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Wie die Zelle ihren Proteinmüll entsorgt: UKE-Molekularbiologe ausgezeichnet

02.11.2007
Großer Erfolg für einen Nachwuchswissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE): Dr. rer. nat. Thorsten Hoppe, Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH), wurde von der Europäischen Molekularbiologischen Organisation (EMBO) mit der Aufnahme in deren renommiertes "Young Investigator Programme" als einer der besten europäischen Nachwuchsforscher im Bereich der Lebenswissenschaften ausgezeichnet.

Der 37-jährige Leiter der Forschergruppe "Neuronaler Proteinabbau" am ZMNH wurde für seine Arbeiten zum zellulären Abfallentsorgungssystem für Proteine geehrt. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 45 000 Euro verbunden.

Beim Abfallentsorgungsprozess in der Zelle werden ausgediente oder geschädigte Proteine zunächst von einer Vielzahl von Enzymen erkannt und mit einem weiteren Protein, dem Ubiquitin, verknüpft. Die mit Ubiquitin markierten Proteine werden dann zum "Fleischwolf" der Zelle, dem Proteasom, transportiert und dort in ihre einzelnen Aminosäuren zerlegt.

Bei seinen Untersuchungen am nur einen Millimeter langen Fadenwurm Caenorhabditis elegans fand Hoppes Team unter anderem heraus, dass bestimmte am Ubiquitin-Proteasom-System beteiligte Enzyme eine wesentliche Rolle bei der Regulation der Muskelentwicklung spielen. Sind sie nicht vorhanden oder fehlerhaft, ist das zelluläre Abfallentsorgungssystem gestört. Dies führt zu einer erblich bedingten Muskelerkrankung, der Einschlusskörpermyopathie. Bei dieser Krankheit treten die ersten Symptome im Alter von circa 40 bis 45 Jahren auf. Nach etwa fünf bis sechs Jahren stirbt der Patient an Muskelschwäche. Die Erkenntnisse der ZMNH-Forschergruppe bieten neue Forschungsansätze auf der Suche nach Diagnose- und Therapiemöglichkeiten für diese Erkrankung.

Jährlich bewerben sich rund 200 bis 250 Kandidaten um die begehrte EMBO-Förderung, die eingerichtet wurde, um junge Wissenschaftler in deren ersten Jahren als selbstständige Gruppenleiter zu unterstützen. In diesem Jahr wurden insgesamt 18 Kandidaten, darunter drei Forscher aus Deutschland, ausgewählt. Außer dem Preisgeld erhalten sie und die Mitglieder ihrer Arbeitsgruppen zum Beispiel Hilfe beim Kontaktaufbau zu anderen Forschern und beim internationalen wissenschaftlichen Austausch, Gelder für die Teilnahme an internationalen Symposien sowie Kurse in Labormanagement. Außerdem steht ihnen ein EMBO-Mitglied als Mentor zur Seite.

Informationen für Journalisten:
Dr. Thorsten Hoppe, Tel.: 040/42803-6274, E-Mail: thorsten.hoppe@zmnh.uni-hamburg.de

Kathrin Herbst | idw
Weitere Informationen:
http://www.uke.uni-hamburg.de

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