Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationaler Forschungspreis für Maiszüchtungsprogramm in Afrika

18.01.2007
Das Internationale Mais- und Weizenforschungs-Zentrum CIMMYT hat Ende 2006 einen der angesehendsten internationalen Preise in der Agrarforschung - den König Baudouin Award - für ein Maiszüchtungsprogramm erhalten, das vor allem armen Bauern in Trockengebieten im südlichen und östlichen Afrika zu einer verbesserten Lebensgrundlage verholfen hat.

Die etwa 50 neuen gegenüber Trockenheit toleranten Maissorten werden mittlerweile auf über 1 Million Hektar Land angebaut. Dieses länderübergreifende Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit 1,2 Millionen Euro mitfinanziert.

Afrika wird wie kein anderer Kontinent vom Klimawandel betroffen sein, befürchten die Klimaforscher in aller Welt. Die Autoren einer Studie der Beratungsgruppe für Internationale Agrarforschung (CGIAR), in denen 15 Forschungszentren, darunter auch CIMMYT zusammengeschlossen sind, kommen zu dem gleichen Schluss und raten dazu, schon heute die Agrarproduktion in Afrika an die sich ändernden Umweltbedingungen, vor allem an die Zunahme von Dürreperioden, anzupassen.

CIMMYT hat diese hohe Auszeichnung nicht nur für die Züchtung trockentoleranter Maissorten erhalten, sondern für die in der Forschung eher ungewöhnliche Vorgehensweise: nicht im sterilen Labor oder auf gut gedüngten Feldern des Forschungszentrums finden die Versuche statt; sondern auf Versuchsfeldern, die den natürlichen Bedingungen unter kleinbäuerlichen Verhältnissen entsprechen. Dazu hat CIMMYT gemeinsam mit den nationalen Forschungsinstituten in Kenia, Malawi, Simbabwe, Sambia und Tansania und privaten Partnern bei Kleinbauern in diesen Ländern Versuchsfelder ausgewählt, auf denen die Versuche in gemeinsamer Verantwortung von Wissenschaftlern und Landwirten durchgeführt werden. Die aus den Versuchen gesammelten Erfahrungen werden gemeinsam ausgewertet. Dabei geht es nicht nur um die Züchtung neuer Sorten, sondern auch um Verbesserungen der Anbauverfahren, einschließlich Düngung und Pflanzenschutz. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die neuen Maissorten gerade von armen Kleinbauern genutzt werden können, die bisher von der konventionellen Maisforschung nicht profitieren konnten. "Dieses Programm setzt neue Standards, dass Forschung auch unter widrigen Umweltbedingungen erfolgreich sein kann" betonte der Direktor der Beratungsgruppe für Internationale Agrarforschung (CGIAR) Francisco Reifschneider bei der Preisübergabe im Dezember 2006 in Washington, D.C. Der König Baudouin Award wird alle zwei Jahre vergeben und ist mit 10 000 US-Dollar dotiert.

CIMMYT hat sich für die nahe Zukunft ehrgeizige Ziele gesetzt: die trockentoleranten Sorten sollen in einem nächsten Schritt mit Sorten gekreuzt werden, die einen höheren Proteingehalt haben und eine Toleranz gegenüber der parasitischen Pflanze Striga aufweisen. Der Befall mit Striga verursacht allein in Kenia jedes Jahr Schäden in Höhe von rund 50 Millionen US-Dollar. Eine Erhöhung des Proteingehalts könnte einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Nahrungsqualität leisten. Über eine Milliarde Menschen in Entwicklungsländern weisen einen Eiweißmangel auf. Ein weiteres Züchtungsziel ist Resistenz gegenüber Viren und pilzlichen Blattfleckenkrankheiten.

Box:
Das internationale Mais- und Weizenforschungszentrum CIMMYT ist eines von 15 internationalen Forschungszentren der Consultative Group for International Agricultural Research - CGIAR, deren Forschungsergebnisse vor allem den Entwicklungsländern kostenfrei zur Verfügung gestellt werden.

Die Zentren der CGIAR werden finanziert von multilateralen und nationalen Gebern wie der Weltbank, OECD- und Entwicklungsländern sowie von vier privaten Stiftungen, wie der Ford- und Rockefeller-Stiftung.

Die deutsche Bundesregierung ist ein wichtiger Beitragszahler. Ihr Beitrag belief sich für das Jahr 2005 auf 15,3 Millionen US-Dollar.

An den 15 Zentren, die fast alle in Entwicklungsländern angesiedelt sind, arbeiten über 8 500 Wissenschaftler. Die CGIAR verfügt jährlich über rund 450 Millionen US-Dollar.

Dr. Marlene Diekmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.cgiar.org
http://www.cimmyt.org

Weitere Berichte zu: CGIAR CIMMYT Entwicklungsland Maiszüchtungsprogramm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Förderungen Preise:

nachricht Innovationspreis 2017 der Deutschen Hochschulmedizin e.V.
24.04.2017 | Deutsche Hochschulmedizin e.V.

nachricht EU-Förderung in Millionenhöhe für Regensburger Wissenschaftler
21.04.2017 | Universität Regensburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie