Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

4,6 Millionen Euro für Jülicher Nanoelektroniker

26.01.2007
Das Forschungszentrum Jülich wird seinen Gerätepark für die Nanoelektronik nochmals erweitern. Rund 4,6 Millionen Euro bewilligte das Bundesforschungsministerium nun für neue Anlagen. Innerhalb der "Forschungsplattform Nanoelektronik" sollen interne und externe Nutzer davon profitieren. Bei der heutigen Auftaktveranstaltung lobte Staatssekretär Thomas Rachel dieses Konzept der "Innovation durch Vernetzung".

Neue Materialien für die Anforderungen der Chipindustrie von morgen sind Ziel der Jülicher Forscher. Immer kleinere Strukturen unterhalb von 32 Nanometern (etwa einem zehntausendstel Haaresbreite) werden möglich. Gleichzeitig können industrieübliche Siliziumscheiben ("Wafer") bis zu einem Durchmesser von 20 Zentimetern dank der neuen Geräte auch schon in der Forschung genutzt werden.

"Durch industrienahe Verfahren können wir den Erkenntnistransfer zwischen Labor und Chip-Fabrik beschleunigen", sagte Prof. Hans Lüth, Forschungsdirektor für Schlüsseltechnologien in Jülich, anlässlich der heutigen Auftaktveranstaltung zur "Forschungsplattform Nanoelektronik". Mikroelektronik spielt schon heute eine enorme Rolle. Beispielsweise hängen rund 80 Prozent aller Innovationen der Automobilindustrie von ihr ab. Die Elektronikindustrie weltweit macht Umsätze von rund 800 Milliarden Euro. "Grundlagenforschung in Deutschland garantiert, dass auch die Entwicklung hin zur Nanoelektronik nicht an uns vorbei geht", erklärt Lüth.

Das Forschungszentrum Jülich ließ bereits ein Herstellungsverfahren für eine neue Klasse von Halbleitermaterialien patentieren: Verspanntes Silizium (SSOI). Diese Jülicher Entwicklung gilt als Schlüssel für kompakte und schnelle Nanotransistoren. "Unser Material zusammen mit den Geräten eröffnen vollkommen neue Möglichkeiten", erläuterte Prof. Siegfried Mantl, in dessen Gruppe die neuen Anlagen bis September installiert werden. "Wir sind nun in der Lage, auch oxidische Materialien kontrolliert großflächig mit atomarer Dicke zu erzeugen." Unter den sechs neuen Geräten sind Beschichtungs- und Sputter-Anlagen sowie Trockenätz- und Heizmaschinen, die einerseits die nötige Präzision im Nanobereich erreichen und andererseits mit den großen Wafern der Industrie umgehen können.

... mehr zu:
»Exzellenz »Nanoelektronik

"Investitionen in leistungsfähige Infrastrukturen sind Grundvoraussetzungen für Exzellenz in Forschung und Entwicklung", betonte Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung. In Jülich könne man aber glücklicherweise auf bereits bestehende Exzellenz aufbauen. Die Jülicher Exzellenz sollte in Zukunft noch verstärkt von Industrie und Forschung genutzt werden, um diesen Standtortvorteil in Deutschland gezielt zu nutzen.

Eine leistungsfähige Forschungsplattform in Jülich unterstützt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Forschung, sondern auch die der deutschen Halbleiterindustrie, etwa in Dresden. Jülicher Forschung spielt sich weit im Vorfeld der industriellen Entwicklung ab, jedoch ermöglichen industrienahe Geräte und Prozesse einen unmittelbaren Transfer der Ergebnisse. Die Forschungsplattform für Nanoelektronik unterhalb von 32 Nanometern bildet eine Basis für die Informationstechnologie von morgen und soll in Zusammenarbeit mit der RWTH Aachen kontinuierlich ausgebaut und externen Forschern zugänglich gemacht werden.

Kosta Schinarakis | Forschungszentrum Jülich
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de
http://www.fz-juelich.de/portal/forschung/information/zukunft_info

Weitere Berichte zu: Exzellenz Nanoelektronik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2017: DFG und BMBF zeichnen vier Forscherinnen und sechs Forscher aus
23.02.2017 | Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

nachricht Eine Milliarde Euro für die Hochschulmedizin
17.02.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: „Vernetzte Autonome Systeme“ von acatech und DFKI auf der CeBIT

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Kooperation mit der Deutschen Messe AG vernetzte Autonome Systeme. In Halle 12 am Stand B 63 erwarten die Besucherinnen und Besucher unter anderem Roboter, die Hand in Hand mit Menschen zusammenarbeiten oder die selbstständig gefährliche Umgebungen erkunden.

Auf der IT-Messe CeBIT vom 20. bis 24. März präsentieren acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und das Deutsche Forschungszentrum für...

Im Focus: Kühler Zwerg und die sieben Planeten

Erdgroße Planeten mit gemäßigtem Klima in System mit ungewöhnlich vielen Planeten entdeckt

In einer Entfernung von nur 40 Lichtjahren haben Astronomen ein System aus sieben erdgroßen Planeten entdeckt. Alle Planeten wurden unter Verwendung von boden-...

Im Focus: Mehr Sicherheit für Flugzeuge

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem totalen Triebwerksausfall zum Einsatz kommt, um den Piloten ein sicheres Gleiten zu einem Notlandeplatz zu ermöglichen, und ein Assistenzsystem für Segelflieger, das ihnen das Erreichen größerer Höhen erleichtert. Präsentiert werden sie von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann auf der Internationalen Fachmesse für Allgemeine Luftfahrt AERO vom 5. bis 8. April in Friedrichshafen.

Zwei Entwicklungen am Lehrgebiet Rechnerarchitektur der FernUniversität in Hagen können das Fliegen sicherer machen: ein Flugassistenzsystem, das bei einem...

Im Focus: HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt sich bewerten, wie verkehrspolitische Maßnahmen langfristig auf Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt wirken. HIGH-TOOL ist ein frei zugängliches Modell mit Modulen für Demografie, Wirtschaft und Ressourcen, Fahrzeugbestand, Nachfrage im Personen- und Güterverkehr sowie Umwelt und Sicherheit. An dem nun erfolgreich abgeschlossenen EU-Projekt unter der Koordination des KIT waren acht Partner aus fünf Ländern beteiligt.

Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) unterstützt die Europäische Kommission bei der Verkehrsplanung: Anhand des neuen Modells HIGH-TOOL lässt...

Im Focus: Zinn in der Photodiode: nächster Schritt zur optischen On-Chip-Datenübertragung

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium allein – die stoffliche Basis der Chip-Produktion – sind als Lichtquelle kaum geeignet. Jülicher Physiker haben nun gemeinsam mit internationalen Partnern eine Diode vorgestellt, die neben Silizium und Germanium zusätzlich Zinn enthält, um die optischen Eigenschaften zu verbessern. Das Besondere daran: Da alle Elemente der vierten Hauptgruppe angehören, sind sie mit der bestehenden Silizium-Technologie voll kompatibel.

Schon lange suchen Wissenschaftler nach einer geeigneten Lösung, um optische Komponenten auf einem Computerchip zu integrieren. Doch Silizium und Germanium...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Aufbruch: Forschungsmethoden in einer personalisierten Medizin

24.02.2017 | Veranstaltungen

Österreich erzeugt erstmals Erdgas aus Sonnen- und Windenergie

24.02.2017 | Veranstaltungen

Big Data Centrum Ostbayern-Südböhmen startet Veranstaltungsreihe

23.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer HHI auf dem Mobile World Congress mit VR- und 5G-Technologien

24.02.2017 | Messenachrichten

MWC 2017: 5G-Hauptstadt Berlin

24.02.2017 | Messenachrichten

Auf der molekularen Streckbank

24.02.2017 | Biowissenschaften Chemie