Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Tumormodelle und Herzgefäßabbildungen

11.10.2007
Jacqueline Michaelis entwickelte ein neuartiges Tumormodell, das einen funktionierenden Blutkreislauf enthält. Michael Kurzschenkel untersuchte bildgebende Systeme für das schlagende Herz. Für ihre Masterarbeiten werden sie mit dem Hugo-Geiger-Preis geehrt.

Medikamente müssen gründlich getestet werden, bevor der Patient sie schlucken oder der Arzt sie ihm spritzen darf. Bringen sie die erhoffte Wirkung? Welche Nebenwirkungen treten auf? Für Krebsmedikamente könnte künftig ein neues Teststystem - ein 3D-Tumormodell - solche Fragen beantworten. Jacqueline Michaelis legte während ihrer Masterthesis am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart die Grundlage dafür und erhielt den 2. Hugo-Geiger-Preis für Life-Sciences.

"Das Einzigartige an diesem Tumormodell ist, dass es einen funktionierenden Blutkreislauf enthält", sagt Michaelis. "Es besteht nicht nur aus Tumorzellen wie herkömmliche Testsysteme, sondern auch aus Endothelzellen, die die Blutgefäße auskleiden. Diese Zellen bilden eine natürliche Barriere zwischen Blutkreislauf und Tumor." Forscher bräuchten neue Krebsmedikamente zur Prüfung dann nicht mehr direkt auf die Tumorzellen zu geben, sondern könnten sie in den Blutkreislauf des Modells einbringen.

"Damit müssen die Wirkstoffe zunächst die Barriere aus Endothelzellen überwinden, um aus dem Blutkreislauf zum Tumor zu gelangen. Dort erst entfalten sie ihre Wirkung. Mit diesem Modell kommen wir der natürlichen Situation im Körper sehr viel näher als mit den bisherigen Modellen." Künftig wäre es sogar denkbar, patienteneigene Zellen des Tumors zu entnehmen und so individualisierte Therapien durchzuführen. Denn jeder Körper reagiert anders auf eine Krebstherapie.

... mehr zu:
»Blutkreislauf »Tumormodell

Der 3. Preis ging an Michael Kurzschenkel. Am Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme IMS untersuchte der Diplom-Ingenieur, in wie weit es möglich ist, endoskopisch durch das Blut hindurch Strukturen im Gefäßsystem abzubilden - insbesondere im Herzen. Mit dem neuartigen bildgebenden Verfahren könnte das bluterfüllte, schlagende Herz von innen betrachtet werden. Bisher fehlen solche Bildgebungsverfahren, da das Blut für Licht undurchlässig ist.

"Meine Masterarbeit war Teil eines Projekts, bei dem ein solches Diagnostikelement entwickelt werden soll: Ärzte könnten so unter anderem gefäßbedingte Herzerkrankungen besser behandeln", sagt Kurzschenkel. Der Clou: Dieses Gerät, das wie ein Herzkatheter eingeführt wird, soll nicht mit sichtbarem Licht in das schlagende Herz hineinschauen, sondern mit infrarotem Licht. "Ich konnte nachweisen, dass eine Bildgebung im infrarotem Bereich auch durch Blut hindurch in einer guten Auflösung und Durchdringungstiefe möglich ist", fasst Kurzschenkel seine Ergebnisse zusammen. Mit seinen Untersuchungen legte er die Basis für die Entwicklung eines solchen Angioskops. Das Marktpotenzial des Geräts wird sehr hoch eingeschätzt.

Dr. Janine Drexler | idw
Weitere Informationen:
http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2007/10/Mediendienst10s2007Thema6.jsp

Weitere Berichte zu: Blutkreislauf Tumormodell

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Dr. Philipp Schommers erhält Förderpreis für Klinische Infektionsforschung
16.10.2017 | Uniklinik Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz