Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

US-Lebensmittelwissenschaftler erhält die höchste Ernährungsauszeichnung der Welt

19.06.2007
Philip E. Nelson, President des Institute of Food Technologists im Jahr 2002 und Professor für Lebensmittelwissenschaften an der Purdue University, wird heute bei einer Bekanntmachung im US-Department of State als Empfänger des Welternährungspreises 2007 anerkannt.

Nelson wurde aufgrund seiner Leistungen bei der Entwicklung einer keimfreien Verpackung und Einlagerung von Massengut, die eine weltweite Verteilung äusserst verderblicher Lebensmittel wie Obst und Gemüse in einer sterilen Umgebung ohne Kühlung und ohne wesentliche Nährstoffverluste ermöglicht, für die höchste Ernährungsauszeichnung der Welt ausgewählt.

Bei der heutigen Bekanntgabe sind der Friedensnobelpreisträger Dr.
Norman Borlaug, Vorsitzender des Auswahlkomitees für den Welternährungspreis, und Kenneth M. Quinn, President Ambassador für den Welternährungspreis, vorgesehen. Den Vorsitz führt Daniel Sullivan, amtierender Undersecretary of State für wirtschaftliche, geschäftliche und landwirtschaftliche Angelegenheiten.
"Dr. Nelsons Pionierarbeit hat es möglich gemacht, grösste Mengen hochwertiger Nahrungsmittel zu produzieren", sagte Ambassador Quinn.

"Die Nahrungsmittel können über lange Zeiträume gelagert und überall in der Welt ohne Nährwert- oder Geschmacksverlust transportiert werden."

Quinn zufolge hat sich dies in Zeiten von Ernährungskrisen als entscheidender Fortschritt erwiesen.

Mithilfe der keimfreien Lebensmitteltechnologie wurden Trinkwasser und Notnahrungsmittel an die Überlebenden des Tsunami im Jahr 2004 in Südostasien und an die US-Opfer des Hurrikans Katrina im Jahr 2005 sowie in anderen Krisensituationen auf der ganzen Welt verteilt.

Nelsons innovative Forschung führte zur Entwicklung der Konservierung und des Transports verderblicher Nahrungsmittel ohne Kühlung in Karbonstahlbehältern, deren Dimensionen vom Lieferwagen zu Ozeanfrachtern reichen. Durch die Beschichtung der Behälter mit Epoxidharz und die Sterilisierung der Ventile und Filter können die Nahrungsmittel eingelagert und entnommen werden, ohne dass verunreinigende Substanzen eindringen. Demzufolge können enorme Mengen an Nahrungsmitteln sicher gelagert und zur endgültigen Verarbeitung, Verpackung und Verteilung über den Erdball verschifft werden.

"Die keimfreie Verarbeitung und Verpackung wird als eine der grössten Nahrungsmittelinnovationen der Welt der letzten 70 Jahre anerkannt", sagte Al Clausi, ehemaliger President des IFT und gegenwärtiges Mitglied des Beratungskomitees des Welternährungspreises, dem u.a. die früheren US-Präsidenten Jimmy Carter und George H.W. Bush sowie die ehemalige philippinische Präsidentin Corazón Aquino angehören.

"Diese moderne Weiterentwicklung in Lebensmittelwissenschaften und -technologie kommt der Tiefkühlware von Clarence Birdseye, der Mikrowelle und den von den Forschungslabors des US-Ministeriums für Landwirtschaft entwickelten konzentrierten tiefgefrorenen Säften gleich", sagte Clausi.

Nelson ist der erste Lebensmittelwissenschaftler und das zweite IFT-Mitglied, dem diese höchste Auszeichnung verliehen wird.

Im Jahr 1991 wurde Nevin S. Scrimshaw für seine lebenslangen Leistungen bei der Identifizierung und Stärkung lokaler Nahrungsmittelquellen zur Reduzierung von Krankheiten, die mit der Unterernährung in Entwicklungsländern in der ganzen Welt verbunden sind, ausgezeichnet. Neben seinen vielen anderen Leistungen gründete Scrimshaw im Jahr 1961 auch das Department of Nutrition, Food Science and Technology am Massachusetts Institute of Technology.

Nelson war seit seiner Kindheit an der Lagerung und Verpackung von Nahrungsmitteln beteiligt. Während seiner ersten Jahre arbeitete er auf der Tomatenfarm seiner Eltern und in der Konservenfabrik in Morristown, Ind. und auf der Ausstellung des Bundesstaats Indiana wurde er zum "Tomatenkönig" gekürt.

Der Welternährungspreis 2007 und die Prämie in Höhe von 250.000 USD werden Nelson am 18. Oktober während der Feierlichkeiten im Iowa State Capitol als Teil des World Food Prize's Norman E. Borlaug International Symposium formal überreicht. Weitergehende Informationen über den Welternährungspreis, die Prämierung des Preisträgers und das Symposium stehen unter http://www.worldfoodprize.org zur Verfügung.

Das US-Department of State befindet sich in der 2201 C Street NW.

Das im Jahre 1939 gegründete Institute of Food Technologists hat seine weltweite Hauptgeschäftsstelle in Chicago, Illinois (USA) und ist eine gemeinnützige internationale wissenschaftliche Gesellschaft mit 22.000 Mitgliedern, die in den Bereichen Lebensmittelwissenschaft und -technologie sowie in verwandten Berufen in akademischen Bereichen, in der Regierung und der Industrie tätig sind. Als die Gesellschaft für Lebensmittelwissenschaften und -technologie bringt das IFT solides Wissen in die öffentliche Diskussion über Ernährungsfragen ein.

Jim Klapthor | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.ift.org
http://www.worldfoodprize.org

Weitere Berichte zu: Lebensmittelwissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht Sensible Daten besser analysieren
16.02.2017 | Georg-August-Universität Göttingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie