Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Metall-Materialeigenschaften elektronisch steuern

15.11.2007
Nanotechnologie-Forschungspreis des Landes Steiermark geht an TU-Physiker Roland Würschum

Moderne Kommunikationstechnologien sind ohne Mikroelektronik nicht mehr denkbar: In jedem Mobiltelefon, PC oder Flachbildschirm stecken winzige Halbleiter-Bauteile, die die Geräte steuern. Das elektronische Beeinflussen von Eigenschaften war bisher aber nur bei nichtmetallischen Materialien möglich.

Einer Wissenschaftergruppe des Instituts für Materialphysik der TU Graz ist es gelungen, Metalle mit spezieller Nano-Struktur zu erzeugen und deren Eigenschaften elektronisch zu steuern. Für die herausragende Forschungsarbeit verlieh das Land Steiermark gestern, Dienstag, 13. November 2007, den Forschungspreis für Nanowissen-schaften und Nanotechnologien in der Kategorie Grundlagenforschung an Institutsleiter Roland Würschum. Auszeichnungen gab es auch für zwei weitere TU-Absolventen: Georg Heimel, ehemaliger Mitarbeiter des Instituts für Festkörperphysik, wurde in der Kategorie Grundlagenforschung prämiert; Stefan Kappaun, bis Sommer Mitarbeiter am Institut für Chemische Technologie Organischer Stoffe, wurde in der Kategorie Nachwuchsförderung geehrt.

Nanotechnologie gilt als zukunftsweisend, neue Erkenntnisse tragen zur Entwicklung von Materialien, Technologien und Produkten bei, deren Potenzial oft noch gar nicht abschätzbar ist. "Wir arbeiten nicht an den Materialien von morgen, sondern von übermorgen", erklärt Physiker Roland Würschum die Faszination seines Arbeitsgebietes. Für seine erfolgreiche Grundlagenforschung im Reich der kleinen Größen erhielt er gestern mit dem Nano-Preis des Landes Steiermark eine hohe Auszeichnung. "Das grundlegend Neue an meiner Arbeit ist, dass wir mit elektrischer Spannung die Eigenschaften metallischer Materialien steuern können, wenn man diese nanostrukturiert", erklärt der Wissenschafter.

Mehr Möglichkeiten

Das Steuern von Eigenschaften funktionierte bisher nur in Halbleitern und Isolatoren. "Die Eigenschaften von Metallen lassen sich unter üblichen Bedingungen nicht durch elektrische Felder beeinflussen", so Preisträger Würschum. Möglich wird dies mit Hilfe spezieller Nano-Oberflächen: "Mit Methoden der Nanotechnologie erzeugen wir poröse Metalle, die aus besonders feinen Kristallen bestehen. Durch den hohen Anteil an Oberflächen dieser winzigen Strukturen gelingt es, die Eigenschaften mit Hilfe elektrischer Spannung gezielt zu verändern." Würschum und seine Mitarbeiter zeigten, dass sich neben der elektrischen Leitfähigkeit auch das magnetische Verhalten von Metallen steuern lässt.

Wissenschaftlicher Werdegang

Roland Würschum studierte Physik an der Universität Stuttgart. 1989 promovierte er mit einer Arbeit über die "Untersuchung von Fehlstellen in Halbleitern mit der Positronenzerstrahlung"'. 1994 war Würschum als Forschungsstipendiat am Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart tätig. Die Habilitation folgte 1997. Nach einem Forschungsaufenthalt am Massachussetts Institute of Technology (MIT) in den USA wirkte er am Institut für Nanotechnologie des Forschungszentrums Karlsruhe. Im Jahr 2000 wurde der Familienvater zum Professor für Materialphysik an der TU Graz berufen, wo er seit 2001 das gleichnamige Institut leitet.

Rückfragen:
Mag. Alice Senarclens de Grancy
Pressesprecherin
Email alice.grancy@TUGraz.at
Tel 0316 873 6006
Mobil 0664 60 873 6006

Alice Senarclens de Grancy | idw
Weitere Informationen:
http://www.TUGraz.at

Weitere Berichte zu: Grundlagenforschung Metall Nanotechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht BRIESE-Preis 2016: Intelligente automatisierte Bildanalyse erschließt Geheimnisse am Meeresgrund
20.01.2017 | Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde

nachricht Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert
20.01.2017 | University of Twente

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise