Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Best Paper Award für System zur Gasspektroskopie

17.06.2016

Wissenschaftler des IHP, der HU und des DLR erhalten Best Paper Award für ihr System zur Gasspektroskopie - DFG-Projekt erforscht Analyse von Atemgas zur Krankheitsbestimmung

Anlässlich des „9th Global Symposium on Millimeter-Waves (GSMM 2016)/7th ESA Workshop on Millimetre-Wave Technology and Applications” erhielten Wissenschaftler des IHP – Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik, der Humboldt-Universität zu Berlin und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, Institut für Optische Sensorsysteme, den Best Paper Award.


Gebondeter 500 GHz Sender-Chip

© IHP 2016

Der IHP-Wissenschaftler Dr. Klaus Schmalz präsentierte im finnischen Espoo die Ergebnisse zu einem kostengünstigen Gasspektroskopie-System. Die Forscher wollen die Methode der Gasspektroskopie nutzen, um Atemgasanalysen durchzuführen.

Das Paper „Gas Spectroscopy System at 245 and 500 GHz using Transmitters and Receivers in SiGe BiCMOS” beschreibt die Kombination eines Senders und eines Empfängers in einem System, was dieses kompakter und kostengünstiger verglichen mit herkömmlichen Sensorsystemen macht. „Im Vergleich zu unserem ersten Modell, das wir vor zwei Jahren vorgestellt haben, ist unser System deutlich kleiner geworden und erlaubt auch Analysen für den Bereich um 500 GHz.

Wir verwenden außerdem eine neuartige Gasabsorptionszelle“, erläutert Dr. Klaus Schmalz. Diese Gemeinschaftsarbeit von IHP, HU und DLR ist Teil des Projektes „Hochempfindlicher und hochspezifischer Atemgassensor basierend auf Molekülspektroskopie im Millimeterwellenlängenbereich“. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt wird die Methode der Gasspektroskopie nutzen, um Atemgasanalysen durchzuführen.

„Solche Analysen gibt es heute schon: Die ausgeatmete Luft des Menschen enthält viele Komponenten aus denen man Rückschlüsse auf mögliche Krankheiten ziehen kann. Heutige Apparaturen sind allerdings groß, teuer und schwierig in der Handhabung“, erklärt Dr. Klaus Schmalz. Das am IHP entwickelte elektronische System zeichnet sich durch seine integrierten Chips aus, die in der Silizium-Germanium-Technologie des IHP gefertigt wurden.

„Das System hat weitere Ausbaustufen. Wir wollen elektronische Gerätekomponenten durch Schaltkreise ersetzen. Auch die Abmessungen der Absorptionszelle wollen wir deutlich reduzieren. Man könnte beispielsweise ein dünnes langes Rohr als Wellenleiter verwenden, um Platz zu sparen.“ Die Größe eines Schuhkartons für das gesamte System schwebt den Wissenschaftlern des DFG-Projekts vor.

Das IHP ist spezialisiert auf integrierte Schaltkreise. Diese Mikroelektronikkomponten fügt der Projektpartner von der HU Berlin in Kooperation mit dem DLR zum Gesamtsystem des Gassensors zusammen. Ein weiterer Partner im DFG-Projekt ist die Klinik für Pneumologie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, die den Atemgassensor an gesunden und kranken Menschen erproben und auf sein diagnostisches Potenzial evaluieren wird. Diese interdisziplinäre Kooperation wird einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das Potenzial der Atemgasanalyse in der medizinischen Diagnostik weiter zu erschließen.

Das DFG-Projekt gehört zum DFG-Schwerpunktprogramm „Elektromagnetische Sensoren für Life Sciences“, welches die Verbesserung der Lebensqualität durch schnellere, exaktere und einfacher anzuwendende Analyse- und Diagnoseformen erforscht. Das IHP arbeitet an insgesamt drei Projekten aus diesem Programm. Die Forschung für den Gesundheitsbereich ergänzt das Institut durch die Arbeit im Leibniz-Forschungsverbund „Medizintechnik“.

Franziska Wegner | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.ihp-microelectronics.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht BRIESE-Preis 2016: Intelligente automatisierte Bildanalyse erschließt Geheimnisse am Meeresgrund
20.01.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert
20.01.2017 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Helmholtz International Fellow Award for Sarah Amalia Teichmann

20.01.2017 | Awards Funding

An innovative high-performance material: biofibers made from green lacewing silk

20.01.2017 | Materials Sciences

Ion treatments for cardiac arrhythmia — Non-invasive alternative to catheter-based surgery

20.01.2017 | Life Sciences