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119 Millionen Euro aus DBU-Topf flossen nach Berlin-Brandenburg

31.07.2007
630 umweltschonende Ideen gefördert – Potsdam, Angermünde, Cottbus in Brandenburg vorn

Für eine „neue Balance zwischen den Wünschen des Einzelnen und dem, was die Erde aushält“, hatte sich unlängst Bundespräsident Horst Köhler ausgesprochen. Im Rahmen einer gemeinsamen Veranstaltung mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Berlin forderte das Staatsoberhaupt vor allem, in den Industrieländern „entschlossen gegenzusteuern“, um etwa die Folgen des Klimawandels möglichst erträglich zu gestalten, aber auch die Chancen deutscher Umwelttechnik als Exportschlager zu sichern und zu erhöhen. Ein Credo, das sich die DBU seit ihrer Gründung 1991 auf die Fahnen geschrieben hat. Über 6.600 Projekte wurden mit knapp 1,2 Milliarden Euro gefördert. Allein in Berlin und Brandenburg wurden 630 Projekte mit rund 119 Millionen Euro unterstützt. DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde: „Die Bilanz zeigt: Nicht nur in der Metropole Berlin werden hervorragende umweltschonende Projekte entwickelt und umgesetzt.“ In Berlin wurden mit 70 Millionen Euro insgesamt 375 Projekte gefördert, in Brandenburg mit 49 Millionen 255 Projekte. Als besonders ideenreich erwiesen sich hier Potsdam (12 Millionen; 54 Projekte), Angermünde (6,2; 7) und Cottbus (5,2; 30).

DBU gab 330.000 Euro für das "Haus der Umwelt" in Potsdam

"Die intensive Auseinandersetzung mit den vielfältigen Problemen und Herausforderungen des Natur- und Umweltschutzes machen eines klar: Nur über den gemeinsamen Diskurs und eine breite Beteiligung der Bevölkerung werden Lösungswege aufgezeigt, die konsensfähig sind - auch wenn zunächst Interessens- und Nutzungskonflikte hart aufeinander stoßen." - Mit diesen Worten betonte Brickwedde schon im Jahr 2006 – zur Eröffnung des Umweltbildungs- und Konferenzzentrums am "Haus der Natur" in Potsdam – die Bedeutung gelungener Umweltkommunikation. Das Zentrum war mit mehr als 400.000 Euro von Brandenburgs Agrar- und Umweltministerium (MLUV) und mit rund 330.000 Euro durch die DBU gefördert worden.

Ziel: Wissen zu Natur- und Umweltschutz vermitteln

Ziel des neuen Bildungs- und Konferenzzentrums ist es, durch Veranstaltungen und Seminare unterschiedlichen Zielgruppen Wissen zu Natur- und Umweltschutz zu vermitteln. So soll zugleich der ehrenamtliche Umwelt- und Naturschutz in Brandenburg gestärkt werden. Dafür finden öffentliche Veranstaltungen statt, dazu Fachtagungen, Ausstellungen sowie Umweltbildungsveranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Das Bauvorhaben umfasste nach erfolgter Asbestsanierung den Ausbau eines Tagungssaales für 100 Personen im Dachgeschoss. Vor allem aber habe, so Brickwedde, das Gebäude selbst Vorbildfunktion: Durch die Installation einer Photovoltaikanlage sowie einer Regenwassernutzungsanlage soll ein nachhaltiger Umgang mit den natürlichen Ressourcen vermittelt werden.

Mit deutscher Umwelttechnik Studenten aller Herren Länder begeistern
Energie gespart wird auch in der Uckermark. Wenn sich Studenten aller Herren Länder zukünftig in der „Europäischen Akademie Schloss Wartin“ mit ihren Lehrern oder auch mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Kultur austauschen werden, wird das nicht nur wie in einem englischen College geschehen, sondern auch in einem – dank deutscher Umwelttechnik – sanierten historischen Gebäudeensemble. Die DBU förderte die energetische Sanierung des Kulturgutes mit 125.000 Euro. Die Wärmeversorgung in Wartin erfolgt jetzt für zwei dicht beieinanderliegende Gebäude des Schlosses und für einen Speicher gemeinsam. Ein Blockheizkraftwerk wird dort mit Rapsöl betrieben. In einem weiteren Gebäude wird – aufgrund der Entfernung – eine dezentrale Heizenergieversorgung eingesetzt: ein Kombi-Holzheizkessel mit Gasbrennwerttherme und thermischer Solaranlage. Vorausgehende Umweltkommunikationsarbeit hatte die DBU bereits mit 66.500 Euro unterstützt.

Förderung des wissenschaftlichen und kulturellen Austausches in Europa, insbesondere zwischen Ost und West

Zweck des Vereins „Europäische Akademie Schloss Wartin“ ist die Förderung des wissenschaftlichen und kulturellen Austausches in Europa, insbesondere zwischen Ost und West. Er will der Völkerverständigung, der Erwachsenenbildung und der Pflege regionaler bildender Kunst, Musik und Literatur sowie dem Umwelt- und Landschaftsschutz dienen. Dazu gehört auch, die das Schloss umgebenden Streuobstwiesen und die früher auf dem Gut lebenden alten Tierrassen zu bewahren. „Hier sieht man, dass Umweltfragen immer in größere Kontexte eingeordnet sind,“ so Brickwedde.

Rotbauchunke und Kammmolch vom Aussterben bedroht
Das gelte auch für das Verhältnis von Naturschutz und Landwirtschaft. In den kleingewässerreichen Ackerflächen Nordostdeutschlands leben zum Beispiel Rotbauchunke und Kammmolch. Diese Amphibien sind vom Aussterben bedroht. Ihr Lebensraum aber ist von intensiver Landnutzung geprägt. Deshalb entwickelt das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF e.V., Müncheberg) ein Schutzkonzept, das die gegensätzlichen Interessen von Naturschützern und Landwirten unter einen Hut bringt. Die DBU unterstützt diese Arbeiten mit rund 580.000 Euro. Das Projekt wird in einem etwa 1.300 Hektar großen Ackerbaugebiet in Eggersdorf erprobt und soll dann als Muster für ähnliche Gebiete bundesweit genutzt werden.

System zur Entscheidungshilfe für betroffene Landwirte

Im Rahmen des Projekts werden konkrete Schutzmaßnahmen umgesetzt: So soll den Tieren ein sicherer Wechsel zwischen ihren Lebensräumen ermöglicht werden. Rotbauchunke und Kammmolch halten sich im Sommer in der Nähe von Kleingewässern auf, leben im Winter aber eher an Waldrändern. Extra angelegte Feldhecken sollen ihnen unter anderem helfen, die dazwischen liegenden Äcker sicher zu überqueren. Überlebensnotwendig ist es auch, dass in den Kleingewässern eine bestimmte Wasserqualität herrscht. Deshalb ist es den Forschern wichtig, dass ein übermäßiger Nährstoffeintrag verhindert wird. Düngestopps entlang der Gewässer dienen diesem Ziel. „Am Abschluss der Untersuchungen soll ein System zur Entscheidungshilfe stehen, das die betroffenen Landwirte einfach, schnell und effektiv berät und auch Kosten und Nutzen von möglichen Schutzmaßnahmen errechnet,“ erklärt Brickwedde.

DBU fördert seit Jahren die Kreativität kleiner und mittlerer Unternehmen, Initiativen und anderer Organisationen

„Diese umwelt- und ressourcenschonenden Projekte sind nur einige von vielen, die zeigen, dass sich Ökologie und Ökonomie nicht ausschließen," so Brickwedde. Die Stiftung freue sich, wenn sie auch in Zukunft viele derartig hervorragende Projektideen vorgeschlagen bekomme. Denn die stärkten nicht nur der gebeutelten Umwelt den Rücken, sondern auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland. Die DBU fördere deshalb seit Jahren die Kreativität kleiner und mittlerer Unternehmen, Initiativen und anderen Organisationen bei der praktischen Lösung von Umweltproblemen und gebe Anreiz für ökologische Innovationen in diesen Betrieben. Brickwedde: „Die Umweltstiftung setzt durch die Förderung umwelt- und gesundheitsfreundlicher Produktionsverfahren auf einem vorbeugenden und integrierten Umweltschutz. Sie mindert das Einstiegsrisiko für Unternehmen in umweltschonendere Produktionstechniken und fördert, was die Umwelt direkt und praktisch schützt.“ Gleichzeitig unterstütze sie Kooperationsprojekte in der Anwendung von Umwelttechnik und den Austausch von Wissen über die Umwelt zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und anderen öffentlichen oder privaten Stellen. Sie fördere Naturschutzvorhaben, die Lebensräume wildlebender Arten schützten sowie einer natürlichen, standortspezifischen Vielfalt und einer nachhaltigen Nutzung von Arten und Ökosystemen dienten.

Jährliche Vergabe des höchstdotierten Umweltpreises Europas

Die DBU ist eine der größten Stiftungen Deutschlands, in Sachen Umwelt die größte der Welt. Die Stiftung vergibt jährlich den mit 500.000 Euro dotierten Deutschen Umweltpreis, der zugleich der höchstdotierte Umweltpreis Europas ist.

| DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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