Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bester Nachwuchswissenschaftler Europas auf dem Gebiet der Mukoviszidose kommt aus Halle

07.04.2009
Dem Nachwuchswissenschaftler Tobias Bensel wird im Juni 2009 der diesjährige Young Investigator Award der European Cystic Fibrosis Society (Europäische Gesellschaft für Cystische Fibrose) für seine hervorragende wissenschaftliche Arbeit auf dem Gebiet der Cystischen Fibrose (CF, synonym: Mukoviszidose) verliehen.

Der Young Investigator Award wird einmal im Jahr an den besten Nachwuchswissenschaftler Europas auf dem Gebiet der Cystischen Fibrose vergeben.

Im Rahmen seiner Dissertation (Betreuerin: Prof. Marianne Borneff-Lipp, Direktorin des Instituts für Hygiene) konnte Tobias Bensel weltweit erstmals die entzündungsabhängigen Markereigenschaften des Laktats (Milchsäure) in der Lunge von CF-Patienten darstellen.

Damit ist eine Therapiekontrolle im klinischen Alltag der Erkrankten möglich. Tobias Bensel ist sowohl Mitarbeiter im Institut für Hygiene (Direktorin: Prof. Borneff-Lipp) als auch in der Universitätspoliklinik für zahnärztliche Prothetik (Direktor: Prof. Setz). Er studierte Zahnmedizin.

Bei Patienten mit Cystischer Fibrose liegen im Sputum in der Lunge sauerstoffarme Bedingungen vor. Sowohl die Bakterien, die das Sputum besiedeln, als auch menschliche Zellen können unter diesen Bedingungen Laktat produzieren. Der 28-jährige Wissenschaftler untersuchte in seiner Arbeit erstmals umfassend das Vorhandensein, die Quelle und die mögliche klinische Bedeutung von Laktat im CF-Sputum. Dabei wurden in den Sputen zahlreicher CF-Patienten Keimnachweise, Keimzahlbestimmungen und Laktatmessungen durchgeführt. Diese Ergebnisse wurden mit der Lungenfunktion der Patienten verglichen. Damit konnte die Quelle des Laktats und dessen Bedeutung für die Patienten entschlüsselt werden. Die Resultate wurden durch aufwendige in-vitro-Untersuchungen ergänzt und bestätigt.

Damit konnte durch die Arbeit von Tobias Bensel und der Arbeitsgruppe von Dr. Dieter Worlitzsch erstmals gezeigt werden, dass Laktat in allen CF-Sputen vorhanden ist, und hauptsächlich von menschlichen Entzündungszellen gebildet wird. Laktat kann daher möglicherweise als nicht-invasiver Entzündungsmarker bei CF-Patienten verwendet werden. Dies ermöglicht eine gezielte Kontrolle der Therapie.

Cystische Fibrose ist eine erbliche Erkrankung. In Lunge, Bauchspeicheldrüse, Darm und den Schweißdrüsen werden zähflüssige Sekrete gebildet, die nur erschwert vom Körper abtransportiert werden können. In den betroffenen Organen kommt es dadurch zu den unterschiedlichsten Funktionsstörungen. So können die Bronchien in der Lunge durch die Sekrete "verstopft" werden, was zu einer chronischen Lungenentzündung und zum Funktionsverlust der Atemwege führen kann. Durch moderne Therapien kann zwar die Erkrankung nicht geheilt, aber in ihrem Verlauf gemildert werden. Frühzeitige und intensive Therapien sind dazu notwendig.

Jens Müller
Unternehmenskommunikation
Leiter und Pressesprecher
Universitätsklinikum Halle (Saale)
Medizinische Fakultät der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Ernst-Grube-Str. 40
06120 Halle (Saale)
Tel: (0345) 557-1032
Fax: (0345) 557-5749

Jens Müller | Universitätsklinikum Halle (Saal
Weitere Informationen:
http://www.uni-halle.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise