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Preis für besten "Nano-Film" an PTB-Wissenschaftler verliehen

24.07.2007
Jury: "Bilder direkt von der Wissenschafts-Front aus dem Labor zum Menschen transportiert"

Hauptberuflich entwickelt er "Lineale" für die Nanowelt. Mit Hilfe von Rastersondenmikroskopen macht Dr. Hans U. Danzebrink die Welt der atomaren Dimensionen quantitativ erfassbar. Jetzt hat der Ingenieur bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig seine Daten mal ganz anders aufbereitet: als ein künstlerisches Werk. Sein Kurzfilm mit dem Titel "Dimensionen" sei eine besonders gelungene Gratwanderung zwischen Wissenschaft und Kunst - so das Urteil der Jury, die Danzebrinks Film aus einer ganzen Reihe von Filmen aus dem Bereich der Nanowissenschaft herausgehoben und als besten "Nano-Film" ausgezeichnet hat.

Ziel des Wettbewerbs war es, Arbeiten auszuzeichnen, die dem Menschen die Nanowelt nahe bringen. Dies sei Danzebrink mit seinem Film "Dimensionen" besonders gut gelungen, so die Jury. Der Film zeige "den Menschen in seiner Relation zum Nanokosmos. Zudem werden verschiedene Medien auf besondere Weise kombiniert, und der Film schafft es, Bilder direkt von der Wissenschafts-Front aus dem Labor zum Menschen zu transportieren".

In dem Kurzfilm unternimmt der Betrachter eine visuelle Reise in einen Computerchip - hinein in Strukturen, die für den Menschen unsichtbar klein sind. Der Film zeigt den Weg dorthin und die dafür nötigen Transformationen der unterschiedlichen Daten und Datendimensionen. So wird das Unsichtbare hinter den Zahlen und Messwerten sichtbar. Der Blick in den Mikro- und Nanokosmos ist nämlich zunächst ein "Signalgewitter", aus dem ein Bild erst errechnet werden muss. Am Anfang steht die physikalische Wechselwirkung zwischen der Messspitze oder dem Lichtstrahl mit der Oberfläche. Diese Information wird in ein analoges, elektrisches Signal gewandelt, in einen digitalen Datenstrom umgesetzt und in einer numerischen Matrix abgelegt. Der Höhepunkt ist die dreidimensionale Darstellung der Oberfläche - das Objekt erscheint zum Greifen nahe...

... mehr zu:
»Nanowelt

Dem Betrachter werden einerseits die ästhetischen Strukturen der Oberfläche (des Computer-Chips) gezeigt und andererseits die verschiedenen Signal-Arten vermittelt, die - so unterschiedlich die Signale auch aussehen - die gleiche Information enthalten. Auch methodisch werden diese Aspekte in Szene gesetzt. Denn der Film lebt vom Wechsel zwischen realen und irrealen Sequenzen: Videoausschnitte verknüpfen sich mit virtuellen Daten und animierten "Datenräumen" zu einer dokumentarischen Reise ins Innere eines Computerchips.

So treten Messergebnisse aus dem Labor für Quantitative Rastersondenmikroskopie der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), die sonst der Entwicklung und Kalibrierung von "Linealen" für die Nanowelt dienen, sogar ins Rampenlicht der Kunstwelt. Das Gelingen dieser Gratwanderung zwischen Kunst und Wissenschaft hat dem Film neben dem "Nano-Film-Preis" auch eine Nominierung vom Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe zum Thema "unSICHTBARes.kunst_wissenschaft" eingebracht.

Danzebrink erhielt den "Nano-Film-Preis" aus der Hand von Dagmar Wöhrl, Staatssekretärin des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi), im Deutschen Museum in München. Bei der Preisverleihung wurden auch weitere Beiträge in den Kategorien Bilder bzw. Animationen aus dem Bereich der Nanowissenschaften prämiert. Anwesend waren Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung.

Ansprechpartner:
Dr. H.-U. Danzebrink,
PTB-Arbeitsgruppe 5.15 Quantitative Rastersondenmikroskopie,
Telefon: (0531) 592 - 5136
E-Mail: hans-ulrich.danzebrink@ptb.de
Die Forschungsnachricht auf den Internetseiten der Abteilung:
http://www.ptb.de/de/aktuelles/archiv/nachrichten/2007/_danzebrink-preis.html
Eine weitere Webseite zum Thema:
http://www.braunschweig.de/wirtschaft_wissenschaft_bildung/stadt-der-wissenschaft/tgdw/070421nanokosmos.html

Erika Schow | idw
Weitere Informationen:
http://www.ptb.de

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