Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Besser verstehen, wie Menschen sehen

27.09.2010
BMBF vergibt 1,25 Millionen Euro an Bremer Wissenschaftler Udo Ernst/ Staatssekretär Schütte: Bernstein Preis sichert Zukunft der Neuroforscher

Für sein tieferes Verständnis des Sehens hat der Neurowissenschaftler Dr. Udo Ernst von der Universität Bremen den renommierten Bernstein Preis erhalten. Eine internationale Jury hatte den Forscher aufgrund seines hervorragenden Forschungskonzeptes und seiner wissenschaftlichen Leistungen ausgewählt.

Der Bernstein Preis ist mit 1,25 Millionen Euro einer der höchstdotierten Forschungspreise für Nachwuchswissenschaftler in Deutschland. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vergibt die Auszeichnung dieses Jahr zum fünften Mal.

Mit dem international ausgeschriebenen Preis ermöglicht das Ministerium exzellenten Nachwuchsforschern aus dem Gebiet der Computational Neuroscience den Aufbau einer selbständigen Arbeitsgruppe an einer deutschen Forschungseinrichtung.

"Wie unser Wissen den Prozess der Bildverarbeitung beeinflusst, ist eine spannende und herausfordernde Forschungsfrage", sagte BMBF-Staatssekretär Dr. Georg Schütte, als er am Montag in Berlin den Bernstein Preis überreichte. "Die Antworten auf diese Frage können letztlich auch zu neuartigen Therapieansätzen im Bereich der visuellen Neuroprothetik führen."

Der Bernstein Preis hat nach den Worten des Staatssekretärs die Aufgabe, hervorragenden jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern "die bestmöglichen Rahmenbedingungen für ihre wissenschaftliche Karriere zu bieten und sie für den Standort Deutschland zu gewinnen. Außerdem sichern wir so die Zukunft der Neurowissenschaften in Deutschland."

Udo Ernst befasst sich mit der Frage, wie das Gehirn visuelle Informationen verarbeitet. Damit wir sehen können, repräsentiert das Gehirn seine visuelle Umwelt in Form von elektrischer Aktivität der Nervenzellen. Dabei erschafft das Gehirn allerdings nicht ein genaues Abbild seiner Umwelt, sondern es bezieht den jeweiligen Kontext mit ein. Wenn wir zum Beispiel etwas Bestimmtes suchen, blenden wir andere Dinge aus. Auch unser Vorwissen greift in die Bildverarbeitung ein - wir erkennen Formen, die uns bekannt sind, sehr viel schneller und ergänzen dabei unvollständige Konturen. Wie aber greifen Wissen und Kontext in die Bildverarbeitung ein? Dies wird Ernst nun mit Hilfe von computergestützten Modellen neuronaler Netzwerke analysieren.

Udo Ernst hat in Frankfurt Physik studiert sowie in Frankfurt und Göttingen promoviert. Schon bei seiner Promotion beschäftige er sich mit dem visuellen System des Gehirns. Im Jahre 2000 ging Ernst an das Institut für Theoretische Physik an die Universität Bremen und im Jahre 2006 an die École Normale Supérieure in Paris. Seit 2007 ist Ernst wieder in Bremen und als Teilprojektleiter der "Bernstein Gruppe Bremen" bereits in das Bernstein Netzwerk Computational Neuroscience integriert.

Der Bernstein Preis ist Teil des "Bernstein Netzwerkes Computational Neuroscience", das 2004 vom BMBF eingerichtet und durch verschiedene aufeinander aufbauende Fördermaßnahmen weiterentwickelt wird. Das Bernstein Netzwerk ist mit rund 200 Arbeitsgruppen an 24 verschiedenen Standorten inzwischen einer der größten Forschungsverbünde im Bereich der Computational Neuroscience weltweit. Das BMBF fördert das Netzwerk mit einem Gesamtvolumen von rund 150 Millionen Euro.

Weitere Auskünfte gibt der Preisträger
(udo@neuro.uni-bremen.de; 0421 218 62002).

| BMBF Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.bmbf.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2017

23.02.2017 | Veranstaltungen

Wie werden wir gesund alt? - Alternsforscher tagen auf interdisziplinärem Symposium in Magdeburg

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus

23.02.2017 | Förderungen Preise

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Planeten außerhalb unseres Sonnensystems: Bayreuther Forscher dringen tief ins Weltall vor

23.02.2017 | Physik Astronomie