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Malerei hören, Musik sehen - Designpreis für Codesystem

11.12.2007
Angela Nägele und Stefanie Busse entwickeln in ihrer Forschungsarbeit ein Kodierungssystem für unterschiedliche Kunstbereiche. Das System macht Kunst vergleichbar.

Die einzelnen Bereiche der Kunst stehen häufig für sich: Malerei, Poesie und Musik werden unabhängig voneinander betrachtet. Sie sind miteinander kaum vergleichbar. Die Studentinnen Angela Nägele und Stefanie Busse der Hochschule für Gestaltung vertreten einen anderen Ansatz. Ihrer Meinung nach sind diese Kunstformen doch vergleichbar. Dafür entwickelten sie als Semesterarbeit ein ungewöhnliches Kodierungssystem.

Für die Semesterarbeit Musik.Malerei.Poesie überreichte die Red Dot-Jury den Studentinnen in der Zeche Zollverein Essen den Junior Award 2007. Beide studieren an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd im Diplomstudiengang Information und Medien.

Doch wie kodiert man nun Kunst, um sie zu vergleichen? Ausgangspunkt der Studentinnen waren ein Gemälde, ein Gedicht und ein Musikstück des 20. Jahrhunderts. Es gilt diese einzelnen Kunstwerke auf den kleinsten Nenner zu bringen, sagt Angela Nägele. Die kleinsten Nenner sind Quadrat, Silbe und Ton. Diese Elemente können als geometrische Teile in die digitale und reale Welt transformiert, so dass die Studentinnen und später die Betrachter mit diesen Elementen arbeiten können.

Es ist möglich, die digitalen Elemente sichtbar zu machen, man kann sie hören oder dreidimensional darstellen, sagt Stefanie Busse. So lassen sich unterschiedliche Kunstwerke aus Musik, Poesie und Malerei zum Beispiel gleichzeitig betrachten oder hören. Denn die kleinsten Teile geben ein Muster, das Vergleiche möglich macht. Das Ziel sei dem Benutzer der Forschungsarbeit einen neuen Zugang zur Kunst zu verschaffen. Zugleich kann das Projekt Menschen ohne künstlerische Vorbildung helfen, Kunst zu verstehen, sagt Stefanie Busse. Eine weitere Einsatzmöglichkeit wäre zum Beispiel eine Kunst- oder eine Museumsausstellung. Eine dritte Möglichkeit wäre der barrierefreie Ansatz. Menschen mit Sehbehinderungen könnten Gemälde hören, taube Menschen könnten Musik sehen.

Betreut wurde die Arbeit von Tanja Huber, Claudius Schulz und Prof. Hans Krämer.

Ingo Müntz | idw
Weitere Informationen:
http://blutorange.blogspot.com

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