Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Preise für UKE-Wissenschaftler: Erfolge bei Forschungen in Unfallchirurgie, Augenheilkunde, Rechtsmedizin und Neurophysiologie

23.11.2007
Mehrere Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) sind jetzt für ihre wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet worden:

Priv.-Doz. Dr. med. Pia Pogoda, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, Prof. Dr. med. Gisbert Richard, Klinik für Augenheilkunde, Dr. rer. nat. Hilke Andresen, Institut für Rechtsmedizin und Constantin von Nicolai, Doktorand am Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie.

Priv.-Doz. Dr. med. Pia Pogoda, Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, hat den mit 5000 Euro dotierten Hans-Liniger-Preis der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie erhalten. Die Auszeichnung wurde ihr für Arbeiten verliehen, die der Entwicklung neuer Behandlungstherapien und -techniken bei Osteoporose dienen sollen.

Um diese Krankheit besser verstehen, innovative Therapien entwickeln und die schwierige chirurgische Behandlung von Brüchen bei Patienten mit Knochenmasseverlustsyndromen vorantreiben zu können, ist die Wissenschaft seit Jahren auf der Suche nach geeigneten Modellsystemen.

Pogoda hatte nun zwei Schafmodelle entwickelt, die bei den verwendeten Tieren zwar zu Osteoporose führen, sie aber nicht hochgradig erkranken lassen, wie dies bei einem Modellsystem anderer Wissenschaftler der Fall gewesen war.

Prof. Dr. med. Gisbert Richard, Klinik für Augenheilkunde, hat den mit 1000 US-Dollar dotierten "Harvey Lincoff Award" des Cornell Medical College, New York, erhalten. Die Auszeichnung wurde ihm für seine Verdienste um die Entwicklung eines Netzhautchips verliehen, der blinden Patienten mit erblichen Netzhauterkrankungen einen Teil des Sehvermögens zurückgeben soll.

Richard hatte die weltweit erste Multicenter-Studie zur sogenannten Akutprüfung geleitet: Bei dieser international durchgeführten Studie war 20 Personen unter örtlicher Betäubung vorübergehend ein drahtloser Netzhautchip eingesetzt worden. Die Patienten konnten damit Lichter, Bewegungen sowie einfache Strukturen erkennen sowie zwischen oben und unten beziehungsweise links und rechts unterscheiden.

Dr. rer. nat. Hilke Andresen, Institut für Rechtsmedizin, hat auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin den mit 500 Euro dotierten Posterpreis für den Bereich Toxikologie erhalten. Die Auszeichnung wurde ihr für eine Arbeit zu "K.-o.-Tropfen" verliehen.

Ein Problem beim Nachweis der für "K.-o.-Tropfen" verwendeten 4-Hydroxybuttersäure (GHB) ist, dass diese in Spuren auch vom Körper selbst produziert wird. Andresens Arbeitsgruppe hatte herausgefunden, dass der Grenzwert für die körpereigene Konzentration im Urin mit sechs Mikrogramm pro Milliliter deutlich unter dem bisher angenommenen Wert von 10 Mikrogramm pro Milliliter liegt.

Dr. med. Dr. rer. nat. Martin Grassberger, Institut für Rechtsmedizin, hat auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin den mit 500 Euro dotierten Posterpreis für den Bereich Morphologie erhalten. Forschungshintergrund der ausgezeichneten Arbeit war die Bestimmung des Todeszeitpunktes bei Leichen.

Grassbergers internationale Arbeitsgruppe hatte untersucht, ob es in verschiedenen geografischen Regionen Unterschiede in der zeitlichen Entwicklung von Larven der blauen Schmeißfliege (Calliphora vicina) auf Leichen gibt. Die Forscher hatten beim Vergleich englischer, griechischer, spanischer und mitteleuropäischer Daten einige Unterschiede gefunden. Ob diese ausschlaggebend für die möglichst korrekte Schätzung des Todeszeitpunktes sind, wäre Thema für weitere Untersuchungen.

Constantin von Nicolai, Doktorand am Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie, hat auf der Tagung der "International Basal Ganglia Society" einen der drei mit 150 Euro dotierten Posterpreise erhalten. Die Auszeichnung wurde ihm für eine Arbeit über Gehirnprozesse zur Steuerung von Bewegungen verliehen.
Nicolai ist Mitglied der Arbeitsgruppe "Basalganglien-Physiologie". Diese geht der Frage nach, welche Gehirnprozesse dazu beitragen, dass sich Parkinson-Patienten im Gegensatz zu gesunden Menschen nicht normal bewegen können.

Nicolai hatte untersucht, wie zwei wichtige Schaltstellen für die Bewegungssteuerung im Gehirn, die motorische Hirnrinde und das sogenannte Striatum, beim Gesunden zusammenarbeiten. Dafür hatte er in Laborversuchen die Aktivität von Nervenzellen, die sich in unterschiedlich schnellen Hirnströmen äußert, mit Mikroelektroden "belauscht" und diese Signale ausgewertet. Er konnte zeigen, dass sich das Zusammenspiel von Nervenzellgruppen in beiden motorischen Zentren beim Wechsel von schnellerer auf langsamere Bewegung und umgekehrt nach einem speziellen Muster verändert. Dies betrifft zwei bestimmte Frequenzbereiche der Hirnströme. Ob diese Veränderung bei an Parkinson-Erkrankten verloren geht, wird derzeit untersucht.

Kathrin Herbst | idw
Weitere Informationen:
http://www.uke.uni-hamburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie