Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einzigartiges Verfahren zur umweltfreundlichen Produktion von nachwachsenden Rohstoffen wird ausgezeichnet

29.05.2007
Mit "Moor-Projekt" zum Bundespräsidenten

Ein am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald entwickeltes neuartiges Konzept zur nachhaltigen und umweltschonenden Nutzung von zerstörten Mooren wird mit einer ganz besonderen Auszeichnung geehrt. Vom 5. bis zum 6. Juni 2007 präsentieren Institutsdirektor Prof. Stefan Zerbe und seine Mitarbeiter im Park von Schloss Bellevue in Berlin im Rahmen der Woche der Umwelt das Konzept im Bereich Naturschutz Gewässer- und Bodenschutz.

Von über 400 Bewerbern wurden die 180 besten Unternehmen und Institutionen in einem schriftlichen Bewerbungsverfahren ausgewählt, um innovative Umweltschutztechnologien und -projekte vor 10.000 geladenen hochkarätigen Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft aus dem In- und Ausland vorzustellen. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler und mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) wird die Woche der Umwelt nach 2002 und 2004 bereits zum dritten Mal durchgeführt.

Mit Hilfe von Paludikulturen (lat. palus "Morast, Sumpf") wird eine umweltfreundliche, nachhaltige Produktion von nachwachsenden Rohstoffen ermöglicht. Dazu werden wiedervernässte Moorstandorte mit Hilfe von standortgerechten Pflanzen (zum Beispiel Erle, Schilf oder Torfmoos) kultiviert. Das Verfahren ist zukunftsweisend, da mit ihm eine Alternative für umweltschädliche fossile Rohstoffe geschaffen wird. Die herkömmliche Rohstoffproduktion konkurriert zunehmend mit anderen Landnutzungsformen und muss auf marginale Gebiete ausweichen. Das größte Flächenpotenzial bietet die landwirtschaftliche Nutzung von zerstörten Mooren. Um diese Flächen jedoch umweltfreundlich nutzen zu können, muss die Entwässerung gestoppt werden, die zur Freisetzung von Treibhausgasen und Wasserverunreinigung führt.

... mehr zu:
»Botanik »Rohstoff

Die Herausforderung besteht darin, eine neue, nasse Landwirtschaft - Paludikultur - zu entwickeln. Auf diese Weise kann durch die Verhinderung von CO2-Ausstoß und durch Verdunstungskühlung langfristig Klimaschutz betrieben werden. Darüber hinaus bietet das Verfahren Perspektiven für Landwirtschaft, Tourismus und Naturschutz in schwach entwickelten Regionen. Seit 1995 laufen verschiedene "Paludikultur-Projekte" am Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald mit wissenschaftlichen und industriellen Partnern, die in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden.

Die praktische Umsetzung des Konzeptes anhand der Kultivierung von Torfmoos auf Hochmoorgrünland zur Gewinnung eines hochwertigen Basisstoffes für den Gartenbau, von Schilf zur energetischen Nutzung sowie von Erle zur Wertholzgewinnung, wird im Rahmen der zweitägigen Ausstellung auf dem Gelände von Schloss Bellevue in Berlin präsentiert.

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät
Institut für Botanik und Landschaftsökologie
PD Dr. Hans Joosten
Grimmer Str. 88, 17487 Greifswald
T +49 3834 86-41 77
E joosten@uni-greifswald.de

Constanze Steinke | idw
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de/710.html
http://www.uni-greifswald.de

Weitere Berichte zu: Botanik Rohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Rosige Zeiten für die Meeresforschung: SFB „Roseobacter“ wird weitere vier Jahre gefördert
08.12.2017 | Leibniz-Institut DSMZ-Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH

nachricht Wie lassen sich künstliche Lungen implantieren?
06.12.2017 | Medizinische Hochschule Hannover

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie