Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Göttinger Dermatologe erhält Förderpreis 2006 Niedersächsischen Krebsgesellschaft

15.03.2007
Studie zur digitalen Auflichtmikroskopie in der Melanom-Früherkennung ausgezeichnet.

Die Niedersächsische Krebsgesellschaft hat im Anschluss an ihre Mitgliederversammlung am Mittwoch, dem 14. März 2007 den mit 5.000 Euro dotierten Förderpreis 2006 an Dr. Holger Hänßle, Assistenzarzt in der Abteilung Dermatologie und Venerologie der Universitätsmedizin Göttingen, verliehen. Der Preisträger wurde gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe für eine Studie über die Digitale Auflichtmikroskopie in der Melanom-Früherkennung ausgezeichnet.

Im Rahmen der Studie wurden seit 1997 insgesamt 530 Patienten mit einem erhöhten Melanomrisiko in regelmäßigen Abständen (vierteljährlich bis jährlich) in der Vorsorgesprechstunde untersucht. Die Patientenuntersuchung erfolgte dabei in drei voneinander getrennten Durchgängen. Der erste Untersuchungsdurchgang erfasste die Krankheitsvorgeschichte (z.B. sich verändernde Pigmentmale, Bluten eines Pigmentmales) und die Untersuchung mit dem bloßen Auge.

Im zweiten Durchgang wurden die Patienten mit einem konventionellen Auflichtmikroskop untersucht. Im dritten Durchgang erfolgte eine digitale Erfassung und Speicherung zuvor festgelegter atypischer Pigmentmale. Die gespeicherten Bilder wurden mit den Voraufnahmen verglichen, um dynamische Veränderungen der atypischen Pigmentmale zu erfassen.

Bei der Auswertung der Daten aller untersuchten Patientinnen und Patienten wurden insgesamt mehr als 90 Melanome diagnostiziert und in einer Phase mit guten Heilungschancen operativ entfernt. 37 Melanome wurden bei der Erstvorstellung identifiziert, weitere 53 Melanome während des anschließenden Beobachtungszeitraums.

18 der im Beobachtungszeitraum entdeckten Melanome wurden allein aufgrund der Analyse der digitalen auflichtmikroskopischen Verlaufsbilder erkannt. Die sequentielle digitale Auflichtmikroskopie ermöglicht somit als Zusatz zur konventionellen Auflichtmikroskopie die Identifizierung weiterer Melanome und verbessert dadurch potentiell die Heilungschancen der Patienten.

Gerade Betroffene mit dem höchsten Melanomrisiko profitieren am deutlichsten von der digitalen Verlaufsbeobachtung. So wurden in dieser Gruppe 66,7 Prozent aller Melanome mit der digitalen Technik diagnostiziert und einer frühzeitigen Operation zugeführt. Der Hautkrebs wurde zu diesem Zeitpunkt durch die Untersuchungsgänge mit dem bloßen Auge und dem konventionellen Auflichtmikroskop nicht erkannt, so dass die digitale Technik eine Steigerung der Sensitivität und vermutlich auch eine Verbesserung der Prognose für die Patienten erzielte.

Die hohe Anzahl von Patientinnen und Patienten und die lange Nachbeobachtungszeit von zum Teil mehr als sieben Jahren macht diese Studie zu der aktuell (Stand August 2006) größten publizierten Studie zur digitalen Auflichtmikroskopie weltweit. Sie wurde im renommierten „Journal of Investigative Dermatology“ publiziert.

Die an drei Nachmittagen pro Woche stattfindende Vorsorgesprechstunde wird fortgesetzt und soll im Rahmen einer neuen Studie noch ausgebaut werden. Der Förderpreis der Niedersächsischen Krebsgesellschaft in Höhe von 5.000 Euro soll für die Wartung der technischen Geräte sowie für die erforderlichen wissenschaftliche Hilfskräfte zur Dateneingabe und Datenauswertung im Rahmen des Projektes verwendet werden.

Zu der Arbeitsgruppe von Dr. Holger Hänßle gehören folgende Personen: Studiendesign: Dr. Claudia Vente, Prof. Dr. Christine Neumann. Datenbank: Dr. Ullrich Krüger. Histopathologie: Dr. Hans-Peter Bertsch. Statistik: Albert Rosenberger. Untersucher: Prof. Dr. Steffen Emmert, Dr. Kai Thoms, Dr. Markus Zutt.

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen
Abteilung Dermatologie und Venerologie
Dr. med. Holger Hänßle
Von-Siebold-Str. 3
37075 Göttingen
Tel: 0551/39-6410
E-Mail: h.haenssle@med.uni-goettingen.de

Stefan Weller | Universitätsmedizin Göttingene
Weitere Informationen:
http://www.universitaetsmedizin-goettingen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope
20.10.2017 | Freie Universität Berlin

nachricht Gitterdynamiken in ionischen Leitern
18.10.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise