Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verleihung des DPZ-Förderpreises 2007

05.12.2007
Der Förderpreis 2007 wird am Donnerstag, den 13.12.07 um 18.00 c.t. im Hörsaal des Deutschen Primatenzentrums verliehen. Die diesjährige Preisträgerin ist Frau Dr. Laura Busse.

Der Förderkreis des Deutschen Primatenzentrums e.V. (DPZ) verleiht jährlich einen Förderpreis für besondere wissenschaftliche Leistungen im Rahmen einer Promotion. Der Förderpreis besteht aus einem Geldpreis und ist verbunden mit einem sechsmonatigen Stipendium an einer Forschungseinrichtung nach Wahl des Preisträgers. Der Preis ist damit einer der höchst dotierten Promotionspreise in Deutschland.

Frau Dr. Busse wurde am 19.09.1977 in Bergisch-Gladbach geborgen. 1997 erlangte sie die Hochschulreife am Spessart-Gymnasium Alzenau. Sie studierte Psychologie an der Universität Leipzig und wechselte nach dem Vordiplom in die neugegründete Max-Planck Research School "Neural & Behavioral Sciences" der Universität Tübingen. Ihren Master in Neurowissenschaften, in dessen Rahmen sie einen 6-monatigen Forschungsaufenthalt an der Duke University in den USA absolvierte, erhielt sie 2001 mit der Gesamtnote A. Als Research Assistant arbeitete Frau Dr. Busse ein weiteres Jahr an der Duke University, bevor sie im Dezember 2002 ihre Promotion am Deutschen Primatenzentrum (DPZ) begann. Seit März 2007 ist Frau Dr. Busse als Postdoc im Smith-Kettlewell Eye Research Institute in San Francisco tätig.

Das Forschungsinteresse der Preisträgerin gilt der Verarbeitung von visueller Information im zentralen Nervensystem und deren Modulation durch Aufmerksamkeit. Das visuelle System des Menschen und anderer Primaten ist mit über 30 kortikalen Arealen hoch entwickelt. Dennoch liefert das visuelle System keine 1:1 Widergabe der Umwelt. Stattdessen werden die sensorischen Repräsentationen ständig an die momentanen Verhaltensziele des Beobachters angepasst, wobei relevante auf Kosten von irrelevanter Information verstärkt werden. Die Aufmerksamkeit, einen dieser adaptiven Mechanismen, hat die Preisträgerin im Rahmen ihrer Doktorarbeit mit dem Thema "Der Einfluss selektiver Aufmerksamkeit auf die sensorische Verarbeitung visueller Bewegung" untersucht. Von der Universität Göttingen erhielt sie 2006 für ihre Arbeit die Note "summa cum laude".

... mehr zu:
»DPZ »Förderpreis

Die Dissertation, die aus einer Kombination von psychophysischen Experimenten mit Humanprobanden und Einzelzellableitungen im visuellen Kortex von Rhesusaffen besteht, fertigte Frau Dr. Busse im DPZ in der Abteilung Kognitive Neurowissenschaften unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Stefan Treue an. Ein Schwerpunkt der Arbeit war der Zeitverlauf von Aufmerksamkeitsprozessen, neurophysiologisch im Gehirn, und psychophysisch auf der Ebene des Verhaltens. Bei ihren Studien stellte sich heraus, dass die Verschiebung des Aufmerksamkeitsfokus komplexe und unerwartete Aktivitätsmuster im visuellen Kortex hervorruft. Diese Erkenntnis stellt die bisherige Lehrmeinung in Frage, wonach Aufmerksamkeit sich zunächst von einem Objekt lösen muss, bevor sie auf einen neuen Reiz gerichtet werden kann.

Eine derartige Grundlagenforschung zur Informationsverarbeitung ist eine wichtige Voraussetzung für ein genaues Verständnis der Prozesse im menschlichen Gehirn und damit langfristig auch von Behandlungsansätzen für neurologische und psychiatrische Erkrankungen.

Dr. Dr. Michael Schwibbe | idw
Weitere Informationen:
http://dpz.eu/
http://dpz.eu/index.php?id=108

Weitere Berichte zu: DPZ Förderpreis

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Der Herr der Magnetfelder: EU verleiht HZDR-Forscher begehrte Forschungsförderung in Millionenhöhe
12.04.2018 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

nachricht ERC Grant: Wie sich Pflanzen an vielfältige Umweltbedingungen anpassen
09.04.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics