Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bildung muss nachhaltig sein! / Deutscher Innovationspreis zur nachhaltigen Bildung in Köln verliehen

02.03.2007
Der Deutsche Innovationspreis für nachhaltige Bildung wurde am 2. März auf der Bildungsmesse didacta in Köln zum ersten Mal verliehen. Auf den ersten Platz des mit insgesamt 20.000,-- Euro dotierten Preises wählte die Jury das Projekt "Kinderstadt Kleinhayn 2006" vom Verein Zukunft Jugend 21. Jahrhundert e.V. in Großenhain. Der zweite Preis ging an eine Forschergruppe der Universität Frankfurt am Main für das Projekt "Wir werden Textdetektive". Die Gewerbeschulen Werft und Hafen sowie Metalltechnik in Hamburg belegten mit "Schülercoaching", einem Stützkonzept für benachteiligte Jugendliche, den dritten Platz.

Der Deutsche Innovationspreis für nachhaltige Bildung entstand aus einer gemeinsamen Initiative des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau und der Schülerhilfe, einem der führenden Nachhilfeanbieter in Deutschland und Österreich.

1. Preis: Lernen in der Kinderstadt

Unter dem Motto "ein Lernort von Kindern und Jugendlichen selbst gestaltet" wurde im August 2006 für zwei Wochen auf dem Schulhof der 2. Mittelschule "Am Kupferberg" in Großenhain/Sachsen mit Hütten, Zelten und Pavillons die Kinderstadt Kleinhayn gegründet. Sie spiegelte das demokratische Gemeinwesen einer Stadt mit eigener Verwaltung, demokratischen Wahlen, Gewerbe, Dienstleistungsbetrieben und kulturellen Einrichtungen wider. Dabei bewiesen 123 Kinder in sieben Stunden täglich, wie in einem pädagogisch durchdachten Rahmen eine gewaltfreie, tolerante und akzeptierende Atmosphäre entwickelt werden kann.

2. Preis: Nachhaltige Verbesserung der Lesekompetenz

Ein neues Unterrichtsprogramm zur nachhaltigen Verbesserung der Lesekompetenz wurde in den vergangenen sechs Jahren vom Institut für Psychologie der Universität Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit mehr als 180 Schulklassen entwickelt. Es heißt "Wir werden Textdetektive" und vermittelt Kompetenzen zum selbstständigen Umgang mit Texten. Die Konzeption des Programms beruht auf kognitionspsychologischen Theorien des Lesens. Anhand mehrerer Studien kann belegt werden, dass die Lesekompetenz mit dem Textdetektive-Programm in signifikant höherem Maße gefördert wird als durch regulären Unterricht.

3. Preis: Benachteiligte Jugendliche coachen

Das Stützkonzept "Schülercoaching" wurde bereits 2002 gemeinsam von Lehrern sowie Schülern der staatlichen Gewerbeschulen Werft und Hafen sowie Metalltechnik in Hamburg entwickelt und erprobt. Es ist konzipiert für Schülergruppen zwischen Schule und Ausbildung. Dabei sollen die Chancen - insbesondere be¬nachteiligter Schüler - auf einen verbesserten Übergang in die Ausbildung erhöht werden. Zusätzliche Ziele sind die Weiterentwicklung der Persönlichkeit sowie der Kompetenzen. Den Schülern soll eine adäquate Berufswahl gemäß ihren Fähigkeiten ermöglicht werden. Sie sollen sich mit Hilfe des Konzeptes aus milieu- und sozialbedingten Rollenmustern lösen und eigene Berufsperspektiven entwickeln.

Nachhaltige Bildung fördern

Bei der Preisverleihung betonte Professor Dr. Reinhold S. Jäger, geschäftsführender Leiter des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Landau, dass Bildung nachhaltig sein und "unabhängig von sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen muss." Er hob die Bedeutung der nachhaltigen Bildung zur Wahrung der individuellen Chancengerechtigkeit hervor und betonte den Charakter des Innovationspreises als eine Initiative im Sinne von Public Private Partnership.

Norbert Milte, Geschäftsführer der Schülerhilfe in Gelsenkirchen, begrüßt die gemeinsame Initiative. In seiner Rede anlässlich der Preisverleihung sagte er: "Die Schülerhilfe setzt auf Qualität und lässt derzeit alle Institute vom TÜV nach ISO 9001 zertifizieren. Damit schaffen wir die qualitative Basis für Kooperationen zwischen einzelnen Schülerhilfen und öffentlichen Schulen. Innovationen bedeuten auch, bestehende Standpunkte zu überdenken oder gar zu verlassen. Nachhilfe ist kein notwendiges Übel, sondern leistet einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag, der in der Öffentlichkeit positiver wahrgenommen werden sollte."

Rege Beteiligung

Um den Deutschen Innovationspreis für nachhaltige Bildung 2006 hatten sich 51 Projekte beworben. Der Preis zeichnet herausragende Initiativen und Projekte an allgemein- und berufsbildenden Schulen aus, die zu individuellen und gruppenbeogenen Leistungsverbesserungen führen. Die Ausschreibung richtete sich an Lehrer, Referendare, Lehramtsstudenten sowie an Schulen, Kooperationen zwischen Schulen und Universitäten oder außerschulischen Partnern. Die Jury bestand aus Experten aus den Bereichen Pädagogik und Psychologie der Länder Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Karla Schachtner | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.schuelerhilfe.de

Weitere Berichte zu: Innovationspreis Lesekompetenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)
26.05.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Neues Helmholtz-Institut in Würzburg erforscht Infektionen auf genetischer Ebene
24.05.2017 | Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften