Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Berliner Fischereiprofessor erhält renommierte internationale Auszeichnung

25.05.2012
Für seine sozial-ökologischen Studien zur Angelfischerei wird der Nachwuchswissenschaftler Prof. Dr. Robert Arlinghaus vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei und der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Medaille der britischen Fischereigesellschaft (Fisheries Society of the British Isles, FSBI) ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet im Juli 2012 anlässlich der Jahrestagung der FSBI in Norwich (England) statt.

Viel Zeit für sein Lieblingshobby – das Angeln - hat Robert Arlinghaus nicht mehr. Stattdessen stehen das Verfassen von Publikationen, der Besuch von Konferenzen, die universitäre Lehre und die Betreuung seiner Forschungsgruppe auf dem Terminplan. Doch die akribische Arbeit an dem lang unterschätzten Thema Angelfischerei hat sich gelohnt.

Im Juli erhält der Juniorprofessor auf der Tagung der britischen Fischereigesellschaft „Fisheries Society of the British Isles“ (FSBI) in Norwich die sogenannte FSBI Medaille Dieser Forschungspreis wird einmal jährlich an einen Nachwuchsforscher unter 40 Jahren vergeben, der einen wesentlichen Beitrag zur Fischbiologie oder den Fischereiwissenschaften geleistet hat. Arlinghaus hat seit seiner Promotionszeit die biologische, soziale und ökonomische Bedeutung der Angelfischerei erforscht.

Seit 2006 hat der „Angelprofessor“ in einer gemeinsamen Berufung zwischen der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei eine Juniorprofessur für Binnenfischerei-Management an der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät inne.

Robert Arlinghaus untersucht die Fischerei in Seen und Flüssen mit all ihren Facetten aus einer sozial-ökologischen Perspektive. Damit ist eine fachübergreifende Nachhaltigkeitsforschung gemeint, die biologische Aspekte mit sozialen und wirtschaftlichen Dimensionen der Fischerei verbindet. Besonderes Augenmerk legt der 36-Jährige dabei auf die Hobbyfischerei - ein lange verkanntes aber gesellschaftlich relevantes Thema. In über 200 Veröffentlichungen macht der Preisträger darauf aufmerksam, dass das Angeln in allen Industrienationen einen unterschätzten Stellenwert hat.

In seinen Studien analysierte Arlinghaus sowohl den Einfluss der Angelfischerei auf Gewässer und Fischbestände als auch die Bedeutung des Hobbys für den angelnden Menschen und die Gesellschaft als Ganzes. Dazu werden Methoden aus verschiedensten Disziplinen wie Psychologie, Ökonomie und Fischereibiologie verwendet. Die Ergebnisse fließen in eine verbesserte Bewirtschaftung von Binnengewässern ein.

Derzeit leitet der gebürtige Niedersachse die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Nachwuchsforschergruppe Besatzfisch. Sein Team aus jungen Forscherinnen und Forschern widmet sich ganz den sozialen, ökologischen und ökonomischen Dimensionen der Bewirtschaftungspraxis Fischbesatz. Dabei werden Angelvereine als zentrale Gewässerheger und -pfleger intensiv in die Forschung einbezogen. Der Wissenstransfer zwischen Forschern und der Praxis wird so beschleunigt. Auch in der internationalen Politikberatung ist der Berliner Experte gefragt. So entwickelte Arlinghaus kürzlich für die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen global ausgerichtete Leitlinien für eine verantwortungsvolle Freizeitfischerei.

Der Ausdruck Angel- bzw. Freizeitfischereiforschung mag auf den ersten Blick etwas kurios anmuten. Doch ist der Fang von Fischen mit Rute und Rolle während der Freizeit ein national und international boomender Sektor. In allen Industrienationen sind Angler vor den Berufsfischern die wichtigsten Nutzer von Süßwasserfischbeständen. Hierzulande kommt noch dazu, dass Angler auch die Hauptakteure in der Hege und Pflege von Binnenfischbeständen sind. Die durch Arlinghaus vorgelegten, praxisnahen Forschungsergebnisse tragen durch die intensive Zusammenarbeit mit Angelvereinen zur Verbesserung des Fischereimanagements bei. Diese Arbeiten an der Schnittstelle von Natur- und angewandten Sozialwissenschaften wurden nun durch die Verleihung der FSBI Medaille international gewürdigt.

KONTAKT
Prof. Dr. Robert Arlinghaus
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei
Abteilung Biologie und Ökologie der Fische
Müggelseedamm 310
12587 Berlin
arlinghaus@igb-berlin.de
Weitere Informationen:

http://www.fsbi.org.uk
- Fisheries Society of the British Isles (FSBI)

http://www.igb-berlin.de/mitarbeitende-igb.html?show=211
- Robert Arlinghaus

http://www.besatz-fisch.de
- Besatzfisch

http://www.fao.org/docrep/003/x9066e/x9066e00.htm
- Richtlinie für eine verantwortungsvolle Freizeitfischerei (engl. Code of Practice)

Gesine Wiemer | idw
Weitere Informationen:
http://www.fv-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Mikrophotonik – Optische Technologien auf dem Weg in die Hochintegration
21.07.2017 | VDI Technologiezentrum GmbH

nachricht 1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext
20.07.2017 | Hochschule RheinMain

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Einblicke unter die Oberfläche des Mars

Die Region erstreckt sich über gut 1000 Kilometer entlang des Äquators des Mars. Sie heißt Medusae Fossae Formation und über ihren Ursprung ist bislang wenig bekannt. Der Geologe Prof. Dr. Angelo Pio Rossi von der Jacobs University hat gemeinsam mit Dr. Roberto Orosei vom Nationalen Italienischen Institut für Astrophysik in Bologna und weiteren Wissenschaftlern einen Teilbereich dieses Gebietes, genannt Lucus Planum, näher unter die Lupe genommen – mithilfe von Radarfernerkundung.

Wie bei einem Röntgenbild dringen die Strahlen einige Kilometer tief in die Oberfläche des Planeten ein und liefern Informationen über die Struktur, die...

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungen

Den Nachhaltigkeitskreis schließen: Lebensmittelschutz durch biobasierte Materialien

21.07.2017 | Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblicke unter die Oberfläche des Mars

21.07.2017 | Geowissenschaften

Wegbereiter für Vitamin A in Reis

21.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Geheimnissen der Schwarzen Löcher auf der Spur

21.07.2017 | Veranstaltungsnachrichten