Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

5,6 Millionen Euro für die Erforschung von Zellsignalen im Norden

13.06.2007
DFG fördert drei weitere Jahre Sonderforschungsbereich 415 an der Uni Kiel

Damit Entzündungen und Tumorerkrankungen therapiert werden können, muss zunächst auf molekularer Ebene erforscht werden, wie Zellen auf äußere Einwirkungen wie Hormone, Wachstumsfaktoren und Stress reagieren.

Diese Grundlagenforschung findet im Sonderforschungsbereich (SFB) 415 statt, der jetzt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für weitere drei Jahre mit 5,6 Millionen Euro gefördert wird. In diesem SFB arbeiten Wissenschaftler aus Kliniken und Instituten der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und des Forschungszentrums Borstel seit 1998 zusammen. Die vierte und letzte Förderperiode beginnt am 1. Juli 2007 und endet am 30. Juni 2010.

SFB 415: "Spezifität und Pathophysiologie von Signaltransduktionswegen" - Was bedeutet das? Mit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms sind zwar grundsätzlich alle Gene bekannt, die an intra- und interzellulären Signalwegen beteiligt sein können. Ihr individueller Einfluss in komplexen Signalnetzwerken, die zum Beispiel zu Krankheiten führen, ist jedoch noch weitgehend ungeklärt. Die Wissenschafter des SFB 415 wollen diese Einflüsse in der Grundlagenforschung aufdecken, damit dann innovative Therapien hierfür entwickelt werden können. Theoretische, klinische und kliniknahe Forschergruppen arbeiten daher seit Beginn der ersten Förderperiode 1998 unmittelbar zusammen.

... mehr zu:
»DFG »Entzündung

In der neuen Förderperiode sind 18 Arbeitsgruppen aus den Instituten für Anatomie, Biochemie, Immunologie und Pharmakologie der Kieler Uni, den Kliniken für Dermatologie, der Molekularen Onkologie und der I. Medizin des Universitätsklinikums in Kiel, aus der Medizinischen Fakultät der Uni Kiel und des Forschungszentrums Borstel beteiligt. Das Forschungszentrum Borstel bringt ein neues Projekt (C10) ein, in dem die Funktion eines neuen Zytokins im Verlauf von chronischen Entzündungsreaktionen untersucht wird.

Der SFB beschäftigt zurzeit 58 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in vier Projektbereichen: Ein Thema ist die Frage, wie auf molekularer Ebene die Entscheidung einer Zelle für "Tod oder Überleben" als Reaktion auf Signale von außen gesteuert wird. In einer zweiten Projektgruppe werden die molekularen Signalwege bei der Zellteilung und der Regeneration von Gewebe untersucht. "Entzündung und Infektion" ist der dritte Teilbereich, in dem es um Signalwege bei speziellen Krankheitsmodellen, wie etwa Morbus Crohn, geht. In einem Zentralprojekt wird schließlich für alle Teilprojekte eine Plattform für Gen-Expressionanalysen bereitgestellt.

"Die Weiterförderung dieses SFB ist ein deutliches Zeichen, dass wir auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften im Norden exzellente Arbeit leisten", betont Professor Thomas Bauer, der Rektor der Kieler Uni, und zielt damit auf den eingereichten Antrag für das Exzellenzcluster ab. Viele Forscher des SFB sind am Netzwerk Entzündungsforschung in Schleswig-Holstein beteiligt und tragen auch den Antrag mit, über den die DFG am 19. Oktober dieses Jahres entscheiden wird. Die Forscher der Exzellenzinitiative beschäftigen sich mit Entzündungen an Grenzflächen in Organismen, um grundlegende Prinzipien von Entzündungskrankheiten bei Menschen zu verstehen.

Susanne Schuck | idw
Weitere Informationen:
http://www.sfb415.uni-kiel.de

Weitere Berichte zu: DFG Entzündung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe
22.09.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Millionen für die Krebsforschung
20.09.2017 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie