Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wege zum Windrad – Rettungskräfte wissen wohin

09.02.2007
DBU fördert Notfall-Infosystem für Windenergieanlagen – Über 140 Leitstellen beteiligen sich bisher

Ein Notruf geht in der Leitstelle ein, aber der Rettungsdienst kann den Verletzten nicht sofort finden? Auch an Windenergieanlagen (WEA) war es für Sanitäter und für Wartungstrupps bislang schwer, die richtige Zufahrt zu identifizieren.

Mit finanzieller Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) von 45.000 Euro hat die Fördergesellschaft Windenergie (Kiel) deshalb jetzt ein bundesweit zentrales, internetbasiertes WEA-Register entwickelt. So konnten Hersteller bereits über 6.000 Rotortürme mit gut sichtbaren Kennnummern ausstatten. „Wir hinterlegen unter www.wea-nis.de öffentliche Infos zum Standort, zur Zufahrt und Nabenhöhe“, betont Projektleiter Volker Schulz. Rund 140 Rettungsleitstellen können mit einem Passwort zusätzliche Daten abrufen. Ein Projekt, das Leben retten und die Umwelt schonen kann: Beobachten Spaziergänger, dass Öl aus der Anlage austritt oder ein Windrad laut rotiert – jetzt wissen Wartungstrupps und Rettungskräfte, wohin sie fahren müssen.

Dank Windenergie rund 24 Millionen Tonnen Kohlendioxid in Deutschland eingespart

Dass sich Windenergienutzung lohnt, ist bekannt: 2005 hat sie in Deutschland nach Angaben des Bundesumweltministeriums bereits rund 24 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart. Bis zum Jahr 2025 soll der Anteil der Windenergie an der Stromerzeugung auf 25 Prozent steigen, bezogen auf den heutigen Stromverbrauch. Dass sich Ökonomie und Ökologie nicht ausschließen, zeigen nicht nur die Milliardenumsätze der vergangenen Jahre: Unternehmen für erneuerbare Energien schufen insgesamt mehr als 120.000 Arbeitsplätze. „Allein in der Windenergiebranche gibt es derzeit rund 50.000 Arbeitsplätze“, erläutert DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. „Der große Erfolg und der damit zusammenhängende Ausbau der Windparks führte aber auch dazu, dass nach einem Notruf Rettungsdienste den Standort der Anlage nicht mehr zweifelsfrei identifizieren konnten“, so Schulz.

Informationen erleichtern Weg zur Windenergieanlage - Hersteller können Kontaktdaten einpflegen

Eindeutige Informationen fehlten: Wo steht das Windrad und wie ist die Zufahrt geregelt? Wie hoch ist die Anlage und wie kommt das Rettungspersonal im Zweifel in den Turm? Wichtige Fragen – schließlich sollte der Rettungsdienst wissen, ob er eine Person aus einer Gondel in 50 oder in 100 Meter Höhe retten muss. Um alle Windräder mit einer eindeutigen Kennnummer auszuzeichnen und die Basisdaten in die Homepage www.wea-nis.de einzupflegen, sind viele Partner eingebunden: Den Aufbau der Internetseiten und der Datenbank übernahm die Ingenieur Werkstatt Energietechnik (Hamburg). „Hersteller können im Register auch Kontaktdaten zum Betreiber oder eine Notrufnummer hinterlegen“, erläutert Schulz.

Positive Rückmeldung von Rettungsleitstellen und Zivilschutzbehörden - System soll sich bundesweit durchsetzten

Beratend tätig waren die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, das Staatliche Umweltamt Schleswig, der Bundesverband Windenergie und der Wirtschaftsverband Windkraftwerke. „Wichtig war uns aber auch, Vertreter von Rettungsleitstellen und Zivilschutzbehörden mit ins Boot zu nehmen“, so Schulz. Ein Schritt, der sich ausgezahlt hat: Die Reaktion der Verantwortlichen aus den Leitstellen sei durchweg positiv ausgefallen. Ein solches Werkzeug für die Einsatzplanung habe in der Vergangenheit nicht zur Verfügung gestanden. „Und weil das Register auch mit anderen Datenbanken verknüpft werden kann, sehen wir gute Chancen darin, dass sich das System bundesweit durchsetzt“, meint Schulz.

Ansprechpartner für Fragen zum Projekt (AZ 20694): Volker Schulz, Projektleiter, Fördergesellschaft Windenergie e.V., Telefon: 0431/ 66877-64, Telefax: 0431/ 66877-65, vs@wind-fgw.de, www.wind-fgw.de

Volker Schulz | DBU
Weitere Informationen:
http://www.wind-fgw.de
http:// www.wea-nis.de

Weitere Berichte zu: Windenergie Windenergieanlage Windrad

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationen in der Bionik gesucht!
18.01.2018 | VDI Verein Deutscher Ingenieure e. V.

nachricht Fraunhofer HHI erhält AIS Technology Innovation Award 2018 für 3D Human Body Reconstruction
17.01.2018 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie