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Stefan Klotz erhält Ernst-Derra-Preis

27.02.2007
5.000 Euro für Herzchirurgen aus Münster

Privat-Dozent Dr. Stefan Klotz aus der Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Münster (UKM) erhielt den diesjährigen Ernst-Derra-Preis. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wurde jetzt auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thorax-, Herz und Gefäßchirurgie in Hamburg verliehen. Dieser in Deutschland hoch angesehene Preis wird für jährlich für eine hervorragende wissenschaftliche Arbeit aus dem Gebiet der Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie vergeben.

Klotz erhielt den Preis für seine Arbeiten bezüglich der kardialen Veränderungen nach Implantation einer mechanischen Herzunterstützungspumpe. Die Häufigkeit der angeborenen oder erworbenen schweren Herzmuskelschwäche nimmt in Deutschland sowie weltweit deutlich zu, so dass immer mehr Patienten eine lebensrettende Herztransplantation benötigen. Aufgrund der leider niedrigen Spenderbereitschaft in Deutschland liegt die Wartezeit für ein Spenderorgan bei annähernd zwei Jahren. Die einzige Möglichkeit, die hohe Sterblichkeit dieser Patienten während der langen Wartezeit zu verhindern, ist die chirurgische Implantation einer mechanischen Unterstützungspumpe (LVAD, left ventricular assist device).

Die Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie am UKM unter der Leitung von Professor Hans H. Scheld hat sich unter anderem auf diese Therapie spezialisiert. Seit 1993 wurde mehr als 200 Implantationen durchgeführt. Klotz konnte während eines zweijährigen Aufenthaltes an der renommierten Columbia University in New York nachweisen, dass sich unter dieser mechanischen Herzentlastung viele Funktionen des vormals stark geschwächten Herzmuskels komplett erholen können.

Ein Ausbaus des Unterstützungssystems ohne notwendige Herztransplantation gelang jedoch nur bei wenigen Patienten, da sich vermehrt vernetzende Kollagenfasern in den Zwischenraum der einzelnen Herzmuskelzellen, der so genannten "extrazellulären Matrix", einlagern. Dies führte zu einer vermehrten Steifigkeit des Herzmuskelgewebes. Diese Ergebnisse konnten bereits 2005 in der amerikanischen Zeitschrift Circulation veröffentlicht werden. Einen positiven Effekt konnte Klotz durch die Gabe von einem in der Blutdrucktherapie bekanntem Medikament (so genannten ACE-Hemmern) bei diesen Patienten nachweisen. Die Arbeit wird in diesem Jahr im der amerikanischen Zeitschrift Journal of the American Collage of Cardiology veröffentlicht.

Durch diese Arbeiten ist ggf. eine besser gesteuerte Entwöhnung der Patienten von der implantierten Unterstützungspumpe möglich, um die bestehende Organknappheit in Deutschland zu entlasten.

| Universität Münster
Weitere Informationen:
http://listserv.uni-muenster.de/mailman/listinfo/upm-ueberregional

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