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Günter Petzow Preis 2007 für Dr. Dagmar Goll

28.06.2007
Magnetische Nanoteilchen als Datenträger für höchste Speicherdichten

Magnete sind anziehend. „Magnetische Nanostrukturen“ haben es Dr. Dagmar Goll, Leiterin der gleichnamigen selbständigen Nachwuchsgruppe am Max-Planck-Institut für Metallforschung in Stuttgart, besonders angetan. Das Institut verleiht Frau Goll den Günter Petzow Preis 2007 für ihre wegweisenden Arbeiten in Hinblick auf den Einsatz nanokristalliner Verbundwerkstoffe zur Realisierung von Datenspeichern höchster Datenspeicherdichte (Tbit/inch2) und superstarker Dauermagnete.

Damit verleiht das Institut zum zweiten Mal den Günter Petzow Preis an eine(n) Nachwuchswissenschaftler(in) des Instituts. Professor Günter Petzow war von 1973 bis 1994 Direktor am Max-Planck-Institut für Metallforschung und ist international bekannt für seine zukunftsweisenden Beiträge zu Mehrkomponenten-Werkstoffen.

Der Preis wird Frau Goll am 6. Juli 2007 um 16 Uhr während des kommenden Paul-Peter Ewald Kolloquiums am Stuttgarter MPI für Metallforschung überreicht. Er umfasst neben einem Vortrag bei diesem Kolloquium 2000 Euro Preisgeld. Frau Goll wird über „Magnetische Nanoteilchen als Datenträger für höchste Speicherdichten“ referieren (Programm des Ewald-Kolloquiums im Anhang).

... mehr zu:
»Nanostruktur »Nanoteilchen
Nanokristalline und nanostrukturierte Materialien gewinnen heute bei magnetischen Werkstoffen eine rasant zunehmende Bedeutung. Sowohl im Bereich der magneti-schen Datenspeicherung höchster Speicherdichte und schnellster Schreibgeschwindig-keit als auch bei hart- und weichmagnetischen Werkstoffen spielen Nanoteilchen eine unabdingbare Voraussetzung zur Erzielung optimaler magnetischer Eigenschaften und Funktionalität. Um die Vielfalt von Bedingungen zur Erzielung höchster Datenspei-cherdichten zu gewährleisten, werden neuerdings nanokristalline Verbundteilchen eingesetzt, die aus einem weich und einem hartmagnetischen Anteil bestehen.

Dr. Dagmar Goll hat in ihren jüngsten Arbeiten wesentliche Beiträge zum Verständnis nanokristalliner Systeme geleistet. So beleuchtet eine erst kürzlich erschienene Arbeit von ihr das Speicherpotential von Verbundteilchen und die Langzeitstabilität des magnetischen Zustands (1). Ihre weiteren Ergebnisse über Ummagnetisierungsprozesse, Schaltzeiten und kritische Dimensionen für Eindomänenverhalten (2) sind ebenfalls richtungweisend für den Einsatz von nanokristallinen Partikeln bei der magneti-schen Datenspeicherung. Darüber hinaus ist Frau Goll die Herstellung periodisch geordneter Nanostrukturen gelungen. Diese eignen sich ausgezeichnet dazu, die charak-teristischen Eigenschaften von Nanoteilchen zu bestimmen (3).

Dr. Dagmar Goll versteht es, mit großem physikalischem und materialwissenschaftlichem Verständnis die grundlegenden offenen Fragen bestimmter Problemkreise zu erkennen. Zu deren umfassender Lösung setzt sie engagiert und zielbewusst die geeigneten experimentellen und theoretischen Methoden ein. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch Klarheit und die Darstellung quantitativer Ergebnisse aus.

(1) Thermal reversal of exchange spring composite media in magnetic fields (D. Goll, S. Macke, and H.N. Bertram. Applied Physics Letters 90 (2007) 172509).
(2) Critical thickness for high-remanent single domain configuration in squared ferromagnetic thin platelets (D. Goll, G. Schütz, and H. Kronmüller. Phys. Rev. B 67 (2003) 094414).

(3) Hard magnetic FePt thin films and nanostructures in L10 phase (D. Goll, A. Breitling, N.H. Goo, W. Sigle, M. Hirscher, and G. Schütz. J. Iron and Steel Research, Suppl. 1, 13, 97, (2006)).

Eckdaten Dr. Dagmar Goll:

1997 Diplom in Physik an der Universität Stuttgart
2001 Promotion „Mikrostruktur und magnetische Eigenschaften nanokristalliner und nanostrukturierter Hochleistungsdauermagnete“
2003 Forschungsaufenthalt am Center for Magnetic Recording Research in La Jolla, USA. Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).
seit
Aug. 2004 Leiterin der Nachwuchsgruppe „Magnetische Nanostrukturen“ am MPI für Metallforschung. Habilitationsverfahren läuft.

Preisträger des Günter Petzow Preises:
2006 Dr. Andreas Stierle
für seine herausragenden Beiträge zum mikroskopischen Verständnis von Oxi-dations- und Korrosionsprozessen.

2007 Dr. Dagmar Goll

für ihre für ihre wegweisenden Arbeiten in Hinblick auf den Einsatz nano-kristalliner Verbundwerkstoffe zur Realisierung von Datenspeichern höchster Datenspeicherdichte (Tbit/inch2) und superstarker Dauermagnete.

Programm des 6. Paul-Peter Ewald Kolloquiums am 06. Juli 2007:

13:30 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Joachim P. Spatz
Kommissarischer Leiter Max-Planck-Institut für Metallforschung
14:00 Uhr Die Welt der Metalle – Kleine Strukturen, große Wirkung
Prof. Dr. Helmut Clemens
Montanuniversität Leoben, Department Metallkunde und Werkstoffprüfung
14:30 Uhr Of packed spheres and material microstructures
Prof. Dr. Andreas Mortensen
Institut des Matériaux, Ecole Polytechnique Fédérale de Lausanne
15:30 Uhr Molekulare Motoren: Große Kräfte auf kleinem Raum
Prof. Dr. Jörg Wrachtrup
Universität Stuttgart, 3. Physikalisches Institut
16:00 Uhr Verleihung des Günter Petzow Preises 2007
16:15 Uhr Magnetische Nanoteilchen als Datenträger für höchste
Speicherdichten
Dr. Dagmar Goll
Max-Planck-Institut für Metallforschung
Anmeldung erbeten unter Tel.: 0711 689-3046 oder overbaugh@mf.mpg.de.

Claudia Däfler | Max-Planck-Institut fuer Metallf
Weitere Informationen:
http://www.mf.mpg.de/

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