Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

VBU-Kooperationspreis für neuartige Ansätze zur Immuntherapie von Krebs

01.06.2007
Auszeichnung für Biotechnologie-Unternehmen CureVac GmbH und Forschungspartner NMI

Der mit 5.000 Euro dotierte VBU-Kooperationspreis wurde am 31. Mai im Rahmen der European BioPerspectives 2007 in Köln an das junge Biotechnologie-Unternehmen CureVac GmbH in Tübingen und den Forschungskooperationspartner NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut der Universität Tübingen am Standort Reutlingen übergeben. Diese Auszeichnung wurde anlässlich des 10-jährigen Bestehens der VBU Vereinigung deutscher Biotechnologie-Unternehmen erstmals verliehen.

Die Auszeichnung wurde vom Vorsitzenden der VBU Vereinigung deutscher Biotechnologie-Unternehmen, Dr. Ulrich Berendt, und dem Nordrheinwestfälischen Innovationsminister, Professor Andreas Pinkwart, vorgenommen. Die VBU zeichnet damit eine beispielhaft erfolgreiche Zusammenarbeit von Forschung und Industrie aus, auf deren Grundlage sich neue Möglichkeiten zur Erforschung der Immuntherapie zur Bekämpfung von Krebs eröffnen können.

Durch die ausgezeichnete, äußerst erfolgreiche Kooperation mit dem NMI Reutlingen konnte sich das vormals kleine biotechnologische Start-up-Unternehmen CureVac, das im Jahre 2000 aus der Universität Tübingen ausgegründet wurde, zum integrierten pharmazeutischen Unternehmen, welches an innovativen Ansätzen forscht und die Produkte für die Forschung produziert, entwickeln.

CureVac arbeitet seit längerem an einem immuntherapeutischen Ansatz gegen Krebs auf der Basis von messenger RNA (mRNA). Bislang galt langkettige mRNA als das instabilste biologische Molekül überhaupt, welches kaum in größeren Mengen und selbst in Forschungsqualität nur unter erschwerten Umständen produziert werden konnte und somit therapeutisch schwer nutzbar erschien. Durch das Projekt wurde es weltweit erstmals möglich, langkettige RNA (mRNA) in solcher Qualität und Menge zu produzieren, dass diese in der Klinik weitergehend erforscht werden kann.

Im Gegensatz zu etablierten DNA-Therapie-Entwicklungen ("Gentherapie") bietet RNA eine entscheidend erhöhte Sicherheit und ein umfassenderes Wirkprinzip. Um wirksam zu sein, wurde mRNA von CureVac stabilisiert (RNActive®); so wird die notwendige Zeitspanne gewonnen, um das Immunsystem zu aktivieren, die mRNA bleibt aber noch so instabil, dass sie innerhalb kürzester Zeit vollständig abgebaut wird.

Um das Therapeutikum der stabilisierten RNA entwickeln und klinisch erforschen zu können, mussten neben einer neuartigen, robusten biotechnologischen GMP-gerechten Produktion von langkettiger mRNA für therapeutische Zwecke auch validierte Analyseverfahren entwickelt werden, für die es aufgrund der Neuartigkeit des Produkts keinerlei konkrete Vorgaben zur Analytik von RNA-basierten Wirkstoffen gab. Die eng verzahnte Entwicklung von Prozess und Analyse waren eine Herausforderung für beide Kooperationspartner, wobei jeder für sich eine solche Aufgabe nicht hätte leisten können. Gefördert wurde dieses sehr innovative Vorhaben durch das Land Baden-Württemberg im Rahmen des Programms "Biotechnologie Baden-Württemberg".

Beide Kooperationspartner konnten große Vorteile aus der gemeinsamen Forschungsarbeit ziehen und durch die ausgewiesenen Ergebnisse ein Alleinstellungsmerkmal am Markt entwickeln. Aber auch auf die Beschäftigungssituation wirkte sich u. a. diese Kooperation positiv aus: CureVac konnte die Zahl der Beschäftigten von 15 zu Beginn der Kooperation auf momentan 38 Mitarbeiter ausweiten. Mit einer Erhöhung der Nachfrage hinsichtlich weiterer Kooperationen und einer weiteren Ausweitung der Ressourcen ist bei beiden Partnern zu rechnen.

Der VBU-Kooperationspreis wurde als Auszeichnung gestiftet für herausragende innovative Produkte, Verfahren und Methoden aus dem Bereich der Life Sciences, die in Kooperationsprojekten von Unternehmen (insbesondere KMU) mit wissenschaftlich-technischen Forschungseinrichtungen entwickelt worden sind. Als Bewertungskriterien zählen u.a. Nutzen und Relevanz für das Unternehmen, Umsetzbarkeit des Kooperationsergebnisses und Innovationsgehalt.

Die VBU Vereinigung deutscher Biotechnologie-Unternehmen wurde 1996 als erste deutsche Biotechnologievereinigung junger Biotechnologieunternehmen unter dem Dach der DECHEMA (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., Frankfurt am Main) gegründet.

Heute gehören ihr mehr als 200 Firmenmitglieder an.

Zu den zentralen Aufgaben und Zielen der VBU gehören:

- Förderung der Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen
- Unterstützung der internationalen Aktivitäten der Biotech-Unternehmen
- Organisation von wissenschaftlichen Veranstaltungen auf höchsten Niveau
- Unterstützung der Politik bei der Formulierung neuer F&E-Förderprogrammen im Bereich der Life Sciences

Dr. Christine Dillmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.v-b-u.org

Weitere Berichte zu: Biotechnologie-Unternehmen RNA VBU

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie
19.09.2017 | Paul-Martini-Stiftung (PMS)

nachricht EU fördert exzellente Nachwuchsforschung: Zehn Auszeichnungen gehen nach Nordrhein-Westfalen
15.09.2017 | Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie