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In Zukunft mehr Wettbewerb um öffentliche Forschungsgelder

09.07.2007
Mehr Wettbewerb soll die Innovationsfähigkeit Deutschlands erhöhen. Forschungsministerin Schavan weist dem Wettbewerbsverfahren der Leibniz-Gemeinschaft für die Fördermittel aus dem Pakt für Forschung und Innovation Impulswirkung für die Weiterentwicklung des Wissenschaftssystems zu. Leibniz-Präsident Rietschel plädiert für Fortsetzung von Pakt und Exzellenzinitiative über 2010 hinaus. 2008 beträgt der Haushalt der Institute der Leibniz-Gemeinschaft insgesamt 812 Millionen Euro und damit 39 Mio. Euro bzw. fünf Prozent mehr als 2007. 36 Projekte werden ab 2008 mit insgesamt 25,6 Mio. Euro aus Pakt-Geldern gefördert. Neues Leibniz-Journal stellt exemplarische Pakt-Projekte vor.

Staatliche Fördergelder für die Wissenschaft sollen in Zukunft vermehrt in wettbewerblichen Verfahren vergeben werden, um die Innovationsorientierung der Wissenschaft weiter zu erhöhen. Das schreibt Bundesforschungsministerin Dr. Annette Schavan in einem Gastkommentar in der aktuellen Ausgabe des Leibniz-Journals. Ein erster richtiger Schritt in diese Richtung stellt laut Schavan der Pakt für Forschung und Innovation dar, das Gegenstück für die außeruniversitäre Forschung zur Exzellenzinitiative für die Universitäten.

Schavan lobt das einzigartige Wettbewerbsverfahren der Leibniz-Gemeinschaft, mit dem diese nach strengen Exzellenzkriterien einen Teil der von Bund und Ländern zusätzlich zur Verfügung gestellten Pakt-Gelder vergibt. "Das Leibniz-Wettbewerbsverfahren durchbricht dabei die organisatorisch-finanzielle "Versäulung" der deutschen Wissenschaft. Es ermöglicht, dass ein Teil der Pakt-Gelder der Leibniz-Gemeinschaft externen Projektpartnern - vor allem Hochschulen - zugute kommt", schreibt Schavan. Damit stehe die Leibniz-Gemeinschaft ganz im Sinne von Kooperation und Wettbewerb, die den Pakt für Forschung und Innovation als Leitbilder auszeichnen. "Das Wettbewerbsverfahren gibt Impulse für die qualitative Weiterentwicklung der beteiligten Leibniz-Einrichtungen und damit der deutschen Wissenschaftslandschaft überhaupt."

Der Pakt habe den Forschungsorganisationen ermöglicht, mit ihrer Förderung von unkonventionellen Forschungsansätzen, durch den Ausbau von Kooperationen und stärkerer Vernetzung und durch die Intensivierung der Nachwuchsförderung zu einer Profilschärfung und gleichzeitig zu einer wesentlich engeren Zusammenarbeit untereinander beizutragen, so die Ministerin.

Leibniz-Präsident Prof. Dr. Ernst Th. Rietschel plädiert für eine Fortsetzung des Pakts über 2010 hinaus: "Pakt und Exzellenzinitiative hängen sind eng verflochten und ohne einander nicht vorstellbar. So haben sie der deutschen Wissenschaft viel Auftrieb gegeben. Um der deutsche Wissenschaft auf dem erfolgreich begonnenen Weg die notwendige Planungssicherheit zu geben, sollten Pakt und Exzellenzinitiative unbedingt fortgesetzt werden", betont der Leibniz-Präsident.

Die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK) hat jetzt für die dritte Ausschreibungsrunde des Leibniz-Paktwettbewerbs erneut 36 Projekte mit einem Finanzvolumen von 25,6 Mio. Euro bewilligt. Die Projekte starten in 2008 und haben in der Regel eine Laufzeit von drei Jahren. Damit konnten aus Mitteln des Paktes für Forschung und Innovation seit 2006 insgesamt 96 Projekte mit knapp 66 Millionen Euro durch das Leibniz-Wettbewerbsverfahren gefördert werden.

Die Institute der Leibniz-Gemeinschaft sollen 2008 Zuwendungen im Umfang von voraussichtlich 812 Mio. Euro erhalten (institutionelle Förderung, ohne Drittmittel), wie die BLK heute beschlossen hat. (Bei zwei Instituten laufen derzeit die Haushaltsverhandlungen noch.) Die Zuwendungen wachsen somit gegenüber 2007 um knapp 39 Mio. Euro, was einer Steigerung von etwa fünf Prozent entspricht. Nach Zuwächsen von 2,5 und 2,3 Prozent für 2006 und 2007 liegen die Aufwüchse damit erstmals über den im Pakt zugesagten drei Prozent pro Jahr.

Einen Einblick in die vielfältigen Pakt-Projekte der Leibniz-Institute gibt die jetzt erschienene Ausgabe 2/2007 des Leibniz-Journals. Unter dem Titel "Politik und Wissenschaft ziehen an einem Strang" werden neben dem Gastkommentar von Bundesforschungsministerin Schavan exemplarische Pakt-Projekte vorgestellt:

o Ein bahnbrechendes Experiment, das die Entstehung von Planeten verstehen hilft, gelang Wissenschaftlern des Astrophysikalischen Instituts Potsdam und des Forschungszentrums Dresden-Rossendorf in Kooperation mit der Universität Leeds.

o Hervorragende Arbeitsbedingungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs schafft die "International Leibniz Research School for Microbial und Biomolecular Interactions" in Jena. Unter der Federführung des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans-Knöll-Institut erhalten dort junge Nachwuchswissenschaftler die Möglichkeit, interdisziplinär zu promovieren und fachübergreifend zusammenzuarbeiten.

o Ein Pakt-Projekt des Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau im brandenburgischen Großbeeren erforscht die Symbiose von Nutzpflanzen und Mykorrhiza-Pilzen, die unter anderem zur Ertragsverbesserung in der ökologischen Landwirtschaft genutzt werden kann. Das Projekt dient gleichzeitig der Förderung von Frauen in wissenschaftlichen Führungspositionen

o Die Rolle von Museen als Ort des Lernens und den möglichen Beitrag von Medien zu den Lernprozessen erforschen Wissenschaftler des Instituts für Wissensmedien in Tübingen, des Deutschen Museums in München sowie des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel. Ein Thema dabei ist die Rolle, die "Cybermedia" bei der Gestaltung von Ausstellungen spielt.

o Ein Großprojekt zur biologischen Vielfalt der Arten und Lebensräume von Primaten betreibt das Deutsche Primatenzentrum - Leibniz-Institut für Primatenforschung in Göttingen mit Mitteln des Paktes.

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Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 83 außeruniversitäre Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Wissenschaft. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Institute beschäftigen rund 13.500 Mitarbeiter, ihr Gesamtetat beträgt etwa 1,1 Milliarden Euro. Sie werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert.

Christoph Herbort-von Loeper | idw
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