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Heraeus Technologietag – Innovationspreise 2007

19.11.2007
Prämierte Produkte erschließen neue Märkte und schaffen neue Technologie-Plattformen
• Quarzglasreaktor zur Herstellung hochreiner pharmazeutischer Tumorwirkstoffe beste Heraeus Innovation 2007

Ein Quarzglasreaktor, mit dem pharmazeutische Wirkstoffe zur Tumorbekämpfung wie Irinotecan kostengünstig und in hohen Ausbeuten durch eine photolytische Reaktion hergestellt werden, eine neue Generation von langzeitstabilem synthetischem Quarzglas für Linsensysteme für die Mikrolithografie zur Herstellung von Mikrochips und eine verblüffende Kombination aus Flussmittel und besonders feinen Lotpulvern zur sauberen Verarbeitung moderner elektronischer Bauteile – dies sind die preiswürdigen Entwicklungen, die mit dem Heraeus Innovationspreis 2007 ausgezeichnet wurden.


Heraeus Innovationspreise 2007 (v. l.): Dr. Frank Heinricht, Paul Niemczura (3. Platz), Dr. Stephan Thomas (2. Platz), Silvia Werner (1. Platz), Dr. Jürgen Heraeus (Aufsichtsratsvorsitzender) und Dr. Wulf Brämer (Heraeus Innovationsmanagement) (Foto: Heraeus)

Den mit 2500 Euro dotierten ersten Preis erhielt Silvia Werner vom Konzernbereich W. C. Heraeus, den zweiten Platz belegte Dr. Stephan Thomas, Heraeus Quarzglas, für die Entwicklung von Suprasil 501. Paul Niemczura, ebenfalls W. C. Heraeus, belegte mit dem speziellen Flussmittel Platz drei. Auf dem Heraeus Technologietag 2007 in Hanau stellte Dr. Frank Heinricht, stellv. Vorsitzender der Geschäftsführung der Heraeus Holding GmbH, die innovativen Produkte vor. Der Innovationspreis wurde bereits zum fünften Mal vergeben. Mit 37 Einreichungen erreichte der interne Wettbewerb einen neuen Teilnehmerrekord. Mit dem Preis will der Edelmetall- und Technologiekonzern die oftmals verborgenen Innovationen im Unternehmen sichtbar machen und gleichzeitig die Leistungen und Talente der Forscher und Entwickler anerkennend würdigen.

„Innovationen sollen neue Marktsegmente erschließen und Plattformen für neue Technologien für unser Unternehmen ermöglichen – genau diese Ziele haben die aktuellen Innovationspreisträger erreicht“, hob Dr. Frank Heinricht hervor. Derzeit verfügt Heraeus über mehr als 4300 Patente, setzt rund 60 Mio. Euro jährlich für Forschung und Entwicklung ein, über 350 F&E-Mitarbeiter sorgen in 25 Entwicklungszentren weltweit für innovativen Nachschub. Wie wichtig Innovationen für das Unternehmen sind, zeigt sich an der Messgröße "Innovationsrate", die bei über 20 % liegt. Die Innovationsrate gibt den Anteil am Produktumsatz an, der mit Produkten erzielt wird, die jünger als drei Jahre sind.

1. Platz: Neuer Quarzglasreaktor erzeugt Tumorwirkstoff in hohen Ausbeuten

Bei der Herstellung platinhaltiger Wirkstoffe zur Krebsbekämpfung zählt Heraeus zu den weltweiten Marktführern. Das Unternehmen hat in den letzten Jahren sein Produktportfolio auch auf rein organische Wirkstoffe ausgeweitet, da der Patentschutz für viele diese Verbindungen ausläuft und die Herstellung als Generika einen interessanten Markt verspricht. Zu diesen Wirkstoffen zählt auch das aus einem Pflanzensubstrat durch Photolyse (also durch Licht aktivierte chemische Reaktionen) hergestellte Irinotecan, das bei der Tumorbekämpfung bei Dick- und Mastdarmkrebs angewendet wird. Jährlich werden rund 200 Kilogramm von der pharmazeutischen Industrie verarbeitet. Silvia Werner von der Business Unit Pharma der W. C. Heraeus GmbH hat eine neue Herstellungsmethode für den hochwertigen Wirkstoff entwickelt. Mittels eines beschichteten Quarzglasreaktors und ultravioletten Strahlern gelingt es, aus einer Reaktionslösung durch Photolyse Irinotecan in hoher Ausbeute und hochrein zu gewinnen. Im Vergleich zu gängigen Photolysereaktoren ermöglicht das von Heraeus entwickelte System eine kontinuierliche Synthese, ist platzsparender und kostengünstiger, da konzentrierte Reaktionslösungen eingesetzt werden können und somit weniger Lösemittel benötigt wird. Bei dem neuen Reaktor konnte das Entwicklungsteam das Know-how verschiedener Konzernbereiche von Heraeus nutzen.

2. Platz: Suprasil 501 - Langzeitstabiles Quarzglas für Mikrolithografie

Bei der Mikrolithografie, bei der über verschiedene Fotomasken die bis zu 45 Nanometer (ein Nanometer entspricht dem Millionstel eines Millimeters) kleinen Strukturen der hochkomplexen integrierten Schaltungen auf den Silizium-Wafer projiziert werden, bilden Linsensysteme aus blasenfreiem, optisch höchst homogenem Quarzglas die winzigen Chip-Strukturen ab. Die Speicherdichte und Leistung von Mikrochips verdoppelt sich alle zwei bis drei Jahre. Entsprechend werden immer neue Generationen von Objektiven benötigt, die immer feinere Strukturen abbilden können. Mit dieser Entwicklung müssen auch die synthetischen Quarzgläser mithalten. Mit Suprasil 501 haben Dr. Stephan Thomas und sein Team von der Heraeus Quarzglas GmbH eine besonders langzeitstabile Quarzglas-Generation entwickelt. In seinem Leben als Linsenmaterial in Stepperoptiken muss Quarzglas beispielsweise den Beschuss von über 200 Milliarden Laserpulsen unbeschadet überstehen und darf dabei nur geringste Abweichungen im Brechungsindex oder Transmissionsverluste aufzeigen. Diese Anforderungen erfüllt Suprasil 501. Das liegt daran, dass im Glas vorhandene Wasserstoffmoleküle laserinduzierte Defektzentren wieder ausheilen können, die ansonsten eine Verschlechterung der hervorragenden optischen Eigenschaften verursachen würden.

3. Platz: Flussmittel - Kein Wegrollen von Lotkugeln auf Leiterplatten

Mit der Entwicklung eines innovativen Flussmittels haben Paul Niemczura und Team von der W. C. Heraeus GmbH ein ärgerliches Problem bei der Herstellung von modernen elektronischen Bauteilen für die Halbleiterindustrie gelöst. Komplexe elektronische Schaltungen z.B. für die Automobilelektronik oder High-Definition-TV (HDTV) bestehen aus vielen kleinen Bauteilen, die mit zinnhaltigen Lotkugeln mit den dazugehörigen Leiterbahnen auf der Schaltung verlötet werden, um eine elektrische Verbindung herzustellen. Beim Verbinden der Kugeln mit der Leiterbahn passiert es mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit, dass die Kugel während des Lötvorganges vom Substrat wegrollt, was später zu Fehlfunktionen im Bauteil führt. Bei der Neuentwicklung von Heraeus wird einem speziell entwickelten Flussmittel eine bestimmte Menge feinsten Lotpulvers zugefügt. Dieses spezielle Flussmittel-Gemisch bewirkt, dass die Lotkugeln beim Verlöten fixiert werden und so nicht mehr wegrollen.

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen, dessen Geschäftsfelder die Bereiche Edelmetalle, Sensoren, Dental- und Medizinprodukte, Quarzglas und Speziallichtquellen umfassen. Mit einem Umsatz von über 10 Milliarden Euro und weltweit mehr als 11.000 Mitarbeitern in über 100 Gesellschaften ist Heraeus seit mehr als 150 Jahren ein weltweit anerkannter Edelmetall- und Werkstoffspezialist.

Weitere Informationen:
Dr. Jörg Wetterau
Konzernkommunikation
Heraeus Holding GmbH
Heraeusstraße 12-14
63450 Hanau
Telefon: +49 (6181) 35-5706
E-Mail: joerg.wetterau@heraeus.com

Dr. Jörg Wetterau | Heraeus Holding GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus.com
http://www.heraeus.de

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