dort für verschiedene physiologische Prozesse verantwortlich sind, gibt es entsprechende „Angriffspunkte“ für Glivec auch in den Würmern.

Ziele des jetzt durch die Bill & Melinda-Gates-Stiftung unterstützten Projekts der AG Grevelding sind, die Rolle der Abl-Kinasen als Zielstrukturen von Imatinib sowohl im Zellkulturmodell näher zu charakterisieren, als auch unter physiologischen Bedingungen. Daher sind erste Studien mit Nagetieren geplant, in denen die Wirksamkeit von Imatinib gegen Schistosomen auch unter in vivo-Bedingungen getestet werden soll, um Hinweise auf eine anwendungsorientierte Relevanz der bisherigen Befunde zu bekommen. Die geplanten Experimente erfolgen in Zusammenarbeit mit den Arbeitsgruppen von Dr. Colette Dissous (Institut Pasteur, Lille) und Prof. Rudolph Geyer (Institut für Biochemie der JLU).

Die 1999 gegründete Bill & Melinda Gates Foundation ist die größte private Stiftung der Welt. Die Ziele der Stiftung sind im Bereich der Entwicklungshilfe angesiedelt. Sie unterstützt die Behandlung und Bekämpfung von Krankheiten in der ganzen Welt. Die Gießener Forscher gehören zu den 65 von 2400 Antragsstellern, die auf der nun veröffentlichten Liste der Grant Challenge Explorations-Projekte stehen und damit Fördergelder erhalten.

Kontakt:
Prof. Dr. rer. nat. Christoph G. Grevelding, Institut für Parasitologie
Rudolf-Buchheim-Straße 2, 35392 Gießen
Telefon: 0641 99-38466

Caroline Link | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/
http://www.gatesfoundation.org/press-releases/Pages/gce-round-five-winners-101109.aspx

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik