Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Innovationspreise 2007 im Audimax der FH Brandenburg verliehen

23.11.2007
Von Planetenrädern, Untergrundvideos und Glasbeschichtung

In einer feierlichen Veranstaltung im Audimax der Fachhochschule Brandenburg (FHB) haben am heutigen Donnerstag die Gewinner des Innovationspreises 2007 ihre Auszeichnungen erhalten. Die besten "innovativen Lösungen praxisnaher Probleme", eingereicht von jungen Beschäftigten, Unternehmern und Studierenden im Kammerbezirk Potsdam, sind in diesem Jahr:

Platz 1 (Preisgeld: 3.000,- Euro): Tino Gutsche aus Pritzwalk für den Einsatz eines Industrieroboters beim Entgraten großer Zahnräder bei der Zahnradwerk Pritzwalk GmbH

Im Rahmen seiner Ausbildung zum Werkzeugmechaniker lernte Tino Gutsche bei einem Praktikum im Zahnradwerk Pritzwalk das Entgraten großer Zahnräder, so genannter Planetenräder, kennen. Bei einem weiteren Praktikum im BMW-Werk Leipzig befasste er sich mit der Technologie von Industrierobotern. Da im Zahnradwerk Pritzwalk ein älterer Industrieroboter stand, kam er auf die Idee, diesen für das Entgraten (Entfernen von Kanten, Auffaserungen oder Splittern, die beim Herstellungsvorgang entstanden sind) der Planetenräder einzusetzen. Er untersuchte die Machbarkeit des Projekts, besuchte einen Grundkurs zur Roboterprogrammierung, plante den Aufbau einer Roboterzelle, entwickelte die notwendigen Halterungen und wählte geeignete Feilen und Fräswerkzeuge aus. Neben Verbesserungen der Arbeitsbedingungen und -ergebnisse konnte durch den Industrieroboter die Bearbeitungszeit um zwei Drittel reduziert werden. Seit 1. August 2007 ist Tino Gutsche Facharbeiter im Zahnradwerk Pritzwalk, wo er u. a. den Roboter in die Produktion einbindet. Angedacht ist eine Kooperation mit der FH Brandenburg zur Optimierung des Roboters, z. B. der Umstellung der Antriebstechnik von pneumatisch (mit Luftdruck) auf elektrisch. Die Planetenräder werden u. a. in Windkraftanlagen eingesetzt.

Platz 2 (2.000 Euro): Stefan Schmidt aus Kyritz für die Fernübertragung von Kanalinspektionsaufnahmen zur schnellen Schadenbegutachtung und -bewertung bei der INDUKA Service GmbH in Pritzwalk

Bei der Reinigung eines unterirdischen Kanals stellten die Mitarbeiter der INDUKA Service GmbH häufig Schäden fest, deren Beseitigung nicht beauftragt worden war. Bisher musste der Einsatz abgebrochen werden, weil erst nach der Analyse der Videoaufnahmen in der Zentrale dem Kunden detaillierte Angaben gemacht und ihm ein neues Angebot erstellt werden konnte. Stefan Schmidt, der an der FH Brandenburg das Studium der Wirtschaftsinformatik erfolgreich abgeschlossen hat, entwickelte in seiner Diplomarbeit für die Pritzwalker Firma ein System, mit dem Videosequenzen über Mobilfunknetze und Internet in die Zentrale übertragen werden können, wo sie sofort von einem technischen Leiter ausgewertet werden können. Dieser Mitarbeiter muss also nicht mehr selbst zum Ort des Geschehens fahren. Im Idealfall können die Schäden noch im selben Einsatz beseitigt werden. Stefan Schmidt wurde Ende vergangenen Jahres von der INDUKA Service GmbH als Innovationsassistent übernommen.

Platz 3 (1.000 Euro): Marcus Dröscher aus Rathenow für das Beschichtungsverfahren "Japsis" zum Schutz vor Glaskorrosion, entwickelt für das Unternehmen 1-NANO G.L.A.S.S. aus Brandenburg an der Havel

Insbesondere in Schwimmbädern und Wellness-Einrichtungen kommt es an Glasscheiben zu Korrosion, verursacht vor allem durch Spritzer von Chlorwasser, aber auch durch Umwelteinflüsse. Sichtbar wird diese Korrosion durch die Eintrübung der Scheiben wegen der Ablagerung von Kalk und anderen Substanzen. Dies verringert zum einen die Attraktivität des Gebäudes, zum anderen gefährdet die Korrosion die Struktur der Glasscheibe. Schließlich bleibt oft nur der teure Austausch der Scheibe. Marcus Dröscher, der 2006 sein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der FH Brandenburg erfolgreich abgeschlossen hat, entwickelte für die Firma 1-NANO G.L.A.S.S., die er gemeinsam mit Horst Jung gründete, ein Verfahren zur Beseitigung der Korrosionsspuren und der anschließenden Versiegelung des Glases. In Zusammenarbeit mit externen Partnern (darunter die FH Brandenburg) entstand die Beschichtungslösung "Japsis", die hydrophob (wasserabweisend), optisch transparent und stabil gegen Glaskorrosion ist. Nach der Beseitigung der Ablagerungen wird ein so genanntes Nanosol aufgesprüht, dessen winzige Partikel durch Wärmestrahlung von ca. 80 Grad Celsius zu einer abriebfesten Oberfläche reagieren. Statt des Abschleifens der Scheibe oder deren Austausch wurde hier eine Lösung gefunden, die Zeit und Kosten für die Beseitigung der Korrosionsschäden deutlich reduziert. Weitere Anwendungsbereiche, z. B. in der Schifffahrt, sind möglich.

Stefan Parsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-brandenburg.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie

Ostfalia forscht an Ultraleichtflugzeug mit Elektroantrieb

19.10.2017 | Verkehr Logistik

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungsnachrichten