Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Dem Zelltod auf der Spur" - 4 Millionen Euro Fördergeld für europäisches Netzwerk in der Apoptose-Forschung

28.09.2007
Die EU-Kommission fördert ein neues Marie-Curie-Forschungsnetzwerk zur Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern an der Universität Ulm. Die Wissenschaftler erforschen dabei Grundlagen, die zur Entwicklung neuer Krebsmedikamente dienen können.

Das Projekt "DeathTrain" konnte sich in einem zweistufigen Bewerbungsverfahren erfolgreich gegen 900 weitere Projektvorschläge behaupten und ist eines von rund 70 neuen Marie-Curie-Netzwerken, die derzeit ihre Arbeit aufnehmen.

Das Vorhaben wird von Frau Professor Simone Fulda von der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Ulm (Ärztlicher Direktor: Professor Klaus-Michael Debatin) koordiniert und umfasst insgesamt 15 renommierte Partner aus 9 europäischen Ländern, darunter ein Team um Dr. Henning Walczak vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, die Bayer Schering Pharma AG in Berlin sowie die Arbeitsgruppe von Professorin Fulda und Professor Debatin. Die Förderung aus dem sechsten Forschungsrahmenprogramm der EU erstreckt sich auf vier Jahre.

Die Forscher werden an einem gemeinsamen Projekt zum Thema Apoptose arbeiten. Apoptose ist ein genetisches Programm, das jeder Zelle innewohnt und dazu dient, entartete, schlecht funktionierende oder überalterte Zellen gezielt zu entfernen. Dieser Prozess spielt bereits in der Embryonalentwicklung eine bedeutende Rolle und dient im erwachsenen Organismus dazu, das zelluläre Gleichgewicht in Organen und Geweben aufrecht zu erhalten. "Besonders interessant für uns ist, dass Fehler in der Zelltodkontrolle zur Entstehung von Tumoren beitragen können", erläutert Professorin Fulda. "Wir versuchen, die molekularen Grundlagen dieser Prozesse zu verstehen, und hoffen, dass diese Erkenntnisse zur Entwicklung von neuen Krebsmedikamenten herangezogen werden können."

... mehr zu:
»Apoptose »Zelltod

Die Ulmer Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin hat sich auf dem Gebiet der Apoptose-Forschung bereits große Anerkennung erworben: Ihr Ärztlicher Direktor, Professor Klaus-Michael Debatin, erhielt kürzlich den renommierten Descartes-Preis, Professorin Fulda den Merckle-Forschungspreis, und die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert in Ulm eine von Debatin und Fulda geleitete Klinische Forschergruppe zum Thema Apoptose.

Der Name "DeathTrain" setzt sich aus dem englischen Wort für Zelltod (Cell Death) und dem Begriff Training zusammen. Die internationalen Nachwuchswissenschaftler werden sich bei Netzwerktreffen und Summer Schools fortbilden und über ihre Forschungen austauschen. Die Europäische Union will mit Hilfe der Marie-Curie-Netzwerke den Kontakt zwischen multidisziplinär arbeitenden Forschergruppen in Europa vertiefen, die Mobilität junger Forscher fördern und das Forschungsniveau in Europa weiter anheben. Das Bewerbungsverfahren für die insgesamt 20 Doktoranden- und Postdoktorandenstellen läuft zurzeit. Interessierte erhalten Informationen auf der Internetseite des Projektes unter http://www.deathtrain.eu.

Petra Schultze

Universitätsklinikum Ulm
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Einstein-Allee 29
89081 Ulm
Tel: 0731 - 500 43025
Fax: 0731 - 500 43026
E-Mail: petra.schultze@uniklinik-ulm.de

Petra Schultze | idw
Weitere Informationen:
http://www.deathtrain.eu
http://www.uniklinik-ulm.de/struktur/kliniken/kinder-und-jugendmedizin.html

Weitere Berichte zu: Apoptose Zelltod

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie