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Die Bill und Melinda Gates Foundation startet Initiative zur Neuerfindung der Toilette

20.07.2011
Neue Strategie für Einführung sicherer und kostengünstiger sanitärer Einrichtungen in Entwicklungsländern entworfen

Die Bill & Melinda Gates Foundation hat heute die Einführung einer neuen Strategie bekannt gegeben, mit der sichere und saubere sanitäre Einrichtungen für Millionen armer Menschen in den Entwicklungen geschaffen werden sollen.

Während der AfricaSan-Konferenz 2011 in Kigali rief Sylvia Mathews Burwell, Präsidentin des weltweiten Entwicklungsprogramms der Bill und Melinda Gates Foundation, Spender, Regierungen, Privatorganisationen und Nichtregierungsorganisationen dazu auf, sich an der Lösung dieses Problems zu beteiligen, von dem fast 40 Prozent der Weltbevölkerung betroffen sind.

Kaum jemand in den Entwicklungsländern hat Zugang zu Toiletten mit Wasserspülung, und Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu sicheren und zuverlässigen Toiletten- oder Latrineneinrichtungen. Mehr als eine Milliarde Menschen verrichten ihr Bedürfnis im Freien.

"Keine andere Erfindung der vergangenen 200 Jahre hat mehr dazu beigetragen, Leben zu retten und die Gesundheitssituation zu verbessern, als die sanitäre Revolution mit der Erfindung der Toilette", so Burwell in ihrer Rede bei der AfricaSan, der dritten afrikanischen Konferenz zu Sanitär und Hygiene, die vom Rat der afrikanischen Wasserminister (AMCOW) organisiert wird. "Doch das ist noch nicht genug. Bisher hat diese Erfindung nur ein Drittel der Welt erreicht. Wir brauchen neue Ansätze. Neue Ideen. Kurz gesagt müssen wir die Toilette neu erfinden."

Die Stiftung hat 42 Millionen US-Dollar für neue Sanitäreinrichtungen angekündigt, mit denen Erfindungen im Abfallmanagement gefördert werden sollen, die der Lagerung von Fäkalien und deren Umwandlung in wiederverwendbare Energie, Düngemittel und Frischwasser dienen. Ausserdem wird die Stiftung die Zusammenarbeit mit im Land ansässigen Organisationen und Gemeinden unterstützen, um so Defäkation im Freien zu verhindern und den Zugang zu erschwinglichen und nachhaltigen Sanitäreinrichtungen zu schaffen, so dass die Menschen diese gerne benutzen.

Verbesserte sanitäre Einrichtungen können erhebliche Auswirkungen auf das Leben von vielen Millionen Menschen in der Welt haben. Es ist eines der wichtigsten Millennium-Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, bis 2015 die Anzahl der Menschen, die keinen Zugang zu sanitären Einrichtungen haben, um die Hälfte zu reduzieren. Sichere sanitäre Einrichtungen können das Durchfall-Risiko bei Kindern um 30 Prozent senken und dadurch die Schulfehlzeiten erheblich verringern.

Unsichere Methoden zum Auffangen und zur Lagerung von Fäkalien führen zu schweren gesundheitlichen Schäden und Todesfällen. Etwa 1,5 Millionen Kinder sterben jedes Jahr an Durchfallerkrankungen, wobei die meisten dieser Todesfälle durch sichere sanitäre Einrichtungen, sauberes Trinkwasser und bessere Hygiene verhindert werden könnten.

Burwell wies darauf hin, dass es zur Neuerfindung der Toilette kein Wundermittel gibt. Die 2,6 Milliarden Menschen zu unterstützen, die keinen Zugang zu sicheren sanitären Einrichtungen haben, erfordert hygienische und nachhaltige Methoden, Fäkalien aufzufangen, zu verarbeiten und zu recyceln. Vor allem jedoch sei die Zusammenarbeit mit den Gemeinden vor Ort erforderlich, damit langfristige sanitäre Lösungen gefunden werden können, die den Bedürfnissen der Menschen entsprechen.

Die Stiftung und ihre Partner arbeiten an neuen Methoden und Technologien, die alle Aspekte des Sanitärbereichs mit einbeziehen-von der Entwicklung wasserloser, hygienischer Toiletten, die keinen Kanalanschlüsse bedürfen, um Exkremente abzuführen und zu recyceln. Viele Lösungen verwenden hochmoderne Technologien, mit denen menschliche Ausscheidungen in Kraftstoff, Düngemittel und sogar sicheres Trinkwasser umgewandelt werden können, um die Gemeinden zu versorgen.

Einer der Partner der Gates Foundation ist die us-amerikanische Entwicklungsorganisation USAID, die durch ihr Programm "WASH for Life" (übersetzt: "Waschen um zu leben") nachweisliche Methoden zur Bereitstellung von Wasser, Sanitärdiensten und Hygiene für arme Menschen fördert, testet und anwendet. Beide Organisationen werden 8,5 Millionen US-Dollar für die vierjährige Zusammenarbeit zur Verfügung stellen.

Die Gates Foundation und ihre Partner konzentrieren sich auf kostengünstige Lösungen. Sanitäre Einrichtungen dürfen nicht mehr als 5 US-Cent pro Person und Tag kosten und müssen einfach einzubauen, zu verwenden und zu warten sein. Die Strategie der Stiftung beruht darauf, festzustellen, was die wahren Bedürfnisse der Menschen sind, und auszuwerten, was wirklich funktioniert. Ausserdem wird besonderer Wert auf verbesserte sanitäre Einrichtungen sowohl in ländlichen als auch in städtischen Gebieten gelegt, was durch Bildung und Sensibilisierung der Bevölkerung gefördert werden soll. Ausserdem muss Überzeugungsarbeit gegenüber Regierungen und anderen öffentlichen und privaten Partnern geleistet werden, damit sanitären Massnahmen Vorrang gewährt wird, um dieses dringende Problem zu lösen.

"In ganz Afrika sind verbesserte sanitäre Einrichtungen dringend erforderlich", so Mamadou Dia, Präsident des Afrikanischen Wasserverbands ( African Water Association). "In dieser wichtigen Angelegenheit freuen wir uns über neue Aufmerksamkeit, neue Ideen und Ressourcen."

Verbesserte sanitäre Anlagen sind auch wirtschaftlich sinnvoll.
Laut der Weltgesundheitsorganisation könnte jeder investierte US-Dollar verneunfacht werden, da die Produktivität erhöht wird und die Gesundheitskosten gleichzeitig gesenkt werden. Krankheit, Behinderung und frühe Todesfälle würden verhindert. Menschen mit Zugang zu sauberen und guten sanitären Anlagen geniessen ausserdem mehr Würde, Privatsphäre und Sicherheit. Dies gilt vor allem für Frauen und Mädchen, die oft Schulstunden verpassen, wenn sie ihre Periode haben oder Gefahr laufen, sexuell missbraucht zu werden, wenn sie ihr Bedürfnis im Freien oder auf öffentlichen Toiletten verrichten müssen.

"In den Entwicklungsländern sind unzureichende Sanitäreinrichtungen für die Hälfte aller Einlieferungen ins Krankenhaus verantwortlich", so Prinz Willem-Alexander der Niederlande, der auch Vorsitzender des UNO-Sachverständigenrats für Wasser und Hygiene ist. "Diese Statistik dürfen wir nicht akzeptieren, ebenso nicht die Tatsache, dass es von vielen Entscheidungsträgern vermieden wird, über Hygiene zu sprechen. Dadurch stigmatisieren sie das Thema weiter. Die Folge ist, dass die Krise, deren Lösung greifbar ist, verlängert wird. Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene sind Teil des weltweiten Entwicklungsprogramms der Bill und Melinda Gates Foundation. Das Programm dient der Lösung jener Probleme der ärmsten Menschen der Welt, denen keine angemessene Aufmerksamkeit zuteil wird, wie der Entwicklung der Landwirtschaft oder Finanzdienstleistungen. Die Foundation setzt mehr als 265 Millionen US-Dollar für Wasser, sanitäre Einrichtungen und Hygiene ein. Die Foundation fördert diesen Bereich seit fünf Jahren, die neue Strategie stellt allerdings eine verstärkte Konzentration auf die Lösung von Problemen im Hygienesektor dar.

Zu den neuen Investitionen gehören:

Neuerfindung der Toilette Mit insgesamt 3 Millionen US-Dollar unterstützt dieses Programm acht Universitäten in Afrika, Asien, Europa und Nordamerika, um die Toilette ohne Wasserspülung, Kanalverbindung oder Strom zu erfinden - die weniger als 5 US-Cent pro Tag und Person kosten dürfen. Empfänger der Fördergelder sind das California Institute of Technology, die Delft University of Technology, die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (EAWAG), die National University von Singapur;,die University of KwaZulu-Natal;,die University of Toronto, das WEDC der Loughborough University sowie die Stanford University stellvertretend für die Hertz Fellows-Forschungszusammenarbeit mehrerer Universitäten.
Ansprechpartner: Amandine de Coster / adecoster@webershandwick.com /
+32-479-811-866
WASH for Life Ein Kooperationsprojekt der Bill und Melinda Gates Foundation mit der us-amerikanischen Agency for International Development (USAID) das einen Wert von 17 Millionen US-Dollar hat. USAID und die Gates Foundation stellen jeweils 8,5 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Ziel des Projektes ist es nachweisliche Methoden zur Bereitstellung von Wasser, Sanitärdiensten und Hygiene für arme Menschen zu fördern, zu testen und anzuwenden. Weitere Informationen auf http://www.usaid.gov/div/washforlife.

African Development Bank, African Water Facility Die Stiftung wird 12 Millionen US-Dollar zur Entwicklung von Pilot-Sanitätsprojekten in Afrika bereitstellen. Ziel ist es, 1,5 Millionen armen Menschen in Städten den Zugang zu sanitären Einrichtungen zu ermöglichen. Ansprechpartner: Katia Theriault / k.theriault@afdb.org / +216-71-10-12-79

Ein gemeinsames Projektder deutschen und der kenianischen Regierung stellt 10 Millionen US-Dollar zur Verfügung, um nachhaltige sanitäre Einrichtungen für 800.000 Menschen und Wasser für 200.000 Bewohner der städtischen Gebiete Kenias mit niedrigen Einkommen zu unterstützen. Ansprechpartner: Felgona A. Ochieng, WSTF / felgona.ochieng@wstfkenya.org / +254-20-272-0696; Roland Werchota, GIZ / roland.werchota@giz.de / +254-20-2719987; Dr. Charis Pöthig, KfW / charis.poethig@kfw.de / +49-69-7431-4683

UNESCO-IHE Institute for Water Education Diese Spende in Höhe von
8 Millionen USD unterstützt weiterführende Bildungsprogramme für
Sanitär- und Wasserdienste und setzt sich besonders für Lösungen für die arme Bevölkerung sowie umfangreiche Online-Programme ein, um Kosten zu senken und den Zugang zu weiterführender Bildung zu erleichtern. Ansprechpartner: Alida Pham / a.pham@unesco-ihe.org / +31-15-2151722
Bill & Melinda Gates Foundation Geleitet von der Überzeugung, dass alle Menschen gleich wertvoll sind, setzt sich die Bill & Melinda Gates-Stiftung dafür ein, dass alle Menschen gesund und produktiv leben können. In Entwicklungsländern konzentriert sie sich auf die Verbesserung der Gesundheit der Menschen und bietet ihnen eine Chance, sich selbst aus dem Teufelskreis von Hunger und extremster Armut zu befreien. In den Vereinigten Staaten versucht sie dafür zu sorgen, dass alle Menschen - insbesondere jene mit den geringsten Möglichkeiten - die gleichen Chancen haben, in der Schule und im Leben erfolgreich zu sein. Die Stiftung mit Sitz in Seattle, Washington, wird von CEO Jeff Raikes und dem Ko-Vorsitzenden William H. Gates Sr. unter der Leitung von Bill und Melinda Gates sowie Warren Buffett geführt. Weitere Informationen auf http://www.gatesfoundation.org oder verfolgen Sie die Konversationen auf Facebook [http://www.facebook.com/billmelindagatesfoundation ], Twitter [http://twitter.com/gatesfoundation ] und Flickr

[http://www.flickr.com/photos/gatesfoundation/sets/72157626523695213 ].

Pressekontakt:
Bill & Melinda Gates Foundation,
+1-206-709-3400,media@gatesfoundation.org

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.gatesfoundation.org

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