Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler Hochschulpreis Scientific Award 2007 der BMW Group in München an Nachwuchswissenschaftler verliehen

06.12.2007
Sechs Nachwuchswissenschaftler erhalten heute den renommierten Scientific Award der BMW Group im Rahmen eines Festaktes im Deutschen Museum. Die preisgekrönten Arbeiten setzten sich gegen 241 Bewerbungen aus 25 Ländern durch.

Der Scientific Award der BMW Group, der unter dem Motto "Passion for Innovation" steht, gehört mit insgesamt 70 000 Euro Preisgeld zu den höchst dotierten Preisen für Nachwuchswissenschaftler. Die Auszeichnungen werden alle zwei Jahre vergeben.

Die Themen der diesjährigen Preisträger sind vielfältig, faszinierend und interdisziplinär:

- Laboratorien für Gewebekulturen, die auf einem Chipformat miniaturisiert sind;
- eine Software, die interaktive Animationen von Textilien realitätsgetreu ermöglicht;
- Verarbeitungstechniken, die das Einsatzspektrum von Kohlenstoff-Nanoröhrchen in der Industrie erweitern;
- ein Verfahren, das den Blutfluss im Körper in 3-D visualisiert;
- ein Zündsystem auf Basis eines gepulsten Lasers, das mit höherer Zündenergie die Motorleistung steigert und den Energieverbrauch senkt;
... mehr zu:
»Preisträger

- ein Laser-Messverfahren, das die mechanische Verformbarkeit von Zellen ermittelt und auf diese Weise erstmals Stammzellen berührungslos identifiziert.

Mit dem seit 1991 verliehenen Scientific Award unterstreicht die BMW Group die herausragende Bedeutung von Innovationen und fördert junge Menschen, die mit zukunftsweisenden Forschungsergebnissen die Gesellschaft voranbringen. "Unsere Gesellschaft braucht innovative Lösungen heute mehr denn je, um die globalen Herausforderungen unserer Zeit meistern zu können", sagt Dr.-Ing. Klaus Draeger, Mitglied des Vorstands der BMW AG, Entwicklung, und Schirmherr des Scientific Award.

Minister Riesenhuber würdigt Leistungen bei Festakt im Deutschen Museum Prof. Dr. Heinz Riesenhuber, MdB, Vorsitzender des Kuratoriums des Deutschen Museums und Bundesminister a. D., begrüßt abends beim Festakt im Ehrensaal des Deutschen Museums die zahlreichen Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. BMW AG Vorstand Dr.-Ing. Klaus Draeger überreicht zusammen mit dem Juryvorsitzenden Prof. Dr. rer. nat. Ulrich Walter, Leiter des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik der TU München, die Auszeichnungen an die sechs Preisträger und ihre Professoren.

Die Preisträger und ihre Projekte im Überblick.

Kategorie Dissertationen:

1. Preis: Prof. Ali Khademhosseini,

Massachusetts Institute of Technology (MIT), USA. Statt einer großen Petrischale reicht auch eine Minifläche, um lebende Zellen im Labor zu kultivieren: Prof. Ali Khademhosseini nutzt Verfahren der Mikrosystemtechnik, um kleinste Laboratorien im Chipformat zu bauen. Dank ultrafeiner Strukturen lassen sich die Anordnung und die Wachstumsbedingungen einzelner Zellen darin genau steuern. Die Technik könnte Biologen und Medizinern bisher ungeahnte Therapiemöglichkeiten erschließen - beispielsweise bei der Vermehrung von Ersatzgewebe (Tissue-Engineering).

2. Preis: Dr. Arnulph Fuhrmann, Technische Universität Darmstadt.

Stoffe und die daraus geschneiderten Kleidungsstücke im Computer zu animieren, ist eine rechenintensive Aufgabe. Die virtuellen Textilien müssen sich wie ihre realen Vorbilder um einen Körper legen und dessen Bewegungen folgen können. Dr. Arnulph Fuhrmann entwickelte eine Software, die solche Simulationen realitätsgetreu und in Echtzeit ermöglicht. Seine Animationstechniken geben der Modebranche neue Möglichkeiten, ihre Produkte in einer virtuellen Umgebung zu entwerfen und zu präsentieren.

3. Preis: Dr. Torsten Koker, Universität Karlsruhe (TH).

Setzt man Nanoröhren aus Kohlenstoff (CNT) unter Strom, ziehen sie sich wie Muskelfasern zusammen. Bisher wurde diese faszinierende Eigenschaft technisch kaum genutzt, weil der Industrie passende Verarbeitungsverfahren für die Nanoröhren fehlten. Dr. Torsten Koker entwickelte eine komplette Prozesskette, mit der sich miniaturisierte Aktoren aus CNT herstellen lassen. Diese Bewegungselemente könnten eines Tages unter anderem als Antriebe in medizinischen Implantaten dienen.

Kategorie Diplom-, Magister-, Bachelor- und Masterarbeiten.

1. Preis: Esther-Sabrina Platzer, Universität Koblenz-Landau.

Ärzte können heute mit Hilfe so genannter Angiogramme beobachten, wie das Blut durch die Gefäße eines Patienten strömt. Bisher zeigen die bewegten Tomographiebilder das Gefäßsystem aber nur in zwei Dimensionen. Esther-Sabrina Platzer entwickelte eine spezielle Software, die den Blutfluss auch in 3-D korrekt visualisiert und dafür sogar weniger Röntgenaufnahmen benötigt. Die neue Technik verbessert nicht nur die Analyse, sondern senkt auch die Strahlenbelastung für die Patienten.

2. Preis: Johannes Tauer, Technische Universität Wien.

Der Verbrennungsvorgang in einem Benzin- oder Gasmotor wird normalerweise über einen elektrischen Funken gezündet. In Zukunft könnte energiereiches Laserlicht diese Aufgabe übernehmen. Johannes Tauer entwickelte den Prototypen einer Laserzündkerze, die mit konzentrierten Laserpulsen eine viel höhere Zündtemperatur liefert als konventionelle Zündkerzen. Mit dieser Technik ließe sich die Leistung von Motoren steigern, während zugleich Verbrauch und Schadstoffausstoß sinken.

3. Preis: Franziska Lautenschläger, Universität Leipzig.

Verschiedene Zellen eines Körpers haben nicht nur unterschiedliche Funktionen, sondern auch charakteristische mechanische Eigenschaften. Franziska Lautenschläger entwickelte ein Verfahren, mit dem sich Stammzellen allein anhand ihrer Verformbarkeit identifizieren lassen. Die Technik funktioniert berührungslos mit Laserlicht. Zudem ist der Dehnungstest zur Zellselektion so empfindlich, dass er in der Regel genauere Ergebnisse liefert als die heute in der Forschung üblichen Markerverfahren mit Antikörpern.

Michael Blabst | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.BMWGroup.com

Weitere Berichte zu: Preisträger

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise