Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Teflon® PTFE von DuPont als Treibstoff für neuartiges Satelliten-Triebwerk

12.03.2007
In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Raumfahrtsysteme (IRS) der Universität Stuttgart hat ElringKlinger Kunststoff GmbH, Bietigheim-Bissingen, einen helixförmigen Festtreibstoff aus Teflon® PTFE von DuPont für Satelliten-Triebwerke entwickelt. Für dieses Projekt wurden die Forscher jetzt mit dem zweiten Preis bei den DuPont Plunkett Awards 2006 ausgezeichnet.

Dies war der zehnte Wettbewerb in der Reihe der Plunkett Awards für den innovativen Einsatz der Fluorkunststoffe Teflon® und Tefzel® von DuPont, die 1988 – anlässlich des 50. Jahrestages der Entdeckung von Teflon® PTFE durch den Wissenschaftler Dr. Roy Plunkett – erstmals vergeben wurden.


Halbringe des von ElringKlinger für Satellitenantriebe neu entwickelten Festtreibstoffs aus Teflon® PTFE von DuPont im Labortest. Kleines Bild: Der PTFE-Festtreibstoff soll bei der unter der Leitung des IRS stehenden
Mondmission BW1 (Baden-Württemberg 1) das Marschtriebwerk des Satelliten antreiben. Bild: Institut für Raumfahrtsysteme (IRS), Universität Stuttgart

Gemeinsam haben ElringKlinger und das IRS den Einsatz von Teflon® als Satellitentreibstoff für das so genannte I-MPD- (instationäres magnetoplasmadynamisches Triebwerk) oder Puls-Plasma-Triebwerk (PPT) optimiert, das die Wissenschaftler am IRS zur Lage- und Bahnregelung von Satelliten entwickelt haben. Diese Triebwerke sind robust, kompakt, zuverlässig und besonders sparsam. Daher plant das IRS ihren Einsatz als Marschtriebwerke auf der Mondmission BW1 (Baden Württemberg 1), die Ende dieses Jahrzehnts gestartet werden soll.

Basierend auf dem vom IRS erarbeiteten Design entwickelte ElringKlinger einen Prozess für die Herstellung eines helixförmigen Festtreibstoffs aus Teflon® PTFE. Diese Helixform macht es möglich, den Treibstoff mit Hilfe einer Drehfeder in das Triebwerk nachzuführen. Die unwirtlichen Bedingungen im All, die u.a. von großen Temperaturunterschieden geprägt sind, stellen dabei hohe Anforderungen bezüglich der Fertigungsgenauigkeit, der internen Spannungsfreiheit und der Dimensionsstabilität. Mit Teflon® und der neuen speziellen Fertigungstechnologie von ElringKlinger lassen sich diese Anforderungen erfüllen. Um Platz zu sparen, sieht das IRS-Design die Treibstoffförderung von zwei Seiten in das Triebwerk vor.

... mehr zu:
»Festtreibstoff »IRS »PTFE »Satellit

Die Produktion der ersten Teflon® PTFE Testeinheiten erfolgte Anfang 2006. Sie werden zurzeit erfolgreich in einem 1:1-Modell am IRS getestet. ElringKlinger geht davon aus, dass sich bald auch andere Länder, die auf dem Gebiet der Satellitentechnologie tätig sind, für das System interessieren. Zudem erwarten die Forscher weitere Einsatzmöglichkeiten im Bereich der Hochgeschwindigkeitsplasmen für Laseranwendungen.

Hintergrundinformationen:

Erdumkreisende Kommunikationssatelliten empfangen und übertragen heutzutage Millionen von Telefonanrufen, Radio- und Fernsehübertragungen und andere Signale. Um einen Satelliten in seiner exakten Umlaufbahn und Lage zu halten, ist er mit Triebwerken ausgestattet. Die vom IRS entwickelten I-MPD-Triebwerke kommen mit sehr geringen Mengen an elektrischer Energie aus und eignen sich daher für kleine Satelliten mit begrenzter Solarfläche. Die elektrische Energie wird in einem Kondensator zwischengespeichert und bei Bedarf in einem so genannten Impulsbit entladen. Dadurch löst sich ein Plasmatropfen aus dem Teflon® Festtreibstoff, der durch ein elektrisches Feld beschleunigt wird, was einen äußerst feinen Antriebsimpuls erzeugt. Der Satellit lässt sich so sehr genau positionieren – die Austrittsgeschwindigkeit beträgt dabei mehr als 12 km/Sekunde. Die Triebwerke können beliebig oft wieder gezündet werden, bis der Teflon® Festtreibstoff verbraucht ist, was sie besonders sparsam macht. So werden für die Reise zum Mond nur etwa 50 kg Teflon® benötigt. Ein konventionelles chemisches Triebwerk würde hierfür etwa die dreifache Menge brauchen. Gerade die Lagerung des Festtreibstoffs stellte auf dem nur 1 m3 kleinen Satelliten eine der größten Herausforderungen dar, die mit der von ElringKlinger entwickelten Lösung gemeistert werden konnte.

DuPont Fluoropolymer Solutions ist ein führender Hersteller von Fluorkunststoffen, Additiven, Folien, Beschichtungen und Dispersionen aus PTFE (Polytetrafluorethylen), PFA (Perfluoralkoxy), FEP (Fluorethylenpropylen), ETFE (Ethylentetrafluorethylen) und PVF (Polyvinylfluorid). Diese Produkte vertreibt DuPont unter den Markennamen DuPont™ Teflon®, DuPont™ Tefzel®, DuPont™ Tedlar® und DuPont™ Zonyl®. Zu den wichtigsten Anwendungsbereichen zählen die Automobilindustrie, die chemische Industrie, die Halbleiterfertigung, die Ölförderung, Behälter und Rohrleitungen für Chemikalien, Kommunikationstechnik, Luftfahrt, Elektronik, Haushaltswaren und das Bauwesen.

DuPont ist ein wissenschaftlich orientiertes Produktions- und Dienstleistungs-Unternehmen. 1802 gegründet, setzt DuPont die Wissenschaften für nachhaltige Problemlösungen ein, die für Menschen allerorts das Leben besser, sicherer und gesünder machen. DuPont ist in über 70 Ländern aktiv und bietet eine breite Palette innovativer Produkte und Dienstleistungen für Branchen wie Landwirtschaft, Nahrungsmittel, Bauen und Wohnen sowie Transport.

Das DuPont Oval, DuPont™, The miracles of science™ und Produktnamen mit der Kennzeichnung ® sind markenrechtlich geschützt für DuPont oder eine ihrer Konzerngesellschaften.

FLP-EU-2007-04

Hinweis für die Redaktion:
Diese Mitteilung basiert auf Informationen von:
ElringKlinger Kunststofftechnik GmbH
Etzelstrasse 10, 74321 Bietigheim-Bissingen
Tel: +49 7142 583 0
Fax: +49 7142 583 100
Email: info@elringklinger-kunststoff.de
Web: www.elringklinger-kunststoff.de
Redaktioneller Kontakt:
Horst Ulrich Reimer
Telefon: ++49 (0) 61 72/87-1297
Telefax: ++49 (0) 61 72/87-1266
E-Mail: Horst-Ulrich.Reimer@dupont.com

Horst Ulrich Reimer | Du Pont
Weitere Informationen:
http://www.dupont.com/teflon

Weitere Berichte zu: Festtreibstoff IRS PTFE Satellit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro
24.03.2017 | Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg

nachricht TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro
24.03.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

Zweites Symposium 4SMARTS zeigt Potenziale aktiver, intelligenter und adaptiver Systeme

27.03.2017 | Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fließender Übergang zwischen Design und Simulation

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Industrial Data Space macht neue Geschäftsmodelle möglich

27.03.2017 | HANNOVER MESSE

Neue Sicherheitstechnik ermöglicht Teamarbeit

27.03.2017 | HANNOVER MESSE