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Biochemiker baut die Messfühler der Zelle nach: Verleihung der Inhoffen-Medaille am 9. März

02.03.2007
Botenstoffe, chemische Signale oder die Anwesenheit von gefährlichen Krankheitserregern: All das spürt die Zelle mit Hilfe von Rezeptoren auf. So nennt die Wissenschaft Moleküle auf der Zelloberfläche, die mit hoher Genauigkeit jeweils eine ganz bestimmte Substanz erkennen können.

Wie solche Rezeptoren - es gibt eine unerschöpfliche Vielzahl von ihnen - genau funktionieren, das untersucht Prof. François Diederich von der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich seit Jahren eingehend. Sein Trick: Er baut vereinfachte Varianten solcher Rezeptoren künstlich im Chemielabor nach und studiert ihr Verhalten unter Modellbedingungen. Seine Forschung kann wichtige Erkenntnisse für zahlreiche biologisch-medizinische Prozesse liefern, unter anderem für das Verständnis von Krankheiten.

Für seine Arbeit wird Diederich jetzt in Braunschweig mit der Inhoffen-Medaille geehrt. Der Forscher wird die Auszeichnung am kommenden Freitag, 9. März, 15 Uhr, im Forum des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung entgegennehmen.

Der vom Förderverein des Helmholtz-Zentrums gestiftete Preis ist mit 2500 Euro dotiert. Er wird im Rahmen der öffentlichen Inhoffen-Vorlesung verliehen, einer gemeinsamen Veranstaltung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung und der Technischen Universität Braunschweig. Nach einer Ansprache des Preisträgers wird Prof. Joachim Klein, Vorsitzender des Fördervereins und der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft, die Medaille überreichen.

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Herausragende Doktorarbeiten gewürdigt

Im Rahmen der Preisverleihung zeichnet der Förderverein zudem herausragende Doktorarbeiten der Technischen Universität Braunschweig und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung aus. Träger der mit 2000 Euro dotierten Förderpreise sind Dr. Roland Adden und Dr. Raimo Franke. Adden erforschte in seiner Dissertation chemisch abgewandelte Formen des nachwachsenden Rohstoffs Cellulose; Franke befasste sich unter anderem mit molekularen Mechanismen der HIV-Infektion.

Neben den Förderpreisen wird auch der Fritz-Wagner-Preis zur Förderung der Biotechnologie verliehen. Die Auszeichnung und die damit verbundenen 500 Euro erhält in diesem Jahr Dr. Christian Menzel für seine Arbeit an medizinisch wirksamen Proteinen.

Hans Herloff Inhoffen und die gleichnamige Medaille

Zum Gedenken an den 1992 verstorbenen Chemiker Prof. Hans Herloff Inhoffen veranstalten die TU Braunschweig und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (damals noch: Gesellschaft für Biotechnologische Forschung, kurz GBF) seit 1994 regelmäßig die Inhoffen-Vorlesung, bei der der gleichnamige Preis vergeben wird. Inhoffen lehrte von 1946 bis 1974 an der TH Braunschweig und amtierte dort von 1948 bis 1950 als Rektor. Er gründete darüber hinaus 1965 das "Institut für Molekulare Biologie, Biochemie und Biophysik" (IMB), das Vorläufer-Institut der GBF und damit des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung.

Hinweise für die Medien

Bei einem Pressetermin um 14.30 Uhr - unmittelbar vor der Inhoffen-Vorlesung - besteht Gelegenheit zum Fotografieren der Preisträger.

Nähere Auskünfte zu den ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten geben wir gerne unter der Telefon-Nummer 0531/6181-1402.

Manfred Braun | idw
Weitere Informationen:
http://www.helmholtz-hzi.de

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