Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Höchste Auszeichnung für Geowissenschaftler Günter W. Lugmair

07.08.2007
Die internationale " Geochemical Society" verleiht in diesem Jahr ihre höchste Auszeichnung, die Viktor-Moritz-Goldschmidt-Medaille, an Professor Günter W. Lugmair.

Der emeritierte Direktor des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie wird für seine bahnbrechenden Entdeckungen auf dem Gebiet der Geochemie und Kosmochemie geehrt. Die Auszeichnung wird im Rahmen der internationalen Goldschmidt-Konferenz Ende August in Köln überreicht.

Günter W. Lugmair wurde 1940 in Wels in Österreich geboren. Er studierte Physik und promovierte 1968 an der Universität Wien. Bereits zwischen1965 und 1968 war er als Assistent am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz tätig. Nach fast dreißig wissenschaftlich fruchtbaren Jahren an der Universität von Kalifornien in San Diego, wo er seit 1984 eine Professur innehat, übernahm er 1996 als Direktor die Abteilung Kosmochemie am Max-Planck-Institut für Chemie. Seit der Emeritierung im Jahre 2005 leitet er wieder seine Forschungsgruppe in San Diego.

Professor Lugmair hat entscheidende Beiträge zum Verständnis der Entstehungsgeschichte des Sonnensystems geliefert und die Entwicklung auf dem Gebiet der Isotopengeochemie grundlegend beeinflusst: 1974 entwickelte er eine massenspektrometrische Methode zur Altersbestimmung von Mond- und Meteoritenproben, die heute als eine der verlässlichsten und daher am weitesten verbreiteten Techniken zur Datierung terrestrischer Gesteine und der Erklärung ihrer Entstehungsgeschichte gilt. Später konzentrierten sich seine Bemühungen auf die Suche nach heute verschwundenen Radionukliden und deren Folgeprodukten. Er konnte die frühere Existenz eines bestimmten Samarium-Isotops in Meteoriten nachweisen und dadurch Fragen über die Frühgeschichte unseres Sonnensystems beantworten. Günter W. Lugmair lieferte wichtige Beiträge bezüglich der Bildungsprozesse chemischer Elemente in Sternen durch die Bestimmung der Isotopenzusammensetzung mit bis dahin unbekannter Präzision. Ihm gelang es, das Alter unseres Sonnensystems sehr genau auf 4,57 Milliarden Jahren zu bestimmen. Aufsehen erregte er 1998 mit einem Beweis zum außerirdischen Ursprung der "Iridium-Anomalie": Diese wird als Indiz für die so genannte Einschlaghypothese gewertet, die das Aussterben vieler großer Tierarten vor rund 65 Millionen Jahren auf die Folgen eines Meteoriteneinschlags zurückführt.

Während seiner Mainzer Zeit trieb Günter Lugmair die langjährige erfolgreiche Planetenforschung der Abteilung Kosmochemie voran. Insbesondere sei dabei die Marsforschung hervorgehoben: Seit Januar 2004 befinden sich Alpha-Röntgen-Spektrometer (APXS), entwickelt und gebaut in Lugmairs Abteilung, an Bord der beiden NASA-Rover "Spirit" und "Opportunity" auf dem Mars. Diese Geräte liefern seitdem spektakuläre Daten über die chemische Zusammensetzung und Beweise für die wasserreiche Vergangenheit des heutigen Wüstenplaneten.

Dr. Mirjana Kotowski | idw
Weitere Informationen:
http://www.mpch-mainz.mpg.de/

Weitere Berichte zu: Entstehungsgeschichte Kosmochemie Sonnensystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht CES Innovation Award für kombinierte Blick- und Spracheingabe im Auto
23.01.2018 | Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH, DFKI

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungen

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lebensrettende Mikrobläschen

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten

23.01.2018 | Maschinenbau

CHP1-Mutation verursacht zerebelläre Ataxie

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics