Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vishay-Technologiepreis 2007 beim Tag der Technik verliehen

19.06.2007
Gas-Sensoren, die Kohlewasserstoffe aufspüren und neue Überwachungsmethode für Abgaskatalysatoren

Preisträgerin forscht jetzt beim MIT (USA) – Diplomarbeit war Basis für DFG- Antrag

Dr.-Ing. Kathy Sahner, die sich in ihrer Doktorarbeit mit speziellen Gassensoren zur Detektion von unverbrannten Kohlenwasserstoffen beschäftigte, und Dipl.-Ing. Matthias Spörl, dessen Diplomarbeit eine völlig neuen Methode zur Überwachung von Abgaskatalysatoren beschreibt, sind am Samstag (16. Juni) beim Tag der Technik in der Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften (FAN) zu gleichen Teilen mit dem diesjährigen Vishay-Technologiepreis ausgezeichnet worden.

And the winner is……in diesem Fall Dr.- Ing. Kathy Sahner, die sich den mit 3.000 € dotierten Preis mit Dipl.-Ing. Matthias Sporl teilt. Überreicht wurde der Preis von Werner Gebhardt, seines Zeichens Vizepräsident Human Ressources Europe der Selber Firma.

... mehr zu:
»Naturwissenschaft

Alle Medien verkünden es: in Deutschland herrscht ein gravierender Ingenieurmangel, der mittlerweile sogar unsere wirtschaftliche Entwicklung bedroht. Um Studenten für das Studium der Ingenieurwissenschaften und eine spätere Tätigkeit in diesem Bereich zu interessieren, hat die Vishay Electronic GmbH, den mit 3.000 Euro dotierten Vishay Technologiepreis gestiftet.

Alljährlich werden die Preisträger von einem gemeinsamen Komitee aus Vertretern der Vishay Electronic GmbH – diese weltweit operierende Firma hat ihren Sitz iun Seb! - und der Bayreuther Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften (FAN) ausgewählt. Dabei werden exzellente wissenschaftliche Arbeiten aus dem weiten Gebiet der Elektrotechnik prämiert. Dies können sowohl Doktorarbeiten als auch Diplomarbeiten sein, die im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden.

Die prämierte Arbeit von Dr.-Ing. Kathy Sahner gliedert sich in die Teilbereiche Sensorcharakterisierung, Optimierung des Werkstoffs, Modellierung des zugrunde liegenden Mechanismus sowie Weiterentwicklung des gesamten Sensorsystems. Als mechanistisches Modell für den Sensoreffekt, das auf den Ergebnissen aus Charakterisierung und Optimierung basiert, wird im Gegensatz zu den gängigen Modellen für n-halbleitende Sensoren vom Taguchi-Typ ein kombinierter Diffusions- Reaktionsprozess postuliert, der das gesamte Volumen des Sensormaterials beeinflusst. Für die Redoxreaktion mit den reduzierenden Gasen wirken demnach keine adsorbierten Sauerstoffspezies, sondern der Gittersauerstoff der Funktionskeramik als Oxidationsmittel. Nach der Modellvalidierung wurde das gesamte Sensor-Transducersystem weiterentwickelt, so dass ein hochselektiver Kohlenwasserstoffsensor mit flexiblem Aufbau in HTCC-Technologie dargestellt werden konnte.

Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Ralf Moos; Note der Arbeit: mit Auszeichnung

Dr. Sahner hat ein Stipendium für einen einjährigen Forschungsaufenthalt am Massachusetts Institute of Technology (MIT) erhalten und wird anschließend für mindestens ein weiteres Jahr an der Universität Bayreuth bleiben (ab 1.10.2007).

Die heute für die Abgasnachbehandlung eingesetzte Katalysatortechnik leidet darunter, dass der Katalysator seine optimalen Betriebsbedingungen nur im zeitlichen Mittel und nicht ständig erreicht, weil man den Zustand des Katalysators indirekt aus den Messdaten der hinter ihm angeordneten Lambdasonde erschließen muss. Matthias Spörl hat einen Demonstrator für ein neuartiges berührungsloses Messverfahren zur direkten Erfassung des Katalysatorzustands aufgebaut und unter realitätsnahen Bedingungen die prinzipielle Eignung des Verfahrens für den angestrebten Zweck gezeigt. Hierbei musste Herr Spörl Methoden aus der Sensorsystemtechnik, der Hochfrequenztechnik, der Simulationstechnik (Finite Elemente) und der Elektrochemie kombinieren.

Betreuer: Prof. Dr.-Ing. Gerhard Fischerauer; Note der Arbeit: sehr gut

Spörl ist derzeit wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mess- und Regeltechnik bei Prof. Fischerauer. Die Ergebnisse seiner Diplomarbeit haben maßgeblich zur erfolgreichen Beantragung eines DFG-Projektes beigetragen, welches für zwei Personen über drei Jahre bewilligt wurde. Auf diesem Thema arbeitet Spörl derzeit.

Die Firma Vishay zählt zu den weltweit führenden Herstellern elektronischer Bauelemente und beschäftigt über 26.000 Mitarbeiter mit einem Umsatz von fast drei Milliarden Dollar. Vishay Intertechnology Inc.ist eine börsennotierte amerikanische Firma. Sie wird von Selb (Oberfranken) aus geführt. Am Standort Selb sind zwei Produktionsstätten, sowie die europäische Zentrale angesiedelt. Es ist Vishay ein besonderes Anliegen, die Kontakte zu der Hochschule, die der Zentrale am nächsten liegt, zu intensivieren und damit die Verfügbarkeit gut ausgebildeter Ingenieure in der Zukunft zu fördern.

Die Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften ist eine junge Fakultät mit modernster Ausstattung. Sie bildet seit 1998 sehr erfolgreich Diplomingenieure in den Fächern Materialwissenschaft und Umwelt- und Bioingenieurwissenschaft aus. Seit kurzem wird der sechssemestrige Bachelorstudiengang “Engineering Science” angeboten. Hier werden in sechs Semestern allgemeine ingenieurspezifische Grundlagen gelehrt, die einerseits einen ersten Berufsabschluss darstellen, andererseits aber auch dazu befähigen, einen weiterführenden Masterstudiengang zu besuchen. Es ist geplant, darauf aufbauend ab dem Wintersemester 2007/2008 vier Masterstudiengänge anzubieten: “Automotive Components Engineering and Mechantronics”, “Materials Science and Engineering”, “Energy Science and Technology” und “Biotechnology and Process Engineering”.Mit dem Grad des Master of Science wird ein international anerkannter Abschluss erworben, der dem Diplom gleichwertig ist und der dann auch zur Promotion berechtigt. Die Fakultät legt besonderen Wert auf Kooperationen mit der Industrie, insbesondere auch den lokalen Unternehmungen.

Weitere Informationen:
Studiendekan Prof. Dr.-Ing Ralf Moos
Tel. 0921/55-7400
mail: rals.moos@uni-bayreuth.de

Kerstin Wodal | Universität Bayreuth
Weitere Informationen:
http://www.uni-bayreuth.de

Weitere Berichte zu: Naturwissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen
06.12.2016 | Technische Universität Clausthal

nachricht Fraunhofer WKI koordiniert vom BMEL geförderten Forschungsverbund zu Zusatznutzen von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Holzforschung - Wilhelm-Klauditz-Institut WKI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie