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Wissenschaftspreis der Europäischen Kommission

13.04.2007
Wissenschaftspreis der Europäischen Kommission für Bamberger GLOBALIFE-Projekt. 30 000 Euro für sozialwissenschaftliches Projekt.

Das GLOBALIFE-Projekt, in dem die Wirkung der Globalisierung auf die Lebensverläufe in modernen Gesellschaften untersucht wurde, ist von der Europäischen Kommission im Rahmen des Descartes Preises für Wissenschaftliche Exzellenz als einziges sozialwissenschaftliches Projekt mit einem Preis in Höhe von 30 000 Euro ausgezeichnet worden.

Das vom Bamberger Soziologieprofessor Hans-Peter Blossfeld geleitete internationale Projekt GLOBALIFE lief über sechs Jahre und liefert eine umfassende, einzigartige Untersuchung der Auswirkung des Globalisierungsprozesses auf Erwerbs- und Familienverläufe von Menschen in insgesamt 17 modernen Gesellschaften. Das Projekt, das finanziell von der VolkswagenStiftung gefördert wurde, beschäftigte sich mit den Auswirkungen der Globalisierung: Der Standortwettbewerb zwischen Sozialstaaten verschärft sich zunehmend, Märkte sind nicht mehr durch Nationalgrenzen beschränkt, Personen, Unternehmen und Staaten vernetzen sich durch neue Informations- und Kommunikationstechnologien.

Auf Akteursebene haben diese Auswirkungen der Globalisierung dazu geführt, dass die Menschen unsicherer werden: Es fällt zunehmend schwer, rationale und langfristig bindende Entscheidungen zu treffen, was paradoxerweise dazu führt, dass lokale Routinen bzw. regionale Traditionen und Normen als Orientierungshilfen an Bedeutung gewinnen. Soziale und ökonomische Planungen orientieren sich an kurzfristigen Zeithorizonten. Der Abbau des Wohlfahrtsstaates verstärkt diese Verunsicherungstendenz noch.

Die Gesellschaft trennt sich laut Blossfelds Studie heute in so genannte Insider und Outsider. Die Insider arbeiten Vollzeit, haben eine feste Stelle, sichere Verträge und Interessenvertreter. Die Outsider sind insbesondere Frauen, die wieder ins Berufsleben einsteigen wollen, und junge Leute. Für sie ist die Unsicherheit besonders hoch. So trauen sie sich nicht mehr, langfristig bindende Entscheidungen zu treffen, denn Flexibilität und Mobilität werden von den Arbeitgebern gefordert. Frauen mit qualifizierter Ausbildung möchten sich ihre Berufschancen nicht verbauen und bekommen daher keine Kinder. Der Mangel an guter Kinderbetreuung ist ein großes Problem. "Wir brauchen radikale Lösungen zur Unterstützung der jungen Generation", schlussfolgert der Familienforscher Blossfeld.

Dr. Martin Beyer | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-bamberg.de/

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