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IZKF/UKM-Forscherin ist krank machenden Allergenen auf der Spur

27.04.2007
Forschungsgelder in Höhe von 123.000 Euro bewilligt

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) hat Privat-Dozentin Dr. Simone König vom „Interdisziplinären Zentrum für klinische Forschung“ am Universitätsklinikum Münster (UKM) und ihrem Team Forschungsgelder in Höhe von 123.000 Euro bewilligt. Gemeinsam mit der Firma eco-LUFTQUALITÄT + RAUMKLIMA GmbH aus Köln, die mit Mitteln in gleicher Höhe gefördert wird, wollen König und der Geschäftsführer der Kölner Firma, Dr. Lothar Grün, Atemwegsallergene am Arbeitsplatz untersuchen.

Epidemiologisch ist in den vergangenen Jahrzehnten eindeutig ein Anstieg der Häufigkeit von allergischen Erkrankungen festgestellt worden. Vor allem Blütenpollen, Tierhaare und Schimmelpilze sind als Auslöser bekannt. In Bäckereien sind es die Mehlstäube, die zu Allergien führen. Der als Bäckerallergie bekannte Hautausschlag an Händen und Unterarmen sowie Asthma sind anzeigepflichtige Berufskrankheiten. Nur: Wie kann man herausfinden, ob die Allergie am Dinkel-, am Hafer oder am Roggenmehl, an der Hefe, an Zusatzstoffen, oder an ganz anderen Einflüssen in der Luft liegt? „Wir werden mit einem Apparat, den sich die Bäcker an den Körper schnallen, Stäube einsammeln“, erklärt König ihre Forschungs-Methode. In den Apparat gelangen also die gleichen Stäube wie sein Träger sie atmet. Entwickelt hat diesen Apparat die Kölner Firma.

Seit mehr als zehn Jahren befasst sich Grün mit einem besonders potenten Allergen, der so genannten Amylase, dessen Verwendung in Backhilfsmitteln mitverantwortlich ist für die drastische Zunahme von berufsbedingten allergischen Atemwegserkrankungen im Backgewerbe. Deshalb werden König und Grün in den kommenden drei Jahren exemplarisch Bäckereien unter die Lupe nehmen.

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Haben die Forscher die Stäube eingesammelt, werden sie aufwändig aufgearbeitet, um anschließend hoch aufgelöst getrennt zu werden. Es werden Bilder der im Staub enthaltenen Proteine erstellt, die charakteristische Muster bilden. „Die Proteinmuster von Gersten- oder Weizenstaub sind sich ähnlich. Auffälligkeiten, die für bestimmte Arbeitsplätze festgestellt werden, können ein Anhaltspunkt für mögliche Allergieauslöser sein“, erläutert König. Diese werden dann näher untersucht. Die Methode verspricht durch den neuen Weg der Musteranalyse einen schnellen Überblick über die potentielle Allergenbelastung.

Im Rahmen des Projektes soll eine Datenbank mit repräsentativen Staubanalysen aufgebaut werden, die über das Internet zur Verfügung steht. Obwohl sich König und Grün zunächst auf Bäckereien konzentrieren, wird die Methodik später auch auf weitere Arbeitsbereiche wie Mühlenbetriebe, Pelzverarbeitung oder die Waschmittelindustrie erweiterbar sein: Unternehmer haben damit die Möglichkeit, präventiv tätig zu werden.

Für König und Grün ergibt sich durch die Förderund des BMWi die einzigartige Möglichkeit, Hochtechnologien aus der Bioanalytik im Dienstleistungsbereich zu etablieren und damit einer breiteren Nutzung zuzuführen. Den Rahmen des Projektes bildet das BMWi-Programm PRO INNO II, das initiiert wurde, um „über Innovationen und Zukunftstechnologien die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen“ nachhaltig zu unterstützen.

Simone Hoffmann | Universitätsklinikum Münster (UK
Weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-muenster.de/

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