Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutscher Arbeitsschutzpreis 2007 für drehbare Fahrerkabine

18.09.2007
DGUV-Vorstandsvorsitzender Wolff: Vorbild für alle, die Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz verbessern wollen

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat heute in Düsseldorf den Deutschen Arbeitsschutzpreis 2007 verliehen. Den mit 15.000 Euro dotierten Hauptpreis erhielt die Jungheinrich AG. Das Hamburger Unternehmen hat einen Gabelstapler mit einer um 180 Grad drehbaren Fahrerkabine entwickelt und auf den Markt gebracht.

Das Fahrzeug ermöglicht Rückwärtsfahren ohne Verdrehen von Oberkörper und Halswirbel. Das trägt zum einen zum Schutz der Gesundheit des Fahrers bei. Zum anderen sinkt das Risiko von Unfällen, denn der Fahrer hat nun unabhängig von der Fahrtrichtung eine uneingeschränkte Sicht.

Insgesamt hatten sich 59 Unternehmen aus ganz Deutschland um den Preis beworben. DGUV-Vorstandsvorsitzender Dr. Hans-Joachim Wolff sagte anlässlich der Preisverleihung: "Mit dem Deutschen Arbeitsschutzpreis wollen wir positive Praxisbeispiele betrieblicher Prävention bekannt machen. Die ausgezeichneten Betriebe sind Vorbilder für alle, die Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz verbessern und dabei auch wirtschaftlicher arbeiten wollen".

Vier weitere Unternehmen erhielten Preise, die mit je 5.000 Euro dotiert sind. Den Preis in der Kategorie "Sicherheitstechnik / Praxislösungen" erhielt die Eurogate Container Terminal Bremerhaven GmbH. Das Unternehmen hat ein Anbaugerät für Gabelstapler entwickelt, das das Verladen langer Rohre oder Baumstämme in Container erheblich vereinfacht. Beschäftigte müssen sich dank der neuen Technologie nicht mehr im Gefahrenbereich aufhalten.

Preisträger in der Kategorie "Gesundheitsschutz" wurde die Firma Naturstein Strickmann GmbH & Co. aus Ahlen. Das Unternehmen hat bei der Oberflächenversiegelung von Natursteinplatten die Belastung durch Lösungsmittel minimiert. Bisher wurden hierbei handelsübliche Mittel verwendet, die zumeist aromatische Kohlenwasserstoffe enthalten. Der Einsatz von Nanotechnologie macht diese gesundheitsgefährdenden Lösemittel bei dieser Tätigkeit überflüssig.

In der Kategorie "Ergonomie" wurde Guido Einemann aus Hude-Lintel ausgezeichnet. Einemann hat einen flexibel einsetzbaren Montagetisch für Tischlereien entwickelt. Der Tisch verfügt über unterschiedlich große Arbeitsflächen, flexible Spannmöglichkeiten, integrierte Strom- und Druckluftanschlüsse und einen Anschluss für eine Absaugeinrichtung. Beschäftigte können an diesem Tisch Möbelteile und Innenausbauelemente leichter montieren. Die Arbeit wird dadurch weniger belastend und erheblich sicherer.

Der Preis in der Kategorie "Organisation/Motivation" wurde an die Firma GKN Driveline Deutschland GmbH verliehen. In diesem Unternehmen wurde eine Roadshow zur Arbeitssicherheit entwickelt. Beschäftigte des Unternehmens haben insgesamt zehn Schulungsexponate gebaut, an denen sich Gefahren plastisch darstellen und erklären lassen.

Unfallrisiken lassen sich eigenverantwortlich oder mit Hilfe einer Moderation erarbeiten. Die Modelle sprechen alle Sinne an und stellen Gefahren und Unfallfolgen realistisch dar. Die Ausstellung spricht in erster Linie junge Menschen und Berufsneulinge an, die für solche Gefahren in der Regel wenig sensibilisiert sind. Die Modelle sind als Wanderausstellung konzipiert und touren durch alle der Organisation zugehörigen GKN-Werke.

Der nächste Deutsche Arbeitsschutzpreis wird voraussichtlich 2009 verliehen. Bund, Länder und Unfallversicherungsträger werden den Preis zukünftig gemeinsam verleihen und ihn in den Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie stellen.

Stefan Boltz | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.dguv.de

Weitere Berichte zu: Arbeitsschutzpreis Gesundheitsschutz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie