Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chemie-Preis für Erforschung molekularer Schalter

09.11.2007
Dr. Lars Schäfer vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen wird mit dem FIZ-CHEMIE-Preis 2007 ausgezeichnet. Die Gesellschaft Deutscher Chemiker ehrt den Nachwuchswissenschaftler damit für seine Arbeiten über die komplexe Interaktion von Licht mit biologischen Makromolekülen.

Der mit 500 Euro dotierte Preis wird ihm am 12. November auf einer Fachtagung in Goslar überreicht, wo der Forscher auch seine Arbeiten vorstellt.

Mit dem Preis des Fachinformationszentrums (FIZ) Chemie in Berlin würdigt die Gesellschaft Deutscher Chemiker besondere Forschungsleistungen zur Weiterentwicklung des Fachgebiets Chemoinformatik. Einer der beiden Preisträger dieses Jahres ist der Chemiker und Biophysiker Dr. Lars Schäfer. Während seiner Dissertation in der Abteilung "Theoretische und computergestützte Biophysik" von Prof. Helmut Grubmüller klärte Schäfer gleich drei verschiedene lichtgetriebene Prozesse auf, die eine biologische oder nanotechnologische Anwendung haben.

So fand der Nachwuchswissenschaftler den Mechanismus heraus, wie ein fluoreszierendes Protein über Licht an- und wieder ausgeschaltet wird. Ein solch molekularer Lichtschalter wird unter anderem in der hochauflösenden optischen Mikroskopie eingesetzt und in der Krebsforschung angewendet. Auch entdeckte Schäfer, welche Eigenschaften die Photostabilität unserer Erbsubstanz - der DNA - bewirken. Diese Photostabilität verhindert beispielsweise, dass bei starker Sonneneinstrahlung DNA-Schäden und als Folge Krebs entstehen. Ein Verständnis der zugrundeliegenden Eigenschaften der Erbsubstanz ist auch der Schlüssel zu einem Einsatz von DNA im Bereich molekularer Elektronik. Darüber hinaus untersuchte der Forscher die Eigenschaften einer Molekülkette (Polymer), die sich durch Licht in ihrer Länge verändern lässt. Seine Erkenntnisse nutzte Schäfer, um die elastischen Eigenschaften des Polymers zu optimieren. Licht-schaltbare Polymere könnten zukünftig als opto-mechanische Energiewandler in der Nanotechnologie eingesetzt werden. Zur Aufklärung all dieser Prozesse verwendete Schäfer modernste Berechnungsmethoden in Computersimulationen.

... mehr zu:
»Chemie-Preis »Chemiker »Polymer »Protein

Zur Person: Nach dem Studium der Chemie an der Technischen Universität Braunschweig wechselte Lars Schäfer im Oktober 2003 an das Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie. Dort promovierte er bei Prof. Helmut Grubmüller, Direktor der Abteilung "Theoretische und computergestützte Biophysik". Derzeit untersucht Schäfer als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung neben lichtgetriebenen Prozessen auch die Entfaltung von Proteinen.

Rückfragen bitte an:
Dr. Lars Schäfer, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie, Abteilung Theoretische und computergestützte Biophysik, Am Fassberg 11, 37077 Göttingen, Tel: (0551) 201 -2305, Fax:-2302, eMail: lschaef2@gwdg.de

Dr. Carmen Rotte | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpibpc.mpg.de/

Weitere Berichte zu: Chemie-Preis Chemiker Polymer Protein

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Sechs innovative Projekte sind im Rennen um den begehrten European Health Award 2017
17.08.2017 | European Health Forum Gastein

nachricht ERC-Grants: Fünf neue Projekte an der LMU
11.08.2017 | Ludwig-Maximilians-Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Scharfe Röntgenblitze aus dem Atomkern

17.08.2017 | Physik Astronomie

Fake News finden und bekämpfen

17.08.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Effizienz steigern, Kosten senken!

17.08.2017 | Messenachrichten