Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsches Erfinderduo gewinnt den Preis "Europäische Erfinder des Jahres 2007"

19.04.2007
Mit Dr. Franz Lärmer und Andrea Urban von der Robert Bosch GmbH, Stuttgart, sind zwei Deutsche unter den diesjährigen "European Inventors of the Year 2007". Mit dem von ihnen entwickelten "Bosch-Verfahren" haben sie den Einsatz des lebensrettenden Airbags ermöglicht.

Zu den weiteren Gewinnern zählen die Erfinder von biologisch abbaubaren Kunststoffen und von Medikamenten zur Behandlung von Aids und Autoimmunkrankheiten. So hat der Protease Hemmer Crixivan die Behandlung von HIV-Kranken revolutioniert. Zum ersten Mal erhielt mit Catia Bastoli eine Frau die Auszeichnung für die Erfindung von biologisch abbaubaren Kunststoffen aus dem nachwachsenden Rohstoff Stärke. In der Kategorie Lebenswerk ging die Ehrung an Prof. Dr. Marc Feldmann für die Entdeckung der Cytokine zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten.

Günter Verheugen, der Vizepräsident der Kommission, und Alain Pompidou, der Präsident des Europäischen Patentamtes haben heute Abend im Rahmen einer festlichen Gala im Internationalen Congress Centrum München vor rund 600 Gästen die Sieger geehrt.

EU-Kommissar Günter Verheugen, verantwortlich für Unternehmens- und Industriepolitik: "Alle heutigen Preisträger haben mit ihren Bahn brechenden Erfindungen die Innovationsstärke Europas belegt. Diese ist entscheidend für unsere Konkurrenzfähigkeit, weshalb wir Innovation weiter mit Nachdruck fördern werden. Gleichzeitig tragen die ausgezeichneten Erfindungen dazu bei, aktuelle Herausforderungen unserer Gesellschaft zu überwinden."

EPA Präsident Alain Pompidou: "Die heute ausgezeichneten Erfinder haben nicht nur herausragende kreative Leistungen erbracht, sondern auch den Nutzen des Erfindungsschutzes durch Patente aufgezeigt. Das europäische Patentsystem nimmt in der Innovationsförderung in Europa eine zentrale Stellung ein. Deshalb ist es wichtig, die Wirksamkeit und Kosteneffizienz dieses Systems mit geeigneten Maßnahmen weiter zu stärken. Das Europäische Patentamt unterstützt die Initiativen der Europäischen Kommission auf diesem Gebiet."

Ausgewählt von einer internationalen Jury, wurden herausragende Wissenschaftler geehrt, die mit ihren Bahn brechenden Erfindungen die Bereiche Umwelttechnologie, Gesundheit und Medizin sowie Automobiltechnik revolutioniert haben. Aus den Händen von Günter Verheugen und EPA-Präsident Alain Pompidou erhielten heute den Preis:

- Kategorie Industrie: Dr. Franz Lärmer und Andrea Urban (Robert
Bosch GmbH, Stuttgart/Deutschland) für das "Bosch-Verfahren",
das die Sensortechnik revolutioniert hat und ohne das es
beispielsweise den lebensrettenden Airbag nicht gäbe.
- Kategorie KMU: Dr. Catia Bastoli und Team (Novamont S.p.a.,
Novara/Italien) für die Erfindung biologisch abbaubarer
Kunststoffe aus dem nachwachsenden Rohstoff Stärke, die z.B.
weltweit in umweltfreundlichen Abfalltüten zum Einsatz kommen.
- Kategorie Nicht-europäische Länder: Dr. Joseph P. Vacca und Team
(Merck Research Laboratories, West Point, PA/USA) für die
Erfindung des Protease-Hemmers Crixivan, der weltweit die
Behandlung von HIV-Kranken revolutioniert hat.
- Kategorie Lebenswerk: Prof. Marc Feldmann (Kennedy Institute of
Rheumatology, London/GB) für die Entdeckung der Rolle der
Cytokine bei Autoimmunkrankheiten (z.B. rheumatischer Arthritis)
und eines Behandlungsverfahrens, das weltweit Millionen von
Menschen geholfen hat.
Hintergrund "European Inventor of the Year"
Der "European Inventor of the Year" wird seit 2006 gemeinsam von Europäischem Patentamt und EU-Kommission vergeben. Ausgezeichnet werden Erfinder und Innovationen, die in Europa und darüber hinaus einen maßgeblichen und nachhaltigen Beitrag zum technischen Fortschritt und damit auch zur wirtschaftlichen Stärkung Europas geleistet haben. Ausgezeichnet werden Teams und Einzelpersonen in vier Kategorien: Industrie, Kleine und mittlere Unternehmen, Nicht-europäische Länder, Lebenswerk. Der Preis ist rein ideell, also nicht mit einer materiellen Honorierung verbunden. Dank seiner geographischen Reichweite und seines Auswahlverfahrens ist der "European Inventor of the Year" in Europa einzigartig. Bei der Wahl der Nominierten greift die Jury auf die Expertise der 3.500 Patentprüfer des EPA zurück. Die neunköpfige, unabhängige Jury besteht aus international anerkannten Experten aus Forschung und Wirtschaft.

Mehr Informationen zum "European Inventor of the Year 2007" finden Sie unter: www.european-inventor.org

Rainer Osterwalder | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.epo.org
http://www.european-inventor.org

Weitere Berichte zu: Autoimmunkrankheit Inventor Kunststoff Lebenswerk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren
16.10.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Dr. Philipp Schommers erhält Förderpreis für Klinische Infektionsforschung
16.10.2017 | Uniklinik Köln

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Im Focus: Smart sensors for efficient processes

Material defects in end products can quickly result in failures in many areas of industry, and have a massive impact on the safe use of their products. This is why, in the field of quality assurance, intelligent, nondestructive sensor systems play a key role. They allow testing components and parts in a rapid and cost-efficient manner without destroying the actual product or changing its surface. Experts from the Fraunhofer IZFP in Saarbrücken will be presenting two exhibits at the Blechexpo in Stuttgart from 7–10 November 2017 that allow fast, reliable, and automated characterization of materials and detection of defects (Hall 5, Booth 5306).

When quality testing uses time-consuming destructive test methods, it can result in enormous costs due to damaging or destroying the products. And given that...

Im Focus: Cold molecules on collision course

Using a new cooling technique MPQ scientists succeed at observing collisions in a dense beam of cold and slow dipolar molecules.

How do chemical reactions proceed at extremely low temperatures? The answer requires the investigation of molecular samples that are cold, dense, and slow at...

Im Focus: Kalte Moleküle auf Kollisionskurs

Mit einer neuen Kühlmethode gelingt Wissenschaftlern am MPQ die Beobachtung von Stößen in einem dichten Strahl aus kalten und langsamen dipolaren Molekülen.

Wie verlaufen chemische Reaktionen bei extrem tiefen Temperaturen? Um diese Frage zu beantworten, benötigt man molekulare Proben, die gleichzeitig kalt, dicht...

Im Focus: Astronomen entdecken ungewöhnliche spindelförmige Galaxien

Galaxien als majestätische, rotierende Sternscheiben? Nicht bei den spindelförmigen Galaxien, die von Athanasia Tsatsi (Max-Planck-Institut für Astronomie) und ihren Kollegen untersucht wurden. Mit Hilfe der CALIFA-Umfrage fanden die Astronomen heraus, dass diese schlanken Galaxien, die sich um ihre Längsachse drehen, weitaus häufiger sind als bisher angenommen. Mit den neuen Daten konnten die Astronomen außerdem ein Modell dafür entwickeln, wie die spindelförmigen Galaxien aus einer speziellen Art von Verschmelzung zweier Spiralgalaxien entstehen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Astronomy & Astrophysics veröffentlicht.

Wenn die meisten Menschen an Galaxien denken, dürften sie an majestätische Spiralgalaxien wie die unserer Heimatgalaxie denken, der Milchstraße: Milliarden von...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

bionection 2017 erstmals in Thüringen: Biotech-Spitzenforschung trifft in Jena auf Weltmarktführer

13.10.2017 | Veranstaltungen

Tagung „Energieeffiziente Abluftreinigung“ zeigt, wie man durch Luftreinhaltemaßnahmen profitieren kann

13.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ESO-Teleskope beobachten erstes Licht einer Gravitationswellen-Quelle

16.10.2017 | Physik Astronomie

Was läuft schief beim Noonan-Syndrom? – Grundlagen der neuronalen Fehlfunktion entdeckt

16.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Gewebe mit Hilfe von Stammzellen regenerieren

16.10.2017 | Förderungen Preise