Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Prof. Holger Boche erhält den Leibniz-Preis

07.12.2007
Neue Impulse für die mobile Kommunikationstechnik - für seine Arbeiten an den Mobilfunknetzen der Zukunft wird Prof. Dr.-Ing. Dr. rer.nat. Holger Boche, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI mit dem renommierten Leibniz-Preis 2008 ausgezeichnet und erhält 2,5 Mio Euro.

Prof. Boches Spezialgebiet ist die Datenübertragung für mobile Kommunikation. Dabei geht es nicht ums Telefonieren mit dem Handy, bei dem nur vergleichsweise geringe Datenmengen (9.600 Bit pro Sekunde) anfallen. Für den Forscher wird Datenübertragung erst spannend, wenn es um Milliarden Bit pro Sekunde geht: Die technische Herausforderung liegt darin, diese Datenpakete möglichst Platz sparend zu versenden, gleichzeitig aber auch optimalen Empfang zu garantieren. Jeder will immer und überall auf Informationen – egal ob Bilder, Texte, Audiodateien oder Filme – zugreifen können. Das geht allerdings nur, wenn die Übertragung der Daten koordiniert wird. Die Basisstationen müssen hierfür optimal zusammenarbeiten.

Das ist nicht einfach, wenn sich die Nutzer ständig bewegen und von den Einzugsbereichen unterschiedlicher Stationen hin und her wechseln. Alle Stationen versuchen, einen Kontakt zu dem mobilen Gerät herzustellen, Datenpakete zu senden oder zu empfangen. Je größer diese Pakete werden, desto schneller stoßen die Basisstationen an ihre Kapazitätsgrenze. Jede Verbesserung der Übertragungskanäle hat deshalb, nach Aussagen von Holger Boche, einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Ressourcen im Mobilfunk und beeinflusst insofern die Volkswirtschaft – und zwar schon heute! Deshalb entwickelt er unter anderem neue mathematische Methoden, die helfen die Übertragung zu optimieren.

Die Jury begründete die Preisvergabe »Der Ausbau der Mobilfunktechnik hat in den vergangenen Jahren durch Holger Boche zahlreiche wichtige Impulse erhalten. Auf der Grundlage seiner theoretischen Arbeiten erweiterte Boche das Verständnis komplexer mobiler Kommunikationssysteme und setzte seine Erkenntnisse zugleich technisch für die Standardisierung neuer Mobilfunksysteme um«. Die diesjährigen Preisträger wurden vom zuständigen Nominierungsausschuss aus 158 Vorschlägen ausgewählt.

... mehr zu:
»Datenübertragung

Holger Boche studierte Informationstechnik an der TU Dresden und von 1990 bis 1992 zusätzlich Mathematik. Nach den jeweiligen Diplom-Abschlüssen promovierte Boche in beiden Fächern mit »summa cum laude«. 2002 – mit 32 Jahren – erhielt Boche eine C4-Professor für Mobilkommunikation an der TU Berlin. Seit 2003 leitet er das Fraunhofer German-Sino Lab for Mobile Communications und übernahm 2005 gemeinsam mit Prof. Dr. Hans-Joachim Grallert die Leitung des HHI.

Der Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis
Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG hat drei Wissenschaftlerinnen und acht Wissenschaftler für die Auszeichnung mit dem höchstdotierten deutschen Förderpreis bestimmt. Die Leibniz-Preisträger erhalten eine Fördersumme von bis zu 2,5 Millionen Euro und können diese Mittel in einem Zeitraum von bis zu sieben Jahren flexibel für ihre Forschungsarbeiten einsetzen.

Das Leibniz-Programm wurde 1985 eingerichtet mit dem Ziel, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler zu erleichtern.

Dr. Wolf Reden | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.hhi.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Datenübertragung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie