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Innovationspreis für Alzheimer-Forscher

10.10.2007
Wissenschaftler der Freien Universität Berlin wurden auf der Biotechnica ausgezeichnet

Ein Forscherteam um Professor Gerd Multhaup von der Freien Universität Berlin hat den erstmals ausgeschriebenen Innovationspreis der BioRegionen in Deutschland erhalten. Die Wissenschaftler sind für ein neu entwickeltes Verfahren ausgezeichnet worden, mit dem die Alzheimer-Erkrankung bereits in ihrem Anfangsstadium diagnostiziert werden kann. Der Innovationspreis wurde den Forschern der Freien Universität heute auf der Biotechnica Messe in Hannover übergeben.

Eine Million Menschen leiden in Deutschland an Alzheimer. Jedes Jahr kommen 100.000 Neuerkrankungen dazu. Bisher kann die Alzheimer-Krankheit erst dann diagnostiziert werden, wenn sich Symptome der Krankheit zeigen. Doch dann ist das Gehirn bereits massiv geschädigt. Die Wissenschaftler Prof. Dr. Gerd Multhaup, Dr. Lisa Münter und Dr. Markus Wenzel vom Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität haben ein Modell entwickelt, das eine Diagnose und damit eine Behandlung der Alzheimer-Erkrankung ermöglicht, lange bevor erste Symptome sichtbar sind. Mit dem Modellverfahren lassen sich Abbauprodukte des giftigen Proteins aufspüren, dass die Nervenverbindungen absterben lässt. Die Krankheit kann somit anhand einer einfachen Blutprobe diagnostiziert werden.

Das Modell ist bisher in der Zellkultur erprobt. "Bis es zur Diagnose beim Menschen eingesetzt werden kann, wird es noch fünf bis sieben Jahre dauern", dämpft Lisa Münter voreilige Hoffnungen. Die Berliner Wissenschaftler haben ihr Verfahren zum Patent angemeldet. Eine Unternehmensgründung ist geplant. "Wir freuen uns sehr über den Preis", sagt Professor Gerd Multhaup. "Es ist ein großer Erfolg, der uns helfen wird, Kooperationspartner in der Industrie für unsere Entwicklung zu finden."

Der Arbeitskreis der BioRegionen in Deutschland ist ein Zusammenschluss von mehr als 20 Vertretern aus unterschiedlichen Regionen, die im Bereich der Biotechnologie aktiv sind und die Technologie in ihren jeweiligen Regionen fördern. Der erstmals ausgeschriebene Innovationspreis ging gleichberechtigt an drei innovative Forschergruppen in Deutschland. Neben den Berliner Wissenschaftlern wurden zwei Gruppen der Medizinischen Hochschule Hannover und des Universitätsklinikums Heidelberg ausgezeichnet.

Nähere Auskünfte erteilt Ihnen gern:
Prof. Dr. Gerd Multhaup, Institut für Chemie und Biochemie der Freien Universität, Tel. 0171-7497556

Carsten Wette | idw
Weitere Informationen:
http://www.fu-berlin.de

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