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Otto Schott Forschungspreis 2007

05.07.2007
Otto-Schott-Forschungspreis 2007 geht an zwei international renommierte Glaswissenschaftler

Der Otto-Schott-Forschungspreis wurde in diesem Jahr an die beiden Wissenschaftler Prof. Himanshu Jain (Lehigh University, Bethlehem/PA, USA) und Prof. Walter Kob (46, Université Montpellier 2, Frankreich) vergeben. Die Verleihung des mit 25.000 Euro dotierten Preises fand am 2. Juli 2007 im Rahmen eines Glaswissenschaftskongresses in Straßburg statt.

Der Otto-Schott-Forschungspreis wird verliehen für herausragende wissenschaftliche Leistungen in Grundlagenforschung und Technologieentwicklung in den Bereichen Spezialwerkstoffe, Bauteile und Systeme für die Anwendungsfelder Optik und Elektronik, Solarenergie, Gesundheit und Wohnen.

Prof. Himanshu Jain erhielt die Auszeichnung für seine herausragenden Arbeiten zur Förderung des grundlegenden Verständnisses der Dynamik von Atomen in Glas. Der Wissenschaftler erwarb 1979 den Doktortitel in Ingenieurwissenschaften im Fach Materialwissenschaft an der Columbia University. Bevor er 1985 Mitglied der Fakultät der Lehigh University wurde, forschte er mehrere Jahre an zwei Forschungseinrichtungen der US-amerikanischen Regierung zu verschiedenen Gläsern und den Aspekten der Korrosion in nuklearen Lagerstätten.

Professor Jains Forschung konzentriert sich auf grundlegende Funktionalitäten in Glas, beispielsweise durch Licht hervorgerufene neuartige Phänomene und deren Anwendung in neuen Geräten, Glaskorrosion in nuklearen Umgebungen und Atommüll-Lagern oder Gläser für photonische Anwendungen wie Sensoren, Infrarot-Optiken, Wellenleiter, Foto- und Nanolithographie.

Seine Arbeit wird maßgeblich bestimmt durch seine zahlreichen interdisziplinären und fachübergreifenden internationalen Kooperationen mit Physikern, Chemikern, Keramikern, Dentisten sowie auf Gewebe, Elektronik und Optik spezialisierten Ingenieuren in Deutschland, Frankreich, der Tschechischen Republik, Indien, Ukraine, Japan, Griechenland, Großbritannien und USA. Seit 2004 leitet er das International Materials Institute for New Functionality in Glass (IMI-NFG) der NSF mit dem Ziel, internationale Forschungsteams für die Entwicklung neuer Glasanwendungen aufzubauen. Er wurde bereits mit dem internationalen „Zachariasen Award“ für außergewöhnliche Beiträge zur Glasforschung ausgezeichnet und ist Mitglied der American Ceramic Society.

Prof. Walter Kob erhielt den Otto-Schott-Preis für seine herausragenden Arbeiten bei der Erforschung der statischen und dynamischen Eigenschaften von Gläsern und unterkühlten Flüssigkeiten mittels Computersimulationen. Der gebürtige Schweizer studierte Theoretische Physik an der Universität Basel und promovierte dort 1989. Nach verschiedenen wissenschaftlichen Stationen in Stanford und Mainz kam er 2000 an die Université de Montpellier 2, wo er heute als ordentlicher Professer am Institut für Physik tätig ist.

Der Schwerpunkt seiner Forschung gilt der Untersuchung der statischen und dynamischen Eigenschaften ungeordneter Systeme, wie beispielsweise einfache Flüssigkeiten, Strukturgläser, Potts-Gläser oder Polymere mit Hilfe von Computersimulationen und anderen statistischen Methoden. Diese Arbeit wurde in mehr als 140 Forschungsberichten und einem Buch dokumentiert.

Die Forschungsgebiete von Prof. Kob umfassen unter anderem die Dynamik unterkühlter Flüssigkeiten und die Natur der Glasumwandlung, die Struktur und Dynamik von Gels, Natriumsilikat-Schmelzen und –Gläsern oder die Alterung von gläsernen Systemen.

Neben seiner Forschungsarbeit hat er zahlreiche internationale wissenschaftliche Workshops und Vortragsveranstaltungen organisiert. Seit 1995 ist er Geschäftsführer des Laboratoire des Colloïdes, Verres et Nanomatériaux.

Der Otto-Schott-Forschungspreis wird im jährlichen Wechsel mit dem Carl-Zeiss-Forschungspreis zur Auszeichnung hervorragender wissenschaftlicher Leistung und zur motivierenden Förderung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie verliehen. Beide Forschungspreise verwaltet der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft und schreibt sie international aus, was dem Wirkungskreis der Konzerne SCHOTT AG und CARL ZEISS AG entspricht.

SCHOTT ist ein internationaler Technologiekonzern, der seine Kernaufgabe in der nachhaltigen Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen sieht. Dafür werden Spezialwerkstoffe, Komponenten und Systeme entwickelt. Schwerpunkte sind die Branchen Hausgeräteindustrie, Optik und Elektronik, Pharmazie und Solarenergie. Der SCHOTT Konzern ist mit Produktions- und Vertriebsstätten in allen wichtigen Märkten kundennah vertreten. Rund 16.800 Mitarbeiter erwirtschaften einen Weltumsatz von 2,2 Milliarden Euro. Die technologische und wirtschaftliche Kompetenz des Unternehmens ist verbunden mit der gesellschaftlichen und ökologischen Verantwortung.

Matthias Reinig | SCHOTT Newsletter
Weitere Informationen:
http://www.schott.com
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