Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Markus Christmann erhält Auszeichnung für Arbeiten zur DNA-Reparatur

02.04.2007
Young Toxicologist's Award geht erstmals an einen Mainzer Nachwuchswissenschaftler - Forschungsgebiet mit hohem Stellenwert in der Toxikologie

Die Erbsubstanz DNA kann durch verschiedene Einflüsse wie beispielsweise UV- und Röntgenstrahlen oder krebserregende Stoffe geschädigt werden. Die Zellen können Schäden an der DNA aber auch wieder reparieren. Diese sogenannte DNA-Reparatur ist ein Forschungsschwerpunkt des Instituts für Toxikologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Regulation der DNA-Reparatur ist Dr. Markus Christmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Toxikologie, nun mit dem Young Toxicologist's Award ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung erfolgte anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pharmakologie und Toxikologie (DGPT) vom 13. bis 15. März 2007. Mit dem Preis - gestiftet von dem Pharmaunternehmen Merck - werden herausragende Forschungsarbeiten von Wissenschaftlern im Alter unter 38 Jahren auf dem Gebiet der Toxikologie geehrt. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und ging erstmalig nach Mainz.

"An der Reparatur der DNA sind mindestens 130 Enzyme beteiligt", erläutert Univ.-Prof. Dr. Bernd Kaina, Leiter des Instituts für Toxikologie. "Wenn wir irgendwelchen schädigenden Einflüssen besonders stark ausgesetzt sind, muss die DNA-Reparatur auch besonders effektiv erfolgen und genauestens reguliert werden. Wenn dies nicht erfolgt, sind Zelltod, Mutationen und auch Krebs die Folge." Markus Christmann konnte in seinen Arbeiten drei Mechanismen aufzeigen, die bei der Regulation der DNA-Reparatur eine Rolle spielen. Dazu gehört ein Mechanismus, der den DNA-Reparaturproteinen hilft, bei Stressbedingungen schneller in den Zellkern zu gelangen: Die Proteinkomplexe werden durch Phosphorylierung stabilisiert und wandern anschließend in den Zellkern, wo sie verstärkt an geschädigte DNA binden.

... mehr zu:
»DNA »DNA-Reparatur »Toxikologie

Des Weiteren beschäftigte sich Christmann mit der Frage der Regulation der DNA-Reparatur auf Ebene der Gene. Kommt es zu toxischen Einwirkungen, müssen Reparatur-Enzyme in ausreichend großer Menge vorhanden sein, um den Schaden zu beheben. Hier hat Christmann gezeigt, wie die beiden Transkriptionsfaktoren c-Fos und p53 - auch als Tumorunterdrückungsproteine bezeichnet - das Ablesen von DNA-Reparaturgenen in Stresssituationen steuern. Im Falle von c-Fos wird damit erklärt, weshalb Zellen mit Mangel an c-Fos auf ultraviolettes Licht und auf chemische Genotoxine hypersensitiv reagieren (publiziert in den Zeitschriften Carcinogenesis und Nucleic Acids Research). "Die Veröffentlichungen hierzu verdienen größte Aufmerksamkeit, weil sie einen neuen Mechanismus der zellulären Antwort nach Genotoxin-Einwirkung aufzeigen", erklärt Kaina. Im Falle von p53 hat Christmann ebenso die ganz direkte Beteiligung des Proteins an der Steuerung eines Reparaturgens nachgewiesen. Zellen, denen diese Steuerung fehlt, sind ebenfalls empfindlich gegenüber UV-Licht (publiziert in der Zeitschrift Oncogene). "Offen bleibt die spannende Frage, ob die Zellen auch empfindlich gegenüber krebserregenden Stoffen zum Beispiel im Zigarettenrauch oder gegen Krebs-Therapeutika werden", so Kaina.

Der Stellenwert der DNA-Reparaturforschung in der Toxikologie ist prominent. Dies wird unter anderem daran ersichtlich, dass ein Review-Artikel zum Thema DNA-Reparatur in menschlichen Zellen, der in der Fachzeitschrift Toxicology erschienen ist (Christmann et al., Toxicology 193, 3-34, 2003), als eine der meistzitierten Arbeiten der letzten Jahre auf dem Gebiet der Toxikologie gilt.

Markus Christmann, geboren 1969, hat Biologie an der Johannes Gutenberg-Universität studiert und am Institut für Toxikologie promoviert. Seit August 2000 ist er Projektleiter am Institut für Toxikologie.

Kontakt und Informationen:
Univ.-Prof. Dr. Bernd Kaina
Institut für Toxikologie
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 39-33246
Fax 06131 39-230506
E-Mail: kaina@uni-mainz.de

Petra Giegerich | idw
Weitere Informationen:
http://www.zmg.uni-mainz.de/

Weitere Berichte zu: DNA DNA-Reparatur Toxikologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Red Dot Design Award für die dormakaba 360°City App
09.12.2016 | Kaba GmbH

nachricht Zweimal Gold beim Architects’ Darling Award 2016 für dormakaba
28.11.2016 | Kaba GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Latest News

Water - as the underlying driver of the Earth’s carbon cycle

17.01.2017 | Earth Sciences

Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

17.01.2017 | Materials Sciences

Smart homes will “LISTEN” to your voice

17.01.2017 | Architecture and Construction