Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Allergien aus dem Mutterleib

29.10.2007
Geburtshelfer und Soziologen der Universität Jena erringen Posterpreis bei Allergologen-Kongress

Gegen Allergien hat die sogenannte sublinguale Immuntherapie (SLIT) gute Erfolgsaussichten nachgewiesen. SLIT ist eine Art Schluckimpfung gegen jene Substanz, durch die eine Allergie verursacht wird. Die positiven Effekte sind meistens während oder sofort nach der Therapie beobachtet worden.

"Nur wenige Daten sind bisher zur Langzeit-Wirkung vorhanden", weiß PD Dr. Udo Markert von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Daher hat der Leiter des Plazenta-Labors der Universitäts-Frauenklinik in den letzten zwei Jahren drei Langzeitstudien zur Wirksamkeit der SLIT durchgeführt. Noch sind nicht alle Ergebnisse ausgewertet und publiziert worden. Die bisherigen Analysen zeigen jedoch, dass "nach einer SLIT eine anhaltende Verbesserung bei der Mehrheit der Patienten hinsichtlich aller analysierten Symptome auftraten", fasst Markert die Ergebnisse zusammen.

Während die Auswertungen der Studien noch andauern, konnten die Jenaer Wissenschaftler für die Präsentation ihrer bisherigen Resultate bereits einen Preis erringen. Beim diesjährigen deutschen Allergologen-Kongress in Lübeck sind sie jetzt mit einem Posterpreis ausgezeichnet worden. Sie hatten für ihre Studien 233 Telefon-Interviews mit behandelten Patienten aus ganz Deutschland geführt. Der dabei verwendete Fragebogen ist in enger Abstimmung mit dem Soziologen Thomas Engel erstellt worden, da das Institut für Soziologie der Jenaer Universität große Erfahrungen auf dem Gebiet der Telefonbefragungen hat. "Als Grundlagenwissenschaftler in einem immunologisch-biochemisch orientierten Labor war ich sehr überrascht, dass man mit dieser für unseren Bereich unkonventionellen Methode der Telefon-Interviews und in der Kombination Geburtshelfer mit Soziologen einen wissenschaftlichen Preis erhalten kann", kommentiert Udo Markert. "Ich fühle mich deswegen sehr motiviert, auch auf diesem Gebiet weiterzuarbeiten", so der Leiter des Jenaer Plazenta-Labors weiter.

Die Plazenta-Forscher beschäftigen sich u. a. mit Allergien und deren Therapien. Dabei gehen sie auch einer wichtigen Hypothese zur stetig steigenden Anzahl vor allem ganz junger Allergiker nach: Zusätzlich zu genetischen Faktoren erhält der Fötus bereits im Mutterleib eine erste Prägung für die Bereitschaft, im späteren Leben Allergien zu entwickeln, wenn die Mutter unter einer ausgeprägten Allergie-Symptomatik während der Schwangerschaft leidet. Hierzu werden nach der Geburt Plazenten von Allergikerinnen dem Allergen ausgesetzt und die Auswirkungen untersucht. Die Jenaer Ergebnisse bestätigen die Hypothese.

Kontakt:
PD Dr. med. Udo Markert
Frauenklinik der Friedrich-Schiller-Universität Jena
07740 Jena
Tel.: 03641 / 933763
E-Mail: udo.markert[at]med.uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.placenta-labor.de
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: Allergie Mutterleib Plazenta-Labor SLIT Soziologe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Über zwei Millionen für bessere Bordnetze
28.04.2017 | Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: TU Chemnitz präsentiert weltweit einzigartige Pilotanlage für nachhaltigen Leichtbau

Wickelprinzip umgekehrt: Orbitalwickeltechnologie soll neue Maßstäbe in der großserientauglichen Fertigung komplexer Strukturbauteile setzen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bundesexzellenzclusters „Technologiefusion für multifunktionale Leichtbaustrukturen" (MERGE) und des Instituts für...

Im Focus: Smart Wireless Solutions: EU-Großprojekt „DEWI“ liefert Innovationen für eine drahtlose Zukunft

58 europäische Industrie- und Forschungspartner aus 11 Ländern forschten unter der Leitung des VIRTUAL VEHICLE drei Jahre lang, um Europas führende Position im Bereich Embedded Systems und dem Internet of Things zu stärken. Die Ergebnisse von DEWI (Dependable Embedded Wireless Infrastructure) wurden heute in Graz präsentiert. Zu sehen war eine Fülle verschiedenster Anwendungen drahtloser Sensornetzwerke und drahtloser Kommunikation – von einer Forschungsrakete über Demonstratoren zur Gebäude-, Fahrzeug- oder Eisenbahntechnik bis hin zu einem voll vernetzten LKW.

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction geklungen hätte, ist in seinem Ansatz bereits Wirklichkeit und wird in Zukunft selbstverständlicher Teil...

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationaler Tag der Immunologie - 29. April 2017

28.04.2017 | Veranstaltungen

Kampf gegen multiresistente Tuberkulose – InfectoGnostics trifft MYCO-NET²-Partner in Peru

28.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Traumata, Sprachbarrieren, Infektionen und Bürokratie – Herausforderungen

27.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über zwei Millionen für bessere Bordnetze

28.04.2017 | Förderungen Preise

Symbiose-Bakterien: Vom blinden Passagier zum Leibwächter des Wollkäfers

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wie Pflanzen ihre Zucker leitenden Gewebe bilden

28.04.2017 | Biowissenschaften Chemie